Kabel sind ein kritischer Teil der IT-Infrastruktur und bilden das Rückgrat digitaler Netze, sei es für IoT und Industrie 4.0, für Telekommunikation oder die Clientanbindung. Ihr Management – also die Planung, Verlegung, Wartung sowie Dokumentation – sind wichtige Aufgaben der IT-Abteilung. Wie sich diese bewerkstelligen lassen und welche Anforderungen an das Infrastrukturmanagement bestehen, zeigt dieser Beitrag.
Ein Trend der IT ist das Konvergieren von Systemen. Auf den ersten Blick vereinfachen konvergente Systeme das Management der Kabelinfrastruktur, denn dann laufen gleichzeitig mehrere Systeme über dasselbe Kabel, zum Beispiel bei Voice over IP. Die Anzahl an Kabeln nimmt also ab. Auf den zweiten Blick steigt aber die Komplexität: Neue Arten von Kabeln sind auf dem Vormarsch, etwa Hybridkabel, die Kupfer für die Stromversorgung und Glasfaser für die Datenübertragung in einem Kabel vereinen. IT-Abteilungen müssen also das komplexe Geflecht aus Kupfer-, Glasfaser- oder Hybridkabeln im Blick haben und verwalten. Kabel verbinden häufig Komponenten innerhalb von Gebäuden (Inside Plant) und auch Gebäude miteinander (Outside Plant) – eine Kabelmanagementlösung sollte daher beide Aspekte abdecken.
Einheitliches Datenmodell gefragt
Die Herausforderung beim Kabelmanagement besteht einerseits darin, Kabel so zu planen und zu verlegen, dass Daten in ausreichender Geschwindigkeit hindurchfließen, um Anwendungen und Services in gewünschter Schnelligkeit und unterbrechungsfrei bereitstellen zu können. Es kommt also auf Sizing und Kapazität, Anzahl der Leitungen/Adern, Material, Durchsatzraten und vieles mehr an. Zweitens muss die Verlegung der Kabel, also die Trassenführung, genau geplant und dokumentiert sein, damit etwa bei Bauarbeiten keine wichtigen Kabel beschädigt werden oder die Trassen durch kritische Bereiche verlaufen. Da jeder überflüssig verlegte Meter Kabel Geld kostet, ist auf eine optimale Trassenführung zu achten.
Drittens müssen Firmen ihre kritischen Prozesse und damit auch die Kabelinfrastruktur, über die diese Prozesse laufen, als solche klassifizieren, besonders absichern und redundant anlegen. Dazu ist es notwendig, auch alle logischen Abhängigkeiten abbilden zu können. Denn sobald ein Prozess kritisch ist, ist auch die betroffene Kabelinfrastruktur kritisch.
Ein Trend der IT ist das Konvergieren von Systemen. Auf den ersten Blick vereinfachen konvergente Systeme das Management der Kabelinfrastruktur, denn dann laufen gleichzeitig mehrere Systeme über dasselbe Kabel, zum Beispiel bei Voice over IP. Die Anzahl an Kabeln nimmt also ab. Auf den zweiten Blick steigt aber die Komplexität: Neue Arten von Kabeln sind auf dem Vormarsch, etwa Hybridkabel, die Kupfer für die Stromversorgung und Glasfaser für die Datenübertragung in einem Kabel vereinen. IT-Abteilungen müssen also das komplexe Geflecht aus Kupfer-, Glasfaser- oder Hybridkabeln im Blick haben und verwalten. Kabel verbinden häufig Komponenten innerhalb von Gebäuden (Inside Plant) und auch Gebäude miteinander (Outside Plant) – eine Kabelmanagementlösung sollte daher beide Aspekte abdecken.
Einheitliches Datenmodell gefragt
Die Herausforderung beim Kabelmanagement besteht einerseits darin, Kabel so zu planen und zu verlegen, dass Daten in ausreichender Geschwindigkeit hindurchfließen, um Anwendungen und Services in gewünschter Schnelligkeit und unterbrechungsfrei bereitstellen zu können. Es kommt also auf Sizing und Kapazität, Anzahl der Leitungen/Adern, Material, Durchsatzraten und vieles mehr an. Zweitens muss die Verlegung der Kabel, also die Trassenführung, genau geplant und dokumentiert sein, damit etwa bei Bauarbeiten keine wichtigen Kabel beschädigt werden oder die Trassen durch kritische Bereiche verlaufen. Da jeder überflüssig verlegte Meter Kabel Geld kostet, ist auf eine optimale Trassenführung zu achten.
