ADMIN

2022

11

2022-10-27T12:00:00

Software-definierte Infrastrukturen

TESTS

025

Infrastruktur

Cloud

Buurst SoftNAS 5.2.6

Abzüge in der B-Note

von Thomas Bär

Veröffentlicht in Ausgabe 11/2022 - TESTS

Mit SoftNAS kann ein Administrator recht einfach ein Network Attached Storage unter RHEL, VMware, AWS oder Azure bereitstellen. Das klingt nach einer flexiblen Möglichkeit, Speicherplatz in virtuellen Umgebungen einzurichten. Wir haben uns die NAS-Variante angeschaut, die an manchen Stellen noch nicht wirklich ausgereift wirkt.

Auf der Suche nach einem leistungsstarken NFS-, CIFS- und iSCSINAS-Speicher in hybriden Cloud-Datenstrukturen stößt der Admin irgendwann auf SoftNAS 5 – eine Linux-basierte, virtuelle NAS-Appliance, die auf Hypervisor- basierten Systemen arbeitet. Die Umgebung läuft als virtuelle Maschine und bietet eine breite Palette von softwaredefinierten Funktionen – einschließlich Kostenmanagement, Verfügbarkeit, Kontrolle, Datensicherung und Security. Hinter SoftNAS steckt der Hersteller und Anbieter Buurst, der ursprünglich zunächst selbst SoftNAS hieß und im Jahr 2012 von Rick Braddy gegründet wurde.
Letztendlich ging es von Anfang an darum, eine Alternative zu kostenintensiven Storage-Infrastruktursystemen zu erstellen und diese auch in einem Abonnementmodell für Speichersoftware in der Cloud anzubieten. Buurst SoftNAS ist, so die Darstellung des Herstellers, ein hybrides Cloud-Datenintegrationsprodukt, das eine softwaredefinierte, virtuelle NASSpeicher- Appliance der Enterprise-Klasse, Backups und Datenverschiebung kombiniert sowie Datenintegration und -replikation bietet, um Files zentral zu verwalten und zu kontrollieren.
Bild 1: Bei Bedarf informiert die SoftNAS den Administrator per E-Mail, Slack oder Teams.
Individuelle Vorplanung nötig
Typischerweise, zumindest vermittelt die Produktdokumentation den Eindruck, wird SoftNAS im AWS-EC2- und Microsoft- Azure-Bereich eingesetzt. Aber auch in einer VMware-Landschaft lässt sich das Produkt für die Bereitstellung typischer iSCSI/NFS/CIFS-Volumes mit High-Availability-(HA)-Konzepten einsetzen. Die grundlegende Verwendung der Software, so die Onlinehilfe, unterscheidet sich nicht wesentlich, ob es sich nun um Cloudclients mit Azure/AWS handelt, lokale Rechner oder Storage-Systeme unter VMware.
Auf der Suche nach einem leistungsstarken NFS-, CIFS- und iSCSINAS-Speicher in hybriden Cloud-Datenstrukturen stößt der Admin irgendwann auf SoftNAS 5 – eine Linux-basierte, virtuelle NAS-Appliance, die auf Hypervisor- basierten Systemen arbeitet. Die Umgebung läuft als virtuelle Maschine und bietet eine breite Palette von softwaredefinierten Funktionen – einschließlich Kostenmanagement, Verfügbarkeit, Kontrolle, Datensicherung und Security. Hinter SoftNAS steckt der Hersteller und Anbieter Buurst, der ursprünglich zunächst selbst SoftNAS hieß und im Jahr 2012 von Rick Braddy gegründet wurde.
Letztendlich ging es von Anfang an darum, eine Alternative zu kostenintensiven Storage-Infrastruktursystemen zu erstellen und diese auch in einem Abonnementmodell für Speichersoftware in der Cloud anzubieten. Buurst SoftNAS ist, so die Darstellung des Herstellers, ein hybrides Cloud-Datenintegrationsprodukt, das eine softwaredefinierte, virtuelle NASSpeicher- Appliance der Enterprise-Klasse, Backups und Datenverschiebung kombiniert sowie Datenintegration und -replikation bietet, um Files zentral zu verwalten und zu kontrollieren.
