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2024

12

2024-11-28T12:00:00

Backup und Archivierung

PRAXIS

031

Proxmox

Virtualisierung

Von vSphere nach Proxmox migrieren (2)

Die Kisten packen

von Thomas Joos

Veröffentlicht in Ausgabe 12/2024 - PRAXIS

Nicht zuletzt durch den Anstieg der Lizenzpreise bei vSphere nach der Übernahme durch Broadcom steigen immer mehr Unternehmen im Bereich Virtualisierung auf Open Source um. Im ersten Teil des Workshops ging es vor allem um die Inbetriebnahme von Proxmox. Im zweiten Teil werfen wir einen Blick auf die einzelnen Migrationsschritte von ESXi zu ProxmoxVE und erklären, wie Sie virtuelle Maschinen mit einem Backup absichern.

Im ersten Teil unseres Workshops zur Migration von vSphere auf Proxmox haben wir uns zunächst mit der Installation der freien Virtualisierungsplattform beschäftigt und uns angeschaut, wie Sie dort VMs wie etwa von Windows Server 2022/2025 betreiben. Im zweiten Teil geht es nun konkret um den Umzug.
Migration von ESXi zu Proxmox
In Proxmox steht ein Assistent bereit, mit dem Sie ESXi-Server direkt an die Web-GUI von Proxmox anbinden können, um VMs zu migrieren. Nach einem Klick auf "Rechenzentrum (Datacenter) / Storage" und dem Anklicken von "Hinzufügen" sehen Sie unten im Fenster "ESXi". Dort geben Sie die Verbindung zum ESXi-Host ein. Bei "ID" tippen Sie die Bezeichnung ein, wie der ESXi-Host in der Proxmox-Umgebung erscheinen soll. Bei "Server" erfolgt die Eingabe der IP-Adresse oder des FQDN. Danach hinterlegen Sie die Anmeldeinformationen für ESXi. Die Option "Verifizierung des Zertifikats überspringen (Skip Certificate Verification)" stellt sicher, dass keine Zertifikatswarnung bei der Verbindung erscheint. Mit "Hinzufügen" (Add) verbinden Sie anschließend Proxmox mit dem ESXi-Host.
Nach der erfolgreichen Verbindung erscheint der Speicher von ESXi bei "Rechenzentrum" (Datacenter) / Storage". Unterhalb des Proxmox-Knotens auf der linken Seite ist der Speicher ebenfalls zu finden. Klicken Sie auf den ESXi-Speicher, sind in der Mitte des Fensters die einzelnen VMs des ESXi-Hosts zu sehen. Klicken Sie eine VM an, können Sie diese mit der Schaltfläche "Import" im oberen Bereich migrieren. Dazu muss die VM in ESXi ausgeschaltet sein. Der Vorgang kopiert die VM mit allen Einstellungen von ESXi zu Proxmox. Die VMs bleiben auf-seiten von ESXi alle vorhanden und lassen sich jederzeit wieder starten.
Im ersten Teil unseres Workshops zur Migration von vSphere auf Proxmox haben wir uns zunächst mit der Installation der freien Virtualisierungsplattform beschäftigt und uns angeschaut, wie Sie dort VMs wie etwa von Windows Server 2022/2025 betreiben. Im zweiten Teil geht es nun konkret um den Umzug.
Migration von ESXi zu Proxmox
In Proxmox steht ein Assistent bereit, mit dem Sie ESXi-Server direkt an die Web-GUI von Proxmox anbinden können, um VMs zu migrieren. Nach einem Klick auf "Rechenzentrum (Datacenter) / Storage" und dem Anklicken von "Hinzufügen" sehen Sie unten im Fenster "ESXi". Dort geben Sie die Verbindung zum ESXi-Host ein. Bei "ID" tippen Sie die Bezeichnung ein, wie der ESXi-Host in der Proxmox-Umgebung erscheinen soll. Bei "Server" erfolgt die Eingabe der IP-Adresse oder des FQDN. Danach hinterlegen Sie die Anmeldeinformationen für ESXi. Die Option "Verifizierung des Zertifikats überspringen (Skip Certificate Verification)" stellt sicher, dass keine Zertifikatswarnung bei der Verbindung erscheint. Mit "Hinzufügen" (Add) verbinden Sie anschließend Proxmox mit dem ESXi-Host.