Drittens müssen Firmen ihre kritischen Prozesse und damit auch die Kabelinfrastruktur, über die diese Prozesse laufen, als solche klassifizieren, besonders absichern und redundant anlegen. Dazu ist es notwendig, auch alle logischen Abhängigkeiten abbilden zu können. Denn sobald ein Prozess kritisch ist, ist auch die betroffene Kabelinfrastruktur kritisch.
Für diese Aufgabe bedarf es mehrerer Funktionalitäten: Die Basis liefert ein integriertes, zentrales Datenmodell, in dem vom Gebäude über die physischen, logischen und virtuellen Assets bis hin zu den Applikationen und Services alle Abhängigkeiten von der Infrastruktureinrichtung bis hin zum Business Service hinterlegt und analysierbar sind. Darauf aufbauend erfolgt die Planung mittels spezialisierter Funktionalitäten.
Datenschnittstellen erforderlich
In der Praxis kommen die Daten für das Kabelmanagement in der Regel aus unterschiedlichen Quellen: aus Listen, Vorsystemen, von externen Planungsbüros oder Vermessungssystemen von Dienstleistern. Um alle Daten aus externen Systemen und Datenbanken in das einheitliche Datenmodell zu überführen, sind offene Schnittstellen vorteilhaft. Sie reduzieren den Aufwand für die Datenintegration und helfen, nach dem Single-Source-of-Truth-Ansatz eine einheitliche Dokumentation zu schaffen.
Eine Dokumentation macht sich bereits dann bezahlt, wenn bei Bauarbeiten auf dem Gelände bekannt ist, an welcher Stelle Kabel verlaufen. Mithilfe der Dokumentation können Mitarbeiter zudem einerseits Austauschzyklen bei veralteten Komponenten strukturiert planen, andererseits Probleme genau erkennen und gezielt warten. Durch die verbesserte Übersicht und Effizienzsteigerung lassen sich Betriebskosten und Ausgaben für Incident-Prozesse deutlich senken. Einsparungen von bis zu 50 Prozent sind durch ein modernes Kabelmanagement möglich.
Auch in Hinblick auf Service Level Agreements (SLAs) bietet Kabelmanagement einen entscheidenden Vorteil: Es hilft zu analysieren, welche Services von einer Störung betroffen sind. Nicht nur geplante Bauarbeiten, sondern auch Störungen durch Unkenntnis des Kabelsystems können teure Ausfälle verursachen. Für den Fall einer Störung bietet ein umfassendes Datenmodell gleichzeitig eine Entscheidungsgrundlage: Es analysiert die Ist-Situation und liefert Informationen, welche Auswirkungen Störungen oder Ausfälle auf SLAs haben könnten.
Darauf basierend gibt es direkt Handlungsempfehlungen aus:
- Welche Personen und welche Dienste sind betroffen?
- Wer ist in welcher Reihenfolge wie zu informieren?
- Wohin muss der Entstörungstrupp geschickt werden, um den Fehler zu beheben? Gerade die punktgenaue Lokalisierung der Störung ist auf großen Geländen entscheidend, um Ausfallzeiten und -kosten so gering wie möglich zu halten.
Die Verlegung von Kabeln sollte übersichtlich erfasst und darstellbar sein.
Planung und Visualisierung
Transparenz als entscheidender Effizienzfaktor spielt nicht nur beim Betrieb, sondern auch beim Ausbau der Kabelnetze eine große Rolle, etwa wenn auf dem Werksgelände, dem Flughafen oder im öffentlichen Bereich neue Gebäude entstehen. Ein professionelles Kabelmanagement gibt präzise und anschauliche Informationen und grafische Übersichten für die Planung.