Bild 1: Bei Bedarf informiert die SoftNAS den Administrator per E-Mail, Slack oder Teams.
Individuelle Vorplanung nötig
Typischerweise, zumindest vermittelt die Produktdokumentation den Eindruck, wird SoftNAS im AWS-EC2- und Microsoft- Azure-Bereich eingesetzt. Aber auch in einer VMware-Landschaft lässt sich das Produkt für die Bereitstellung typischer iSCSI/NFS/CIFS-Volumes mit High-Availability-(HA)-Konzepten einsetzen. Die grundlegende Verwendung der Software, so die Onlinehilfe, unterscheidet sich nicht wesentlich, ob es sich nun um Cloudclients mit Azure/AWS handelt, lokale Rechner oder Storage-Systeme unter VMware.
Wie bei allen Speicherlösungen gilt es, sich im Vorfeld einige Gedanken darüber zu machen, wie die Storage-Landschaft aufgebaut sein soll. Hier bildet auch Soft- NAS keine Ausnahme. Abhängig vom letztendlichen Anwendungsfall und dem zu erwartenden Leistungsniveau dürfte eine SoftNAS-Konfiguration bei jedem Kunden komplett anders aussehen. Für den Zweck einer reinen Proof-of-Concept- Bereitstellung (POC) mögen viele dieser Elemente irrelevant erscheinen, sind es dann aber doch nicht. Genau an dieser Stelle wird eine Betrachtung im Rahmen eines Tests immer ein wenig unrealistisch – wir prüfen keine Netzwerk- und Durchsatzraten, da diese Leistungsparameter in erster Linie davon abhängen, welche Hardwaresysteme beim Anwender zum Einsatz kommen. Eine Instanzgröße mit vielen vCPU, schier endlosem RAM und fehlender Verschlüsselung und Komprimierung, zwei durchaus rechenintensiven Verfahren, liefert gänzlich andere Werte als eine Mini- Installation, der wir alle Zusatzleistungen aufbürden.
Der Schwerpunkt unserer Betrachtung liegt daher auf den unkritischen Aspekten wie der Einfachheit der Bereitstellung, den Anforderungen bezüglich des Knowhows, der Qualität der Infotexte und den technischen Möglichkeiten, die ein Programm wie SoftNAS bietet. Es ist ja nicht so, dass es einen Mangel an NAS-Systemen gäbe. Selbst im Open-Source-Bereich existieren diesbezüglich Produkte, wenn auch nicht notwendigerweise mit dem Anspruch, für die verschiedenen Cloud- und On-Premises-Plattformen entsprechend identisch funktionierende Varianten zu bieten. Doch eines möchten wir an dieser Stelle schon vorweg erwähnen: SoftNAS ist keine Software, bei der sich der Administrator durch die Tiefen der Linux-Parameter wühlen und in steter Angst leben muss, dass irgendwelche Softwareabhängigkeiten untereinander die Funktionalität beeinflussen.
Buurst SoftNAS 5.2.6
Produkt
Software-NAS für den Cloudeinsatz.
Hersteller
Buurst
Preis
Die Preisgestaltung hängt sehr stark vom Nutzungsumfang in einer Cloudumgebung ab. Den Basispreis gibt der Hersteller in einem Rechenbeispiel mit 2285 US-Dollar pro Lizenz an.
Systemvoraussetzungen
Aktuelle VMware-ESXi-Umgebung mit mindestens vier zugewiesenen vCPU, 16 GByte RAM, 100 GByte Thin-provisioned Speicherplatz, ausreichend Platz für Daten und mindestens 1-GBit-Ethernet-Netzwerkanbindung. SoftNAS arbeitet mit VMDK-Dateien und ist grundsätzlich in der Lage, Hardware- RAID-Controller anzusprechen.
Technische Daten
Holprige Inbetriebnahme
Die aktuelle SoftNAS-Software basiert auf einer virtuellen Maschine unter Rocky Linux. Die Distribution ist einer der gesetzten Nachfolger für das insgesamt am Markt weit verbreitete CentOS, das eine vollständige Kompatibilität zum kommerziellen Red Hat Enterprise Linux (RHEL) erreichte. Die Distribution wird von einer Gruppe freiwilliger Developer betreut, gepflegt und weiterentwickelt.
