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2023

05

2023-04-28T12:00:00

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TESTS

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Netzwerkmanagement

Monitoring

Pulseway

Am Puls der IT

von Christian Schulenburg

Veröffentlicht in Ausgabe 05/2023 - TESTS

Pulseway hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Überblick über die IT-Assets zu geben und diese aus der Ferne zu verwalten. Administratoren sollen von überall aus auf die Systeme zugreifen können. Das Remote-Monitoring und -Management erlaubt die Verwaltung der Geräte in einer einheitlichen Umgebung, egal ob im Unternehmen oder von unterwegs. Wir haben uns den Clouddienst angeschaut, der sich zwar vielseitig zeigte, im Test aber nicht ganz so rund lief wie erhofft.

Pulseway stammt aus Irland und wurde 2011 gegründet. Der Anbieter richtet sich mit seinem Produkt an IT-Abteilungen von Unternehmen wie auch an Managed Service Provider (MSP). Die cloudbasierten Pulseway-Dienste für Remote-Monitoring und -Management (RMM) und Professional Service Automation (PSA) überwachen die Clients sowie IT-Infrastrukturen aus der Ferne. Die Liste der Funktionen ist sehr lang: Fernsteuerung, Patchmanagement, Inventarisierung der IT-Assets, deren Überwachung, aber auch die Kontrolle von Netzwerkgeräten, die Absicherung der Endgeräte sowie eine mobile App sind enthalten. Im MSP-Bereich bietet Pulseway einen Service-Desk, ein CRM, ein Projektmanagement, eine Zeiterfassung und die Möglichkeit der Abrechnung.
Wir haben unser Hauptaugenmerk auf die Grundfunktionen des RMM-Moduls gelegt. Getestet haben wir die Cloudversion 9.1.0 build 116 release 331. Die Versionshinweise sind auf der Pulseway-Website gut nachzuvollziehen. Eine lokale Installation ist ebenfalls verfügbar, doch die Homepage schweigt sich hierzu aus.
Einfach gestartet, wenig Support
Für die Cloudnutzung von Pulseway gibt es keine besonderen Voraussetzungen, die zu erfüllen sind. Für unseren Test habe wir uns zunächst auf der Website für eine kostenlose Testversion registriert. Im Anschluss war der Zugriff nach wenigen Minuten über die URL "https://it-administrator.pulseway.com" möglich. Damit war die Umgebung bereits eingerichtet und nun ging es direkt an die Konfiguration.
Pulseway stammt aus Irland und wurde 2011 gegründet. Der Anbieter richtet sich mit seinem Produkt an IT-Abteilungen von Unternehmen wie auch an Managed Service Provider (MSP). Die cloudbasierten Pulseway-Dienste für Remote-Monitoring und -Management (RMM) und Professional Service Automation (PSA) überwachen die Clients sowie IT-Infrastrukturen aus der Ferne. Die Liste der Funktionen ist sehr lang: Fernsteuerung, Patchmanagement, Inventarisierung der IT-Assets, deren Überwachung, aber auch die Kontrolle von Netzwerkgeräten, die Absicherung der Endgeräte sowie eine mobile App sind enthalten. Im MSP-Bereich bietet Pulseway einen Service-Desk, ein CRM, ein Projektmanagement, eine Zeiterfassung und die Möglichkeit der Abrechnung.
Wir haben unser Hauptaugenmerk auf die Grundfunktionen des RMM-Moduls gelegt. Getestet haben wir die Cloudversion 9.1.0 build 116 release 331. Die Versionshinweise sind auf der Pulseway-Website gut nachzuvollziehen. Eine lokale Installation ist ebenfalls verfügbar, doch die Homepage schweigt sich hierzu aus.
