»Klare Prozesse und definierte Rollen sind von entscheidender Bedeutung«
Redaktion IT-Administrator
Veröffentlicht in Ausgabe 01/2025 - AKTUELL
Noch immer fristet die Automatisierung in vielen KMU ein Schattendasein in Form einzelner PowerShell- oder Logon-Skripte. Ein durchgehendes Konzept diesbezüglich fehlt oft. In unserem Gespräch mit Anand Rajaram, VP of Product bei GoTo, zeigt sich, dass eine weitgehende Automatisierung trotz des initialen Aufwands auch in kleinen und mittleren Organisationen die IT erheblich entlastet.
IT-Administrator: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Vorteile der Automatisierung und wo lauern die Herausforderungen für IT-Teams in KMU?
Anand Rajaram:Die Automatisierung bringt viele Vorteile für KMU mit sich – besonders die Effizienz steigt dadurch. Dank der Verlagerung sich wiederholender und zeitaufwendiger Aufgaben hin zu strategischen Initiativen, wird das Unternehmenswachstum gefördert. Die Automatisierung verringert darüber hinaus das Risiko menschlicher Fehler und stellt sicher, dass IT-Verantwortliche wiederkehrende Aufgaben konsistent und korrekt ausführen. Dies führt zu einer höheren Zuverlässigkeit der IT-Dienste und einer größeren Zufriedenheit der Endbenutzer. Ein wichtiger Vorteil ist auch die Kosteneinsparung. Obwohl Tools zur Automatisierung eine anfängliche Investition darstellen, lassen sich die Betriebskosten langfristig senken. Denn Prozesse werden rationalisiert und es sind weniger manuelle Eingriffe erforderlich. Zudem verbessert die Automatisierung die Skalierbarkeit, sodass IT-Systeme eine höhere Ar- beitslast ohne eine entsprechende Aufstockung der Ressourcen bewältigen können. Es gibt jedoch auch Herausforderungen für KMU. Begrenzte Budgets können es erschweren, in Automatisierungstools und -technologien zu investieren. Möglicherweise fehlt es den KMU auch an internem Fachwissen, um die Automatisierung effektiv umzusetzen und zu verwalten. Die Integration in bestehende Altsysteme kann ebenfalls komplex sein. Hinzu kommt der Faktor Mensch – der Widerstand gegen Veränderungen kann die Einführung behindern. Oft fürchten Mitarbeitende um ihren Arbeitsplatz oder zögern, neue Prozesse zu übernehmen.
Gibt es Ihrer Meinung nach tief hängende Früchte in Bezug auf die Automatisierung, die auch kleine IT-Teams zügig umsetzen können?
IT-Administrator: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Vorteile der Automatisierung und wo lauern die Herausforderungen für IT-Teams in KMU?
Anand Rajaram:Die Automatisierung bringt viele Vorteile für KMU mit sich – besonders die Effizienz steigt dadurch. Dank der Verlagerung sich wiederholender und zeitaufwendiger Aufgaben hin zu strategischen Initiativen, wird das Unternehmenswachstum gefördert. Die Automatisierung verringert darüber hinaus das Risiko menschlicher Fehler und stellt sicher, dass IT-Verantwortliche wiederkehrende Aufgaben konsistent und korrekt ausführen. Dies führt zu einer höheren Zuverlässigkeit der IT-Dienste und einer größeren Zufriedenheit der Endbenutzer. Ein wichtiger Vorteil ist auch die Kosteneinsparung. Obwohl Tools zur Automatisierung eine anfängliche Investition darstellen, lassen sich die Betriebskosten langfristig senken. Denn Prozesse werden rationalisiert und es sind weniger manuelle Eingriffe erforderlich. Zudem verbessert die Automatisierung die Skalierbarkeit, sodass IT-Systeme eine höhere Ar- beitslast ohne eine entsprechende Aufstockung der Ressourcen bewältigen können. Es gibt jedoch auch Herausforderungen für KMU. Begrenzte Budgets können es erschweren, in Automatisierungstools und -technologien zu investieren. Möglicherweise fehlt es den KMU auch an internem Fachwissen, um die Automatisierung effektiv umzusetzen und zu verwalten. Die Integration in bestehende Altsysteme kann ebenfalls komplex sein. Hinzu kommt der Faktor Mensch – der Widerstand gegen Veränderungen kann die Einführung behindern. Oft fürchten Mitarbeitende um ihren Arbeitsplatz oder zögern, neue Prozesse zu übernehmen.