Wer sich die vollen Hochverfügbarkeitsfähigkeiten von SoftNAS anschauen möchte, benötigt mindestens drei virtuelle Maschinen: zwei gekoppelte Knoten und einen genannten HA-Controller – sinnvollerweise verteilt auf verschiedene Hardwaresysteme. Bei Hochverfügbarkeit und VMware dürften die meisten Administratoren hellhörig werden, da mit VMware HA und vMotion ja bereits zwei leistungsstarke Techniken existieren. SoftNAS unterstützt beide Varianten, bietet aber mit dem "SnapReplicate" eine Replikationsmethode, die die zwei Knoten losgelöst von VMware selbst identisch hält.
Die Bereitstellung einer SoftNAS-Instanz als OVF-Datei ist recht einfach und in der Onlinehilfe bestens erklärt. Leider nagt an der Dokumentation schon ein wenig der Zahn der Zeit. Sowohl die grafischen Darstellungen aus dem vSphere- Client dürften in den meisten heutigen Umgebungen bereits gänzlich anders aussehen – aber im Grundsatz identisch funktionieren. Etwas auffälliger wirken die, nicht nur optischen, Veränderungen bei der Darstellung und Funktion im Rocky Linux. Die Mehrzahl der Dokumente von Buurst verweisen noch auf die früheren Auslieferungen mit CentOS.
Das Webinterface von Rocky Linux selbst ist jedoch weitgehend selbsterklärend, auch wenn sich im Zusammenspiel mit der deutschen Oberfläche hier und da ein paar Unstimmigkeiten ausmachen lassen. Beispielsweise akzeptiert der Systemzeitdialog keine Eingaben, da das deutsche Datums- und Uhrzeitformat als ungültig identifiziert wird, obwohl im Dialog exakt so dargestellt. Mithilfe eines automatisch erreichbaren NTP-Zeitservers konnten wir das Problem umschiffen. Was uns hingegen überhaupt nicht gelang, war der Beitritt des Rocky-Servers in unsere Win dows-Testdomäne. Hier wies ein Fehler daraufhin, dass entsprechende Abhängigkeitsdateien nicht zur Verfügung stehen.
Geschmeidige Konfiguration
Letztendlich geht es aber nicht um das zugrundeliegende Rocky Linux, sondern um die SoftNAS-Software selbst, die der Administrator über den Browser erreicht. Direkt nach der ersten Anmeldung erscheint ein Dialog, der zur Eingabe von Kontaktdaten auffordert, um im Rahmen der Teststellung mit dem Support in Verbindung treten zu können. Wenn zu diesem Zeitpunkt die Netzwerkkonfiguration die Namensauflösung noch nicht passend bereitstellt, läuft diese Eingabe zunächst einmal ins Leere. Praktischerweise erscheint der Dialog auch bei einer weiteren Neuanmeldung und behält zumindest die vorherigen Eingaben.
Das Webinterface der Software ist klassisch aufgebaut. Auf der linken Seite entdeckt der Anwender eine Baumstruktur, die sich in die Hauptzweige "Dashboard", "Getting Started", "Storage", "SnapReplicate", "Lift and Shift", "Setting" und "Documentation" gliedert. Ausgehend von der Auswahl öffnet sich ein Unterzweig mit weiteren Menüs wie beispielsweise "Disk Devices", "Storage Pools", "Volumes and LUNs", "NFS Exports", "CIFS Shares", "iSCSI LUN Targets" oder "iSCSI SAN Initiators" im Bereich "Storage". Zu vielen Zweigen bilden sich, je nach Umfang der Einstellungsmöglichkeiten, wiederum Register im Kopfbereich des Dialogs. Äußerst praktisch ist der Umstand, dass bei einem Dialogwechsel eine übergeordnete Registerstruktur den Rücksprung in die vorherige Darstellung erlaubt.