Einfach gestartet, wenig Support
Für die Cloudnutzung von Pulseway gibt es keine besonderen Voraussetzungen, die zu erfüllen sind. Für unseren Test habe wir uns zunächst auf der Website für eine kostenlose Testversion registriert. Im Anschluss war der Zugriff nach wenigen Minuten über die URL "https://it-administrator.pulseway.com" möglich. Damit war die Umgebung bereits eingerichtet und nun ging es direkt an die Konfiguration.
Pulseway bietet für den Einstieg verschiedene Hilfen an. Neben elf kurzen Schulungsvideos steht ein Help Center mit kurzen Artikeln aus den verschiedenen Bereichen zur Verfügung. Die Anzahl der Beiträge ist recht überschaubar gehalten und wir mussten auch feststellen, dass viele Beschreibungen sehr kurz und teils veraltet waren. So wurde beim Schulungsvideo auf Kaspersky als Komponente verwiesen, die gar nicht mehr an Bord ist. Auch geänderte Menüführungen fanden keine Berücksichtigungen. Die Checklisten zum Onboarding bestanden ebenfalls nur aus sechs sehr allgemeinen Aufgaben. Zusammenhänge zwischen Objekten und Richtlinien wurden unzureichend beschrieben, sodass wir uns an vielen Stellen selbst auf die Suche gemacht haben.
Pulseway
Produkt
SaaS-Umgebung für Remote-Monitoring und -Management.
Hersteller
Pulseway
Preis
Die Abrechnung erfolgt nach Anzahl der überwachten Endgeräte. Der Preis für ein Gerät startet bei 1,12 Euro im Monat und die Ransomware-Detection sowie das Drittanbieter-Patchmanagement schlagen mit jeweils 20 Cent extra zu Buche.
Systemvoraussetzungen
Die Anwendung läuft in der Cloud. Überwacht werden Geräte unter Windows, macOS, Ubuntu, Debian, Red Hat Enterprise und RaspberryPi.
Technische Daten
Beim Start von Pulseway wurden wir zunächst auf das Dashboard geleitet, das wichtige Informationen zum Status der Systeme und Alarme liefert. Die Übersicht lässt sich über den Eintrag "Manage" direkt anpassen. Zur Verfügung stehen allerdings nur die drei Widgets "System Status", "Active Alerts" und "Last Alerts". Diese ließen sich jeweils mehrfach einbinden und durch die Konfiguration einer Datenquelle auf bestimmte Endgeräte beschränken. So lassen sich beispielsweise für Manager eigene Ansichten oder eigene Dashboards erstellen.
Während der Einrichtung hatten wir an der einen oder anderen Stelle Rückfragen. Der Support war uns gegenüber allerdings nicht sehr reaktiv und versprochene Rückmeldungen sind ausgeblieben. Dafür war das Sales-Team umso engagierter.
Das Navigationsmenü von Pulseway befindet sich auf der linken Seite und setzt sich zusammen aus den Bereichen "Dashboard", "Client Portal", "Systems", "Networks", "Automation", "Reporting", "Integrations", "Endpoint Protection", "Patch Management" sowie den administrativen Einträgen "Server Admin", "Account", "Billing", "Onboarding" und "Add-Ons". Das Dashboard enthält, wie bereits erwähnt, unter anderem Informationen zu Geräten und Alarmen.
Bild 1: Das Dashboard ist die erste Anlaufstelle und verschafft einen Überblick über den Status vorhandener Geräte sowie Meldungen.
Troubleshooting mit Hürden
Im Menüpunkt "Client Portal" lässt sich für Endnutzer ein eigenes Portal einrichten, über das Supporter den Nutzern bei Problemen helfen können. Es lassen sich mehrere Portale für verschiedene Gruppen einrichten und gezielt steuern, welche Lösungswege verfügbar und ob Konversationen erlaubt sind. Die Lösungswege sind sehr flexibel und können sehr frei konfiguriert werden. In den zwei vorhandenen Beispielen lassen sich die Möglichkeiten gut nachvollziehen. So sind neue Wege schnell erstellt und über Actions lassen sich individuelle Pfade definieren. Dabei sind im Rahmen des Verlaufs auch Skripte auf dem Endgerät ausführbar.