Lassen sich die vorhandenen Daten zudem grafisch darstellen und mit Georeferenz-Informationen verknüpfen, erhalten Planer und Bauunternehmer anstatt unübersichtlicher Tabellen eine Karte, auf der sämtliche Kabel, ihre Funktionen und Anschlussstellen eingetragen sind. Das Tool gibt zudem Arbeitsaufträge aus, etwa wo Patches und Spleiße einzufügen sind. Auf einem vollständig dokumentierten Gelände lässt sich auch unkompliziert feststellen, wo Kapazitäten des Netzwerks noch nicht voll ausgenutzt werden oder an welchen Stellen in früheren Ausbaustufen bereits Kabelkapazitäten oder zumindest Leerrohre vorgehalten wurden.
Praxisbeispiel Automobilkonzern
Den vertieften Blick in die Netzinfrastruktur erhält zum Beispiel ein renommierter Automobilhersteller, der die komplette Verkabelung im Werk und in den Büros mit der FNT Command Plattform verwaltet. Der Überblick über sämtliche Strom- und Datenkabel schafft für den Konzern die nötige Transparenz, um im Störfall schnell zu handeln und um den Netzausbau effizient planen zu können.
Auf dem Werksgelände kommt die Übersicht besonders zum Tragen: In dem Kabelmanagementsystem sind alle Trassen und Schaltschränke als grafische Ansichten hinterlegt. In Kombination mit den ebenfalls hinterlegten Georeferenz-Informationen ist auf den ersten Blick ersichtlich, wo welche Trassen entlanglaufen oder wo auf dem Werksgelände besser kein Bagger graben sollte. Auch im Störfall unterstützen die grafischen Übersichten der Kabeltrassen, Schaltschränke und Portbelegung die Entstörungsteams dabei, den Ort einer Störung schnell zu identifizieren und sie gezielt zu beseitigen.
Weil auf dem weitläufigen Werksgelände Flexibilität für die Techniker eine wichtige Rolle spielt, kann das Kabelmanagementsystem eine DIN-A4-große Übersicht eines Switches inklusive aller Portnummern, Patchangaben und IP-Adressen ausdrucken, sodass nicht mehr Gepäck mit zum Wartungsort gebracht werden muss. Der Einsatz der Kabelmanagement-Lösung hätte zu einer 100-prozentigen Datenqualität geführt, schreiben die Projektverantwortlichen in ihrem Abschlussbericht.
Auch bei der Ausbauplanung spielt diese Datenqualität eine entscheidende Rolle: Bereits in der Planungsphase findet eine Validierung der technischen Machbarkeit der geplanten Ausbauten statt. Das System prüft beispielsweise, ob Stecker- und Kabeltypen zusammenpassen oder ob kürzere und damit kosteneffizientere Routen für die Verkabelung in Frage kommen.
Cloud verkompliziert Kabelmanagement
Häufig betreiben Unternehmen, die zwar zentrale Rechenleistungen in die Cloud auslagern, gleichzeitig noch On-Premises-Rechenzentren zum Beispiel für besonders geschützte Daten. Hier ist eine umfassende Dokumentation besonders wichtig, da das System insgesamt komplexer geworden ist: Anstatt nur Kabel und Daten auf dem eigenen Gelände überwachen zu müssen, sind Daten in der Cloud sowie ebenfalls vernetzte Core- und Edge-Rechenzentren hinzugekommen.
Das führt zu komplexen Abhängigkeiten über die verschiedenen Ebenen des Stacks: Wenn Services oder Prozesse sowohl von Kabeln in den eigenen Core- und Edge-Rechenzentren wie auch von der Verfügbarkeit der Cloud abhängen, ist die Überwachung und Transparenz der komplexen Abhängigkeiten zunehmend schwerer abzubilden. Hier hilft wieder das einheitliche Datenmodell als gemeinsamer Nenner für die hybride Welt.
Fazit
Für Unternehmen bedeutet ein modernes Kabelmanagement, zu jedem Zeitpunkt den vollständigen Überblick über ihre Kabel und die darauf basierenden Prozesse und Systeme zu haben. Dieser Blick in die Netzinfrastruktur ermöglicht einen sicheren Betrieb der Kabelnetze im Inside- und Outside-Plant-Management, die schnelle Behebung von Störungen und Einhaltung von SLAs sowie einen vorausschauenden, effizienten und kostensparenden Ausbau der eigenen Infrastruktur.
(dr)
Marlene Pfauth ist Product Managerin bei FNT und verantwortet die Bereiche Cable Management und Data Center Infrastructure Management.