So ist die Konfiguration kein Hexenwerk und insgesamt gut gemacht. Beispielsweise ist die Aktualisierung der Software auf eine neue Version mit einem Mausklick erledigt und während des Updates hat der Administrator die Möglichkeit, sich im Browserfenster die Statusmeldung anzeigen zu lassen. Kleinere Updates mit entsprechenden Release Notes, welche Fehler behoben wurden, erscheinen recht häufig – in den ersten acht Monaten 2022 wurde die Version 5.2 mit sechs Aktualisierungen versehen. Während der Testphase erschien die Version 5.2.7, jedoch ohne dass auf der Dokumentationswebseite hierzu ein Eintrag zu finden wäre. Und der direkte Link aus der Oberfläche führt zur Seite "https://docs.softnas.com/display/ SD/Release+Notes", die bereits im Mai 2020 angelegt wurde und folgenden Inhalt zeigt: "The license could not be verified: License Certificate has expired! Administrators, please check your license details here."
Kontakt: Fehlanzeige
Die Software verfügt über eine "Built-in License" für das Produkt "SoftNAS Cloud", die nicht verfällt, aber den Storage-Platz auf minimalistische 4 GByte limitiert. Gerne hätten wir uns für eine umfangreichere Teststellung entschieden, jedoch erzeugte der "Register Account"-Dialog einen Fehler 500. Ironischerweise ist auf dieser Fehlerseite zu lesen, dass der Interessent ein Serviceticket aufgeben könnte – dieser Link führt allerdings zu einer weiteren Fehlerseite.
Stets thront derweil oben rechts ein Button mit der Aufschrift "Feature Request" – wird diese Schaltfläche vom Benutzer angeklickt, öffnet sich ein E-Mail-Dialog mit der voreingetragenen Empfängeradresse "features@softnas.com". Der Hersteller unterstreicht somit seinen Wunsch nach einer direkten Kommunikation. Hierzu sei angemerkt, dass unsere Wünsche bezüglich eines Informationsaustauschs allesamt ignoriert wurden. Wir versuchten über die Pressestelle und den Vertrieb mit Buurst in Kontakt zu treten, um genauere Preisinformationen zu erhalten und erhielten keine Antwort. Doch auch unsere Kontaktinformationen, die wir zur Einrichtung angegeben hatten, um Support zu erhalten, ergaben keine Rückmeldung in Form einer E-Mail. Über den generellen Verteiler für Kundenanschreiben haben wir es schließlich geschafft: Wir erhielten das Mailing "SoftNAS by Buurst delivers high-speed, reliable cloud storage at affordable prices".
Geführtes Anlegen des Storage
Neben dem obligatorischen Dashboard mit den wichtigsten Parametern bietet das "Burst Storagecenter", so der volle Name der Oberfläche, einen äußerst gut gemachten "Getting started"-Assistenten, der über zehn Schritte die grundsätzliche Inbetriebnahme der Software als Checkliste beschreibt. Die ersten vier Schritte: Netzwerkkonfiguration, Passwörter, Updates und Lizenzaktivierung konnten wir, mit den benannten Herausforderungen, recht schnell abhaken. Zu jedem Punkt auf der Liste gibt es ein blau symbolisiertes Fragezeichen, das auf die Dokumentation, weiterführende Links oder auch Videoanleitungen verweist. Direkt aus der Liste springt der Administrator per Link in den jeweiligen Konfigurationsbereich – das klappte wie am sprichwörtlichen Schnürchen.
Bild 2: SoftNAS fasst die aktuellen Performancedaten in einem Dashboard zusammen.
Wir erstellten über das vCenter zwei kleine virtuelle Festplatten. Beide waren nach wenigen Augenblicken und einem "Refresh" der SoftNAS-Konfigurationswebseite sichtbar. Die eigentliche Festplatte des Rocky Linux mit der SoftNASSoftware wird hingegen überhaupt nicht angezeigt. Das verhindert ein versehentliches Zerschießen der Basis. Wir partitionierten über das Dialogfenster die Festplatten und löschten anschließend eine Platte als "Device", entfernten sie auch auf der VMware-Seite und ordneten eine andere Platte erneut zu – interessanterweise blieb diese Festplatte dem Dialogfenster nun dauerhaft verborgen. Die Partitionierung der Platten bot uns keine Möglichkeiten einer Einflussnahme – es wurde stets das komplette Device für eine Partition genutzt.