Im Fall eines Druckerproblems wollten wir zum Beispiel den Spooler neu starten und eine Testseite ausdrucken. In unserem Test auf einem verwalteten Gerät funktionierte das jedoch nicht. Ganz nachvollziehbar war es für uns auch nicht, wo das Skript hätte ausgeführt werden sollen, denn der Vorgang fand im Browser statt und es bestand keine Gerätezuordnung. Hier sehen wir den Fokus dann doch eher in der passiven Unterstützung der User.
Am Ende eines Troubleshooting ist es dann leider nicht möglich, einen Case zu erstellen, damit sich jemand zurückmeldet. Im Flow lässt sich noch eine E-Mail-Benachrichtigung konfigurieren oder eine Zusammenfassung versenden. Insgesamt zeigt sich das Portal sehr überschaubar und es stehen nur die erwähnten Lösungswege und ein Chat zur Verfügung. Eine Liste mit eigenen Incidents und Status gibt es nicht. Für Admins fehlt zudem die Möglichkeit einer zentralen Verwaltung der offenen Vorgänge, die sich mit Informationen ergänzen ließe. Im Bereich "Client Portal" sehen Admins dann noch alle Konversationen. Neue Anfragen wurden uns hier angezeigt, aber wir konnten diese weder direkt unter den zentralen Benachrichtigungen noch in der App sehen. Damit sind die Möglichkeiten das RMM-Moduls schnell ausgeschöpft, wobei die Zusammenarbeit mit dem PSA-Modul in unserer Betrachtung außen vor bleibt.
Hard- und Software im Blick
Im Bereich "Systems" schauen wir uns als Nächstes die Verwaltung der Geräte an. Das Menü gliedert sich in die Unterpunkte "All Systems", "Advanced Search", "Groups", "Roles", "Tags", "Notification", "Scopes" und "Discovery & Deployments". Bei "All Systems" wird der Bildschirm in zwei Bereiche geteilt. Links sind zunächst die verschiedenen Gerätegruppen mit den einzelnen Geräten zu sehen. Im oberen Bereich lassen sich die angezeigten Geräte nach "Scope", "Group", "Tag" und "Type" filtern. So sehen Nutzer beispielsweise schnell alle Mac-Geräte oder VIPs.
Nach dem Anklicken eines Gerätes öffnen sich rechts die sehr umfangreichen Details. Im Bereich "Overview" finden sich zunächst aktuelle Systemressourcen, wie CPU- und Speicherauslastung, aber auch aktuelle Notifications. In den Details lassen sich ausführliche Angaben zur Hardware, zu Diensten und den aktuellen Prozessen zur Ansicht bringen. Dabei sind je nach Kategorie auch Aktionen möglich. So konnten wir Dienste starten, beenden oder neu starten. In diesem Bereich lässt sich zudem das Ereignisprotokoll des Systems einsehen.
Der nächste Bereich "Manage" umfasst eine Terminal- und eine PowerShell-Konsole sowie das Remoteverwaltungstool und das Skriptcenter. Über die Terminalsitzung lassen sich auf dem entfernten Gerät direkt Kommandozeilenbefehle ausführen. IP-Adressen und die DNS-Auflösung sind so beispielsweise schnell abgefragt. Überzeugt hat uns auch die einfache Nutzung der PowerShell-Sitzung über einen Browser. Die Ergebnisse der Befehle werden direkt dort angezeigt. Hinzu kommt noch ein Remote-Tool, das eine Sitzung zum entfernten Rechner aufbaut. Als Voraussetzung muss auf dem administrativen Arbeitsplatz "Pulseway Windows Remote Control" installiert sein.
Als letzter Punkt steht noch der Eintrag "Scripts" zur Verfügung. Hier lassen sich auf den  Clients vordefinierte Skripte ausführen. Deren Konfiguration erfolgt im Menüpunkt "Automation", auf den wir noch eingehen. Pulseway bringt eine Reihe von Skripten mit, angefangen bei einfachen Befehlen wie für das Löschen des DNS-Caches oder die Zeitsynchronisierung bis hin zu umfangreicheren Skripten, um etwa den Browser-Cache zu löschen.