Gibt es Ihrer Meinung nach tief hängende Früchte in Bezug auf die Automatisierung, die auch kleine IT-Teams zügig umsetzen können?
Es gibt mehrere Bereiche, in denen sie die Automatisierung mit minimalen Investitionen und sofortigem Nutzen umsetzen können. Einer der einfachsten ist die Automatisierung von Routineaufgaben bei der Wartung – beispielsweise Softwareupdates und Patchmanagement. Systeme auf dem neuesten Stand zu halten, ist entscheidend für deren Sicherheit und Leistung. Diese Prozesse zu automatisieren, spart Zeit und verringert das Risiko von Sicherheitslücken. Ein weiterer Bereich ist die Verwaltung von Benutzerkonten, denn durch automatische Bereitstellung und Aufhebung von Benutzerkonten lassen sich die Prozesse für das On- und Offboarding rationalisieren. Mitarbeitende erhalten unter Einhaltung der Sicherheitsprotokolle rechtzeitig Zugriff auf die benötigten Ressourcen. Auch synchron automatisierte Datensicherungen sind ein einfacher Schritt. Zudem sind regelmäßige Backups für die Datenintegrität und die Notfallwiederherstellung unerlässlich. Die Automatisierung unterstützt hier zuverlässig, sodass keine manuellen Kontrollen notwendig sind. Diese "easy wins" verbessern nicht nur die Effizienz, sondern bilden auch die Grundlage für weitergehende Maßnahmen zur Automatisierung in der Zukunft.
Welche Voraussetzungen in Sachen Hard- und Software muss eine IT-Infrastruktur für eine erfolgreiche Automatisierung erfüllen?
Für eine erfolgreiche 360-Grad-Automatisierung muss eine IT-Infrastruktur standardisiert und gut vernetzt sein. So stellen Unternehmen sicher, dass die entsprechenden Skripte oder Tools über verschiedene Systeme hinweg konsistent interagieren können. Dazu gehört auch der Einsatz einheitlicher Betriebssysteme, Softwareversionen und Konfigurationen – sofern möglich. Die Zuverlässigkeit des Netzwerks ist eine weitere Voraussetzung, um Aufgaben über mehrere Systeme hinweg auszuführen. Jede Instabilität kann automatisierte Prozesse unterbrechen. Schließlich sollte die Umgebung auch die notwendigen Schnittstellen und APIs unterstützen. Dies kann die Aktualisierung von Altsystemen oder die Integration von Middleware erfordern, um die Kommunikation zwischen verschiedenen Komponenten zu erleichtern.
»Wichtig für die Automatisierung ist es, die aktuelle IT-Landschaft zu verstehen«
Welche Schritte sind vor einem Automatisierungsprojekt im Hinblick auf die IT-Bestandsaufnahme erforderlich?