Nach der erfolgreichen Verbindung erscheint der Speicher von ESXi bei "Rechenzentrum" (Datacenter) / Storage". Unterhalb des Proxmox-Knotens auf der linken Seite ist der Speicher ebenfalls zu finden. Klicken Sie auf den ESXi-Speicher, sind in der Mitte des Fensters die einzelnen VMs des ESXi-Hosts zu sehen. Klicken Sie eine VM an, können Sie diese mit der Schaltfläche "Import" im oberen Bereich migrieren. Dazu muss die VM in ESXi ausgeschaltet sein. Der Vorgang kopiert die VM mit allen Einstellungen von ESXi zu Proxmox. Die VMs bleiben auf-seiten von ESXi alle vorhanden und lassen sich jederzeit wieder starten.
Im Rahmen der Migration geben Sie eine neue ID für die VM auf dem Proxmox-Server an. Es steht an dieser Stelle die Option "Live Import" zur Verfügung, aber diese Option startet die VMs nach dem Import nur. Es ist derzeit noch nicht möglich, VMs im laufenden Betrieb zu migrieren. Auf der Seite "Advanced" passen Sie die Einstellungen der virtuellen Hardware der VM an. Hier sind die Datenträger, CD/DVD-Laufwerke und Netzwerkschnittstellen zu sehen. Einzelne Laufwerke lassen sich von der Migration ausnehmen. Bei "Storage" konfigurieren Sie, wo in Proxmox die Dateien der VM gespeichert werden sollen. Auf der letzten Seite erscheint eine Zusammenfassung und Sie können anschließend die VM importieren. Der Status ist im Fenster zu sehen.
Schließen Sie das Migrationsfenster versehentlich, lässt sich der Status nach einem Doppelklick auf den Task im unteren Bereich wieder öffnen. Daher ist es auch unproblematisch, mehrere Migrationen parallel durchzuführen. Nach dem Umzug taucht die VM in Proxmox auf, doch ein sofortiger Start ist nicht sinnvoll. Besser ist es, zunächst die Einstellungen zu überprüfen und anzupassen. Danach booten Sie die VM. Da diese aber die gleichen Einstellungen nutzt wie die Quell-VM, sollten Sie im Vorfeld die Quell-VM ausschalten und die neue VM erst testen.
Migrationsmöglichkeiten für Xen, Hyper-V und mit Qemu
Alternativ können Sie Clonezilla oder VMware vCenter Converter für die Migration nutzen. Bei Xen ist es möglich, die VMs als OCF zu exportieren und in Proxmox wieder als OCF zu importieren. Nach dem Export lassen sich VM-Images über die Weboberfläche von Proxmox oder mit qm importdisk importieren. Dieser Befehl in Proxmox ist ein Werkzeug, um Festplatten-Images in die Proxmox-Umgebung zu importieren und diese einer bestimmten virtuellen Maschine zuzuordnen, etwa mit
qm importdisk 100 diskimage.qcow2 local-lvm
In diesem Beispiel steht ”100” für die VM-ID, unter der die Disk in Proxmox registriert ist, "diskimage.qcow2" ist der Dateiname des Abbilds und "local-lvm" bezeichnet den Speicherort, an dem das Image abgelegt werden soll. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist das Importieren einer Festplattendatei aus einem Backup, das außerhalb von Proxmox erzeugt wurde:
qm importdisk 101 backupimage.vmdk local
Wollen Sie von Hyper-V zu Proxmox wechseln, können Sie das Tool QEMU-Img nutzen. Zunächst konvertieren Sie die virtuellen Festplattendateien von Hyper-V in ein von Proxmox unterstütztes Format, zum Beispiel QCOW2:
qemu-img convert -f vhdx -O qcow2 original.vhdx converted.qcow2
Nach der erfolgreichen Konvertierung übertragen Sie die QCOW2-Images auf den Proxmox-Server und binden diese als virtuelle Laufwerke für die neu erstellten VMs ein.
Bild 1: Bei der Migration virtueller Maschinen von ESXi zu Proxmox stehen zahlreiche erweiterte Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung.
VMs hochverfügbar betreiben
Betreiben Sie mehrere Proxmox-Hosts, können Sie diese zu einem Cluster zusammenfassen. Dies ist auch mit der kostenlosen Version von Proxmox möglich. Sie können den Cluster bereits mit dem ersten Knoten anlegen und später weitere Knoten hinzufügen. Klicken Sie dazu im Bereich "Datacenter" auf den Knoten und wählen Sie "Shell". Um den Cluster zu erstellen, tippen Sie folgenden Befehl ein:
pvecm create <Name des Clusters>
Mit pvme status lassen Sie sich in der Shell anzeigen, ob das Erzeugen funktioniert hat. Wenn Sie einen weiteren Proxmox-Knoten installiert haben, lässt sich dieser dem Cluster hinzufügen. Dazu verbinden Sie sich in der Shell des ersten Knotens per SSH, mit dem zweiten via ssh <IP-Adresse des zweiten Knotens>.  Wenn die Verbindung funktioniert, fügen Sie den Knoten zum Cluster hinzu: pvecm add <IP-Adresse des ersten Knotens>.  
Auf diese Weise fügen Sie jederzeit weitere Knoten hinzu. Alle Knoten verwalten Sie über das Webinterface von allen angeschlossenen Proxmox-Servern aus. Mit pvecm status überprüfen Sie jederzeit, ob die Clusterknoten korrekt arbeiten.
Im Webinterface finden Sie unter "Datacenter" den Cluster und darunter die einzelnen Clusterknoten. Weitere Informationen sehen Sie unter "Cluster", wenn Sie auf "Datacenter <Clustername>" klicken. Hier können Sie auch in der Weboberfläche Knoten zum Cluster hinzufügen oder neue Cluster anlegen.
iSCSI-Target hinzufügen
Um VMs hochverfügbar betreiben zu können, ist es wichtig, dass die Clusterknoten auf einen gemeinsamen Datenspeicher zugreifen können. Dazu fügen Sie zum Beispiel einen iSCSI-Speicher hinzu und konfigurieren ihn als Shared Storage für den Cluster. Dies geschieht im Webinterface über "Rechenzentrum" und die Auswahl "Storage / Hinzufügen / iSCSI". Im Fenster geben Sie die ID an, unter welcher der Shared Storage im Cluster erscheinen soll, sowie den FQDN oder die IP-Adresse des iSCSI-Zielservers. Das Target wird automatisch ausgefüllt, wenn Proxmox eine Verbindung zum iSCSI-Server hergestellt hat. Nach dem Hinzufügen muss der Speicher in der Spalte "Shared" auf "Yes" stehen.
Um VMs hochverfügbar zu betreiben, legen Sie diese in einer HA-Gruppe an. Diese Gruppen erstellen Sie zuvor unter "Datacenter / HA / Groups / Create". Erzeugen Sie mit "Create VM" eine neue VM und wählen Sie den Shared Data Store aus, in dem Sie die VM schaffen wollen. Im Anschluss klicken Sie auf "Datacenter" und wählen "HA". Über "Add" bei "Resources" wählen Sie die VM aus, die Sie hochverfügbar betreiben wollen. Fällt ein Proxmox-Knoten aus, übernimmt der zweite Knoten die Bereitstellung der VMs, für die Sie auf dem ersten Knoten die Hochverfügbarkeit entsprechend konfiguriert haben. Über den Button "Migrieren" oben rechts verschieben Sie VMs im laufenden Betrieb auf einen anderen Clusterknoten.
VMs sichern
Mit dem "Proxmox Backup Server" [1] stellen die Entwickler von Proxmox VE ein eigenes Backuptool zur Verfügung. Die Software ist kostenlos, Support gibt es aber nur bei Lizenzierung. Die Preise beginnen bei 520 Euro pro Jahr für die Community-Edition und enden bei 4160 Euro/Jahr für die Premium-Edition. Die Verwaltung der Backups erfolgt über ein Webinterface, das dem von Proxmox entspricht.
Die Installation von Proxmox Backup Server (PBS) nehmen Sie über eine ISO-Datei vor. Startet ein Gerät von einem Bootmedium, auf dem sich die Installationsdateien befinden, zeigt der Assistent zunächst die Startoberfläche an. Durch Auswahl von "Install Proxmox Backup Server (Graphical)" beginnt das Setup. Dies entspricht weitgehend der Installation von Proxmox VE. Standardmäßig verwendet PBS das Dateisystem ext4, über "Options" können Sie das Dateisystem aber anpassen. Die URL für den Zugriff auf das Webinterface von PBS ist nach der Installation in der Konsole zu sehen.