Der nachfolgende Punkt unter einem Client fasst den Bereich "Software" zusammen. Zunächst lässt sich der Windows-Update-Status des Clients prüfen und bei Bedarf fehlende Updates installieren. Im Punkt "Security" ist die Windows-Firewall-Einstellung ersichtlich und bei Bedarf anpassbar, wobei sich die Möglichkeiten hier auf das Aktivieren beziehungsweise Deaktivieren beschränken. Daneben lassen sich der Status zum "User Account Control" und der "Ransomware Detection" prüfen.
Die Einstellungen zur "Ransomware Detection" finden unter "Endpoint Protection" statt, auch dazu später mehr. Im Bereich "Software" finden sich unter dem Punkt "Applications" noch alle installierten Anwendungen. Diese lassen sich an dieser Stelle auch deinstallieren. Schlussendlich ist unter "Software" noch der Pulseway-Agenten-Status zu sehen. Der darüberliegende Punkt "Client" wiederum schließt mit verschiedenen "Commands" ab. So lässt sich ein Client unter anderem herunterfahren, neu starten oder in den Standby-Modus versetzen.
Zurück im Hauptmenü lassen sich in den Unterpunkten "Advanced Search" und "Groups" die vorhandenen Systeme auf unterschiedliche Weise suchen und zur Anzeige bringen. Ein Vorteil der "Groups" ist die Möglichkeit, Gruppenbefehle wie das Starten von Windows-Updates oder das Senden von Gruppennachrichten auszuführen. Unter dem Bereich "Tags" können wiederum einzelne Tags definiert werden, was eine Untergliederung der Clients ermöglicht. Tags lassen sich dabei über Automations automatisch vergeben. Im Bereich "Scope" sind Geräte durch verschiedene Filter zusammenfassbar. Zur Wahl stehen neben Eigenschaften des Clients, wie das Betriebssystem oder der Ort innerhalb der Organisation, auch eingerichtete Tags.
Der Punkt "Notifications" fasst alle Meldungen der Clients an einer Stelle zusammen. Nach dem Aufrufen einer Nachricht wird diese angezeigt und der Nutzer kann direkt zum entsprechenden Client springen. Als weitere Aktionen lassen sich die Nachricht löschen und eine E-Mail mit den Details verfassen.
Bild 2: Über den Browser lassen sich an einem Gerät direkt Befehle ausführen und das Ergebnis wird in der Sitzung angezeigt.
Agenten für Clients und Server
Während der Einrichtung der Testumgebung wurde uns direkt der Download des Clients angeboten. Auch im Onboarding-Bereich steht der Agent unter Downloads bereit genauso wie auf der Homepage selbst. Ist ein Client bereits in einem Netzwerk installiert, lässt sich dieser als Sonde nutzen, die das Netzwerk nach Geräten scannt. Auf erkannten Geräten konnten wir den Agent direkt installieren. Auch der Rollout über eine Gruppenrichtlinie oder per Kommandozeilenaufruf wird in der Dokumentation kurz angerissen.
Auf jedem Client wird der Pulseway-Manager mitinstalliert. Über diesen finden sämtliche Clientkonfigurationen statt. Die Einstellungsmöglichkeiten sind dabei sehr umfangreich. Es lässt sich einrichten, welche Kommandos auf einem Clients laufen dürfen, aber auch, welche Prozesse, Dienste oder Performance Counter zu überwachen sind. Unter den Notifications sind umfangreiche Regeln dazu möglich, wann eine Benachrichtigung erfolgen soll.