Im nächsten Schritt gilt es für den Administrator, einen Storage-Pool einzurichten, indem er verschiedene Platten unter Verwendung der RAID-Level JOBD 0, 1/10, 5, 6, und 7 kombiniert. Versucht der Anwender, einen Pool ohne RAID-Sicherheit anzulegen, fragt ein Dialogfenster explizit nach, ob das wirklich so gewünscht ist. Aufgrund der bereits benannten Herausforderungen bei der Lizenzeingabe blieben uns wirklich nur 4 GByte. Auf Wunsch kann der Administrator den Pool über die Linux-integrierte LUKS-Verschlüsselung absichern. In den Einstellungen finden sich ferner die Funktionen, um bereits bestehende Pools zu importieren, vorhandene zu erweitern, zusätzliche Read-Caches zuzuordnen oder Hot-Spare-Devices festzulegen.
Wer schon einmal mit einer NAS-Konfiguration gearbeitet hat, wird sich hier problemlos zurechtfinden – auch wenn ein kleiner optischer Fehler die Arbeit unnötig erschwert: Klickt der Administrator wieder auf die "Getting started"-Liste, um einen erledigten Punkt abzuhaken, und wendet sich über die Liste dem nächsten Schritt zu, passt sich die farbliche Hinterlegung in der Baumstruktur nicht an. Somit befindet sich der Anwender im Menü für "Volumes", obwohl im Baum noch "Storage Pools" ausgewählt ist.
Der nächste Schritt auf der Checkliste führt in den Bereich "Volumes". Hier gilt es, die in den Pools zusammengefassten Devices als NFS- oder CIFS-Dateisystem beziehungsweise als iSCSI-Block-Device bereitzustellen. Je nach Auswahl unterscheidet sich der Dialog im Detail, ob zum Beispiel "Thin Provision" zum Einsatz kommt, bei der eine dynamische Zuordnung stattfindet oder das etwas schnellere "Thick Provision", bei dem der Speicherplatz fix zugewiesen wird.
Beide Konzepte kennt der Administrator bereits aus der unterliegenden VMware- Umgebung. Funktionen wie Deduplizierung oder Kompression sind in SoftNAS einfach über Checkboxen ein- beziehungsweise auszuschalten. Als iSCSIBlock- Device liefert die Deduplizierung im Zusammenspiel mit Windows keinen messbaren Wert. Es gibt dazu auch keine Parameter, auf die der Administrator Einfluss nehmen könnte.
Anders bei den Snapshot-Einstellungen: In der Standardkonfiguration sind Snapshots, also regelmäßige Standsicherungen, aktiviert und auch deren Replikation, sofern ein Replikationspartner definiert ist. In der Grundeinstellung speichert SoftNAS maximal zehn stündliche, sechs tägliche und einen wöchentlichen Snapshots, abhängig vom verbleibenden Speicherplatz.
Letztendlich gelang es uns in der Teststellung, innerhalb kürzester Zeit ein, zugegeben winziges, iSCSI-Target bereitzustellen, dieses von einem Windows- 10-Computer über den iSCSI-Initiator anzusprechen und einem Laufwerksbuchstaben zuzuordnen. Die Dialoge für die Bereitstellung von Freigaben für Win - dows per SAMBA/CIFS oder Unix, Linux oder mac OS über NFS sind dagegen deutlich umfangreicher und erfordern, erwartungsgemäß, das Setzen von Zugriffs-, Schreib- und Leserechten.
Bild 3: Leider erlaubt die Testinstallation nur sehr winzige Volumes. Hier die Einrichtung eines iSCSI-Block-Devices.
Replikation erfolgt in Windeseile