Unter "Storage / Disks" konfigurieren Sie die Datenträger des Servers, die für das Backup zum Einsatz kommen sollen. Über "ZFS / Create ZFS" erstellen Sie hier zum Beispiel einen Datenträgerverbund auf Basis von ZFS. Unter "Disks" finden Sie alle Datenträger, die im Server installiert sind und auf die Daten gesichert werden können. In der Shell des Servers können Sie die Installation testen und auch gleich die Performance messen, mit der PBS Daten lesen und schreiben kann. Dies geschieht mit dem Befehl
proxmox-backup-client benchmark
Um VMs und Container mit Proxmox Backup Server sichern zu können, müssen Sie zunächst eine Verbindung zwischen Proxmox VE und PBS herstellen. Klicken Sie dazu im Webinterface von Proxmox auf "Datacenter" und anschließend auf "Storage". Über "Add / Proxmox Backup Server" erfolgt die Konfiguration der Verbindung von PBS zu Proxmox. Bei "General" tragen Sie unter "ID" die Bezeichnung der Verbindung ein, wie sie in Proxmox erscheinen soll. Bei "Server" geben Sie den Servernamen oder die IP-Adresse von PBS ein. Bei "Username" tippen Sie "root@pam" und bei "Password" das Passwort des Root-Benutzers von PBS ein. Unter "Datastore" hinterlegen Sie den Namen des Datastores auf Proxmox Backup Server, den Sie für die Datensicherung verwenden möchten. Für die Verbindung benötigen Sie den Fingerprint von PBS. Diesen finden Sie im Webinterface des Backupservers unter "Dashboard / Show Fingerprint".
Unter "Backup Retention" legen Sie fest, wie lange PBS die Backups aufbewahren soll, bevor diese automatisch gelöscht werden. Standardmäßig ist die Option "Keep all backups" eingestellt, das heißt, es findet keine automatische Löschung statt. Unter "Encryption" konfigurieren Sie die Verschlüsselung der Backups. Standardmäßig ist diese deaktiviert. Nach erfolgreicher Verbindung finden Sie im Webinterface von Proxmox VE unter "Storage" die erstellte Verbindung. An dieser Stelle können Sie weitere PBS anbinden, um die Daten von VMs auf mehreren Servern zu sichern.
Bild 2: Auch das Anlegen und Verwalten eines Clusters lässt sich über die GUI erledigen.
Backupjobs anlegen
Die Sicherung von VMs konfigurieren Sie nicht direkt im PBS, sondern über den Menüpunkt "Backup" in Proxmox VE, der für VMs und Container zur Verfügung steht. Hier finden Sie die konfigurierten Datenspeicher des PBS. Mit "Backup now" starten Sie eine manuelle Sicherung. Laufende Backups sehen Sie in der Weboberfläche von PBS unter dem Menüpunkt "Tasks". Erfolgreich durchgeführte Backups liegen unter "Backup". In der ausführlichen Dokumentation sind die umfangreichen Möglichkeiten aufgelistet [2], die PBS noch bietet.
Natürlich können Sie auch automatisierte Backupjobs von VMs und Containern einrichten. Die Einstellungen dazu erreichen Sie über "Datacenter / Backup". Mit "Add" legen Sie hier neue Jobs an. Im Fenster erfolgt unter "General" die Auswahl des Knotens, des Speichers und der Benachrichtigungen. Unter "Schedule" steuern Sie, wann Proxmox die VMs und Container sichern soll. Die weiteren Optionen unter "Advanced" sind optional. Mit "Create" erzeugen Sie den Backupjob und starten ihn mit "Run now" manuell.
Auf PBS werden unter "Datastore" im jeweiligen Datastore unter "Content" die Inhalte der verschiedenen Sicherungen angezeigt. Weitere Proxmox Backup Server können Sie unter "Remotes" im Bereich "Configuration" hinzufügen. So lassen sich mehrere Backupserver kaskadieren und zentral verwalten.
Fazit
Nachdem es im ersten Workshop-Teil darum ging, Proxmox in Betrieb zu nehmen, haben wir nun einen Blick auf die einzelnen Migrationsschritte von ESXi geworfen. Vergessen Sie im Anschluss nicht, VMs mit einem Backup abzusichern.
(ln)
Link-Codes
[2] Dokumentation zu Proxmox Backup Server: https://pbs.proxmox.com/docs/