Ein eigenes Modul für Server ermöglicht ein erweitertes Monitoring von Exchange Server, SQL Server, Hyper-V, VMware, IIS und auch anderen Endgeräten. Je nach Server lassen sich dann immer verschiedene Bereiche überwachen und zentral steuern. Warteschlangen und Datenbanken sind unter dem Punkt "Exchange" bequem überwachbar. Sind die Einstellungen auf einem Client vorgenommen, können diese exportiert und auf anderen Rechnern wieder importiert werden.
Die Einstellungen sind auch über das Pulseway-Portal konfigurierbar. Hierfür steht unter dem Punkt "Server Admin" der Eintrag "Endpoint Policy" zur Verfügung. Dort lassen sich die vorhandenen Richtlinien verwalten und neue Richtlinien erstellen. Die Einstellungen des Clients finden sich dort ebenfalls wieder. Um zum Beispiel eine Diensteüberwachung zu konfigurieren, lässt sich ein Dienst manuell eintragen, alle Dienste eines Clients zur Auswahl laden oder direkt die Pulseway-Konfiguration eines Systems auslesen. Einstellungen aus einer Richtlinie überschreiben immer die lokalen Einstellungen. Bei den Settings ist direkt zu erkennen, ob diese für macOS, Linux oder Windows gelten. Welche Richtlinie auf einem Client wirkt, ist an dieser Stelle jedoch nicht ersichtlich.
Die Zuweisung erfolgt über die Organisationsstruktur. Pulseway arbeitet mit einer Hierarchie, die sich aus "Organizations", "Sites" und "Agent Groups" aufbaut. Die Konfiguration der Struktur findet dabei in der zentralen Administration im Punkt "Configuration" statt. An dieser Stelle lassen sich neue Hierarchieobjekte schnell erstellen und anpassen. An einem Objekt werden dann die verschiedenen Richtlinien zugewiesen. Dazu zählt die bereits beschriebene "Endpoint Policy", aber auch Antivirus-, Ransomware- und Patch-Management-Richtlinien.
Bild 3: Neben der einzelnen Installation lassen sich Clients auch über ein Netzwerkdiscovery verteilen.
Konfiguration mit Unklarheiten
Der Bereich der Administration unterteilt sich grundsätzlich in die bereits vorgestellten Punkte "Configuration" und "Endpoint Policies" sowie die Einträge "Teams and User", "Security", "Audit Log", "Notification" und "Settings". Im Bereich "Teams and Users" lassen sich Gruppen und Administratoren einrichten, die je nach Bedarf Vollzugriff oder Zugriff auf einzelne Module erhalten. Unter "Security" werden Einstellungen zur Zweifaktorauthentifizierung über Google Authenticator oder 1Password eingerichtet.
In unserem Test haben wir den Microsoft Authenticator erfolgreich genutzt, wobei die Einrichtung bereits während der Registrierung der Testumgebung fast von alleine stattfand. Alternativ lässt sich im eigenen Benutzerprofil ein Trusted Device mit der Mobile App nutzen. In diesem Fall wird die Freigabe über eine Push-Notification in der App eingeholt. Im Adminbereich sind sämtliche Tätigkeiten in Pulseway im "Audit Log" dokumentiert. Vorgänge im System lassen sich hier gut nachvollziehen und bei Bedarf als CSV-Datei exportieren. Wie lange die Logs aufbewahrt werden, war für uns jedoch nicht nachvollziehbar.
Im Bereich "Setting" lassen sich noch ein paar Grundkonfigurationen durchführen. So stehen als Sprachen Deutsch und Englisch zur Verfügung. Den Test haben wir in englischer Sprache durchgeführt, denn die Übersetzung war nicht ganz konsequent und in Teilen sind wir auch über automatische Übersetzungen gestolpert. Als Beispiel sei hier auf das "Vermächtnis" der Berichte verwiesen und fehlende Übersetzungen in einigen Tabellen.