Für die Funktion SnapReplicate ist eine zweite Maschine erforderlich. Wir setzten hierzu direkt in VMware Workstation eine zweite SoftNAS-Installation auf und beließen diese zunächst in der Version 5.2.2. Danach ordneten wir erneut zwei kleine Platten zu und stellten diese über einen Storage-Pool bereit. Anschließend wechselten wir auf die ursprüngliche Installation und starteten den Einrichtungsassistenten für SnapReplicate. Dieser Assistent beginnt mit einigen Basisinformationen und erfragt die IP-Adresse, Benutzernamen und das Passwort der anderen Installation.
Ungefähr eine Minute später meldete der Assistent erfolgreichen Vollzug und sowohl ein wiederhergestellter Snapshot als auch das Volume selbst waren auf dem Zweitgerät als Replikat angelegt. Nun überträgt der Mechanismus, in Abhängigkeit zu den Einstellungen, alle Datenänderungen der "Source Node" zeitnah an das Zweitsystem, "Target Node" genannt.
Im Dialogfenster kann der Administrator unter "Current Status" jederzeit sehen, in welchem Modus sich die SoftNAS-Installation aktuell befindet. Über das "Action"-Menü besteht zudem die Möglichkeit, die Replikation anzuhalten, sofort durchzuführen, die Synchronisierung der Knoten zu erzwingen und mit "Takeover" und "Giveback" die Rolle des "Primary"- Knotens umzustellen. Das alles funktioniert in unserem Test ohne Probleme, auch nachträglich angelegte Volumes fügen sich nahtlos in den Replikationsmechanismus ein. Eine Aktualisierung des zweiten Knotens, zunächst auf die Version 5.2.6 und anschließend auf 5.2.7, gelang problemlos, jedoch muss in der Update-Phase der Administrator die Replikation deaktivieren.
Ein Klick auf die Funktion "Lift and Shift" wies die Software mit dem Hinweis ab, dass aufgrund fehlender Lizenz eine Nutzung nicht möglich sei. Dies beschreibt in der Branche gemeinhin die Möglichkeit, Daten aus dem lokalen Bereich in eine Cloudstruktur zu überführen.
Fazit
SoftNAS ist an sich eine gut durchdachte, leicht zu bedienende und flexible Speicherumgebung. Wer als Administrator sowohl in der lokalen Infrastruktur als auch in der Cloud mit derselben Technik arbeiten möchte, kann sich die Software einmal anschauen. Hier und da offenbaren sich jedoch kleinere und größere Ungereimtheiten bei der Qualität, so etwa bei der Kontoverwaltung, Lizenzeinbindung, Produktdokumentation und bei der Oberflächendarstellung.
Auch wenn es vielleicht nonchalant klingen mag: Es macht den Eindruck, dass es – trotz der rund zehn Jahre am Markt – noch unausgereifte Ecken in dem Produkt gibt, die an der Qualität insgesamt gewisse Zweifel aufkommen lassen. Updates im Storage-Bereich ohne passende Release Notes zu veröffentlichen – aus unserer Sicht ein Unding. Dennoch bietet das Produkt technisch spannende Highlights wie die Möglichkeiten der ausfalltoleranten HA-Installation, die auch vor Störungen in der VMware-Umgebung selbst schützt. Wer einfach nur einen NAS-Speicher für das LAN benötigt, greift besser zu anderen, mitunter kostenfreien Anbietern auf Debian- oder FreeBSD-Basis.
So urteilt IT-Administrator
Bewertung
Inbetriebnahme 5
Konfigurationsmöglichkeiten 6
Hybridansatz 8
Replikation 7
Dokumentation 4
Dieses Produkt eignet sich
optimal
für Unternehmen, die AWS oder Azure nutzen und eine identische Storage-Software für den lokalen Einsatz benötigen.
bedingt
für Firmen, die bereits mit anderen Cloud-Storage-Anbietern eine Speicherumgebung aufgebaut haben.
nicht
für kleine Firmen, die keine Daten in der Cloud speichern.
(dr)