Weiter haben wir in den Einstellungen die Verbindungen zu Microsoft 365 eingerichtet, sodass Benachrichtigungen auch per E-Mail versendet wurden. Zum Vorgehen gibt es eine ausführliche Beschreibung in der Dokumentation für Microsoft 365. Um das System an die eigene Corporate Identity anzupassen, lassen sich ein Logo für das Tray Icon und die Webseite hinterlegen. Leider wurden die Bilder nicht direkt in die E-Mail-Benachrichtigungen eingebunden. Hierfür lassen sich aber eigene Vorlagen in den Einstellungen nutzen und passend zuschneiden. Leider waren die Standardvorlagen nicht in Pulseway hinterlegt, sodass ein schnelles Bearbeiten möglich gewesen wäre. Auch fehlte es in der Dokumentation an einer genaueren Beschreibung, um die Vorlagen direkt anpassen zu können.
Bild 4: Die sehr umfangreiche Konfiguration kann direkt am Client über den Pulseway-Manager erfolgen. Zentrale Regeln überschreiben dabei lokale Einstellungen.
Software auf dem Laufenden halten
Pulseway scannt die gesamte Hardware und auch die installierten Anwendungen werden inventarisiert. Im Eintrag "Applications" eines Clients lassen sich die vorhandenen Applikationen zum Vorschein bringen. Dabei ist auch die genaue Versionsnummer zu sehen, während wir ein Installationsdatum vermisst haben. Wie bereits beschrieben, lässt sich an dieser Stelle als Aktion eine Anwendung direkt deinstallieren. Um eine Übersicht über alle Clients zu erhalten, bietet sich der Report "Application" an. Berichte lassen sich dabei als CSV- und PDF-Datei exportieren. Darüber hinaus können Berichte geplant und an eine E-Mail-Adresse versendet werden. Innerhalb eines Reports lässt sich der bereits beschriebene Scope nutzen, um eine bestimmte Gruppe abzufragen.
Pulseway kümmert sich ebenfalls um die Aktualität des Systems und bringt ein Patchmanagement mit. Schon in der Geräteübersicht lassen sich der Patchstatus eines Devices prüfen und fehlende Updates nachinstallieren. Um dies zentral und automatisiert nutzen zu können, gibt es im Hauptmenü den Punkt "Patch Management". Hier konnten wir Policies für die automatische Installation von Updates einrichten. Pulseway bringt automatisch mehrere Regeln mit, die nach Servern und Clients unterscheiden und jeweils Neustarts nach Updates und der Aktualisierung von Drittanbieter-Tools unterschiedlich behandeln. In einem Profil werden alle nötigen Einstellungen vorgenommen, damit ein Gerät immer auf dem neusten Stand bleibt.
Die Konfigurationsmöglichkeiten umfassen verschiedene Punkte. Im allgemeinen Teil können für Aktualisierungen des Betriebssystems und von Drittanwendungen unterschiedliche Pläne definiert werden. Unter dem Reiter "OS Rules" lassen sich Regeln festlegen, welche Updates zu installieren sind – optionale, wichtige sowie kritische. Auch über den Namen eines Updates lässt sich das Aktualisierungsverhalten steuern. Auf diesem Weg kann die Installation eines bestimmten Updates verhindert werden. Jeder Client lädt dabei die Updates direkt aus dem Internet, weshalb auch die Option "Randomize update interval" zur Verfügung steht und die Installation zeitlich betrachtet verteilt, um eine Überlastung der Internetverbindung beim Download zu vermeiden. Neben den Regeln in einer Policy lassen sich im Bereich "Patch Management" globale Regeln definieren, die Vorrang gegenüber den Regeln einer Policy haben.
Der Reiter "3rd Party Software Rules" innerhalb einer Regel kümmert sich um die Aktualisierung installierter Applikationen. Hier stehen mittlerweile 180 Applikationen bereit. Dazu zählen unter anderem 7-Zip, Adobe Reader, Adobe Flash Player, CCleaner, CutePDF Writer, Dropbox, Evernote, Google Chrome, GoToMeeting, Microsoft Teams, Mozilla Firefox ESR, VLC media player, Webex oder auch Zoom. In den Einstellungen lässt sich je Anwendung steuern, ob diese auf dem Laufenden gehalten oder deinstalliert werden soll. Sollte eine Anwendung nicht auf dem Gerät installiert sein, kann diese bei Bedarf auch nachträglich aufgespielt werden.
In unserem Test haben wir die Anwendung "KeePass" erfolgreich nachinstallieren lassen. Eigene Programme können über den Menüpunkt "Custom Titles" eingebunden werden. Die Installationsmedien selbst lassen sich leider nicht integrieren und es bedarf eines externen Links mit den Installationsparametern. Das neue Tool wird im Anschluss über die Patchmanagement-Regeln verteilt und auf dem neuesten Stand gehalten. Die Zuweisung einer Policy selbst erfolgt wieder über die Richtlinienzuweisung in der Hierarchie. Die Anzahl der Anwendungen, die aktuell gehalten werden, ist sehr umfangreich. Vermisst haben wir die Möglichkeit zu sehen, welche Richtlinie aktiv in Nutzung ist. Im Bereich "Agent Status" konnten wir aber nachvollziehen, welche Regel auf ein System wirkt und diese anstoßen. Das Ergebnis der Patchausführungen war dann im Eintrag "History" zu sehen.
Automatisierung mit Skripten
Eine weitere sehr interessante Funktion ist die Automatisierung. Der Menüpunkt gliedert sich in die Bereiche "Scripts", "Tasks", "Workflows", "Workflow History" und "Custom Fields". Pulseway bietet in seiner Skriptbibliothek mehr als 32 fertige Skripte, angefangen vom Setzen der Uhrzeit und dem Leeren des DNS-Caches bis hin zu umfangreicheren Paketen wie dem Defragmentieren der Festplatten. Mit den Skripten sollen sich Standardaufgaben automatisieren lassen, um am Ende Zeit zu sparen. Im Bereich "Scripts" lassen sich eigene Skripte bequem erstellen und verteilen. Dabei sind für Windows-Rechner PowerShell-, Batch- und VB-Skripte möglich. Linux- und macOS-Systeme unterstützen Batch-Skripte.
Wie beschrieben, können Skripte direkt auf einem Client ausgeführt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenfassung von Skripten zu einem Task und dessen Ausführung bei Bedarf auf einer größeren Anzahl von Geräten. Die Tasks sind zudem zeitgesteuert ausführbar, falls sie regelmäßig ablaufen sollen. Das Ergebnis erhält der Administrator per Benachrichtigung. Alternativ lässt sich das Resultat in der "Execution History" des Tasks einsehen.
Pulseway bietet weiter die Möglichkeit, automatisierte Workflows zu erstellen, die ausgelöst werden, wenn ein bestimmtes Ereignis auf einem überwachten System eintritt. Die ausgelöste Aktion soll das Problem möglichst automatisch beheben. In einem Flow wird zunächst ein Auslöser definiert, dies kann eine hohe CPU-Auslastung oder ein gestoppter Dienst sein. Mit Bedingungen sind verschiedene Aktionen je nach Ergebnis ausführbar. Bei den Aktionen können unter anderem Dienste oder Skripte gestartet werden. Verschiedene Bedingungen und Aktionen lassen sich dabei in Reihe schalten.
Die Möglichkeiten sind umfangreich genug, um auf die verschiedensten Situationen zu reagieren. Wann ein Workflow ausgeführt wurde, konnten wir im Menüeintrag "Workflow History" nachvollziehen. Gewünscht hätten wir uns mehr Beispiele oder Vorlagen, die gleich genutzt werden können.
Gelungene App
Zum Schluss möchten wir noch auf die Mobile App und das Dashboard-Tool hinweisen. Pulseway bietet mit der App eine sehr gelungene Verwaltung der Geräte. Das Handling entspricht dabei der Struktur der Pulseway-Website und wir haben uns schnell zurechtgefunden. Skripte lassen sich hier ebenfalls starten und der Fernzugriff auf Windows-Rechner hat in unserem Test direkt funktioniert. Auch Notifications werden direkt in der App angezeigt. Eine zentrale Chatbenachrichtigung haben wir aber vergebens gesucht.
Neben der App steht auch ein Dashboard als Erweiterung für Administratoren zur Verfügung. Dieses zeigt auf einen Blick den Status sämtlicher Geräte, inklusive einiger Eigenschaften, wie der CPU-Auslastung. Aus dem Dashboard heraus lässt sich die Konfiguration des entfernten Gerätes anzeigen und anpassen. Darüber hinaus ist ebenfalls der Remotezugriff auf das Gerät möglich. Vermisst haben wir an dieser Stelle die erweiterten Informationen zum Gerät und das Ausführen von Aktionen wie im Browser oder der App. Zumindest ein Link zum Gerät im Webbrowser wäre hilfreich.
Im Rahmen unseres Tests konnten wir nicht alle Funktionen von Pulseway unter die Lupe nehmen und so bleibt das Zusammenspiel mit Autotask, ConnectWise, Slack, IT-Glue oder dem eigenen PSA-Tool außen vor. Darüber hinaus werden in der Weboberfläche verschiedene Add-ons aus den Bereichen "Security & Infrastructure", "Backup & Data Safety", "Administration & IT Assessment" sowie "Service" angeboten. Gerade das Thema Endpoint-Backups hätten wir gerne geprüft, doch leider stand uns die Funktion innerhalb des Tests nicht zur Verfügung. Verwundert hat uns dabei, dass die Funktion in der Dokumentation überall ersichtlich ist und nirgends darauf hingewiesen wurde, dass diese erst freizuschalten ist. So waren "Ransomeware Protection" und "Endpoint Protec-tion" über Bitdefender und Webroot direkt an Bord.
Der Test der Endpoint-Protection-Funktionen verlief nicht sehr positiv. Wie die Bitdefender-Anbindung stattfindet, war für uns nicht nachzuvollziehen. Die Dokumentation wies nur auf Kaspersky hin, obwohl diese nicht mehr Bestandteil ist. Regeln für Bitdefender waren alternativ nicht zu erstellen. Für Webroot-Regeln wurden wir in ein anderes Portal umgeleitet, wo die eigentliche Verwaltung erfolgt. Die Funktionen in Pulseway sind auf ein Minimum beschränkt. Für den Ransomware-Schutz konnten wir Regeln erstellen, wie die Erkennung dabei funktioniert ist eine Blackbox, sodass uns die Lösung ebenfalls nicht überzeugt hat.
Fazit
Pulseway ist schnell eingerichtet und Endgeräte sind problemlos einzubinden. Es bietet viele Möglichkeiten, ein Device zu verwalten, und die Automatisierungsmöglichkeiten haben uns zugesagt. Vermisst haben wir gerade für IT-Abteilungen ein einfaches Ticketsystem, um Benachrichtigungen gezielt abarbeiten zu können und auch Lösungsinformationen zu hinterlegen. Die mobile App bietet eine gute Unterstützung, sodass Techniker auch von unterwegs reagieren können, falls eine Störung auftritt. Pulseway hat also viele Funktionen an Bord, doch fehlte uns an der einen oder anderen Stelle etwa mehr Funktionalität. Enttäuscht hat uns das Modul der Endpoint-Protection.
(dr)
So urteilt IT-Administrator
Bewertung
Geräteverwaltung8
Remote-Administration8
Softwareverteilung und Patching7
Automation7
Endpoint Protection2
Dieses Produkt eignet sich i
deal
in kleinen bis mittelgroßen IT-Abteilungen ohne ein entsprechendes Werkzeug.
bedingt
, wenn bereits Tools in den verschiedenen Bereichen der Fernüberwachung und -verwaltung sowie der Service Automation im Einsatz sind.
nicht für große Unternehmen mit vielen Technikern und einem eigenständigen Monitoring.