Bevor IT-Manager in die Automatisierung einsteigen, sollten sie unbedingt eine umfassende IT-Inventur durchführen. Dies beinhaltet verschiedene Schritte. Zuerst geht es um die Bestandsaufnahme: Mit passenden Tools das Netzwerk scannen, um alle Geräte, Server, Anwendungen und Dienste im Unternehmen zu identifizieren. Danach kommt die Dokumentation. Jedes Gerät sollte katalogisiert und Konfigurationen, installierte Software, Versionen und alle Anpassungen erfasst werden. So entsteht ein klares Bild der aktuellen Infrastruktur. Im Anschluss muss ein sogenanntes Prozess-Mapping erfolgen, um bestehende Arbeitsabläufe und Prozesse zu dokumentieren. Das bildet die Grundlage für weitere Überlegungen: Wie werden die Aufgaben derzeit ausgeführt? Wer ist dafür verantwortlich? Und wo bestehen Engpässe oder Ineffizienzen? Sobald dieser Schritt durchgeführt ist, gilt es, die Konformität und Sicherheit zu überprüfen. Alle Prozesse müssen den Compliance-Standards entsprechen. Zudem sollten etwaige Sicherheitslücken identifiziert und vor der Automatisierung geschlossen werden.
Welche Schritte muss eine IT-Abteilung unternehmen, um für die Automatisierung über eine Handvoll Skripte hinaus gerüstet zu sein?
Die Skalierung der Automatisierung über einfache Skripte hinaus erfordert die Festlegung klarer Ziele, die Auswahl der richtigen Tools, Investitionen in die Schulung und Fortbildung des IT-Teams sowie die Überprüfung vorhandener Fähigkeiten. Am besten ist es, mit kleinen Pilotprojekten zu beginnen und den Ansatz zu verfeinern. Anschließend kann die IT-Abteilung diesen dann auf größere Projekte ausweiten. Und um die Automatisierung messbar zu machen, bedarf es sowohl technologischer als auch organisatorischer Überlegungen. Es bietet sich an, Automatisierungstools zu wählen, die auf Skalierbarkeit ausgelegt sind. Das bedeutet, dass sie eine höhere Arbeitslast bewältigen, sich in neue Systeme integrieren lassen und zusätzliche Funktionen unterstützen, ohne dass sie komplett neu aufgesetzt werden müssen. Die Verwendung von modularem, kohärentem und wiederverwendbarem Code oder Skripten kann die Ausweitung von Automatisierungsmaßnahmen erleichtern. Organisatorisch sind klare Prozesse und definierte Rollen von entscheidender Bedeutung. Für eine reibungslose Integration und Instandhaltung ist das Zuweisen von Verantwortlichkeiten für die Pflege und Aktualisierung von Automatisierungsabläufen erforderlich. Das Governance-Modell, das regelmäßige Überprüfungen und Audits vorsieht, ist hier ideal.
Welche Rolle spielt die IT-Sicherheit bei der Automatisierung? Gibt es typische Schwachstellen, die IT-Verantwortliche oft übersehen, oder bewährte Verfahren, die berücksichtigt werden müssen?
IT-Sicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Automatisierungsinitiative. Die Prozesse erfordern häufig erhöhte Berechtigungen. Sind sie nicht ordnungsgemäß abgesichert, können sie Angriffspunkte für Cyberattacken darstellen. Dabei gibt es häufige Schwachstellen wie unsicher gespeicherte Anmeldeinformationen. Das Festcodieren von Passwörtern oder deren Speichern im Klartext in Skripten kann zu deren Diebstahl führen. Auch übermäßige Berechtigungen können zu einem Problem werden. Wenn Automatisierungstools mehr Zugriff als nötig erhalten, erhöht sich das Risiko einer Kompromittierung. Ebenso erweisen sich fehlende Prüfpfade als riskant, denn ohne ordnungsgemäße Protokollierung können bösartige Aktivitäten unentdeckt bleiben. Um diese Risiken zu reduzieren, empfiehlt sich beispielsweise eine Zero-Trust-Architektur. Dabei wird auch bei Automatisierungstools der Ansatz "Traue nie, überprüfe alles" verfolgt. Eine weitere Maßnahme ist die Umsetzung des Prinzips der geringsten Privilegien. Hier verfügen Automatisierungswerkzeuge nur über die Berechtigungen, die sie für die Ausführung ihrer Aufgaben benötigen. Auch das sichere Verwalten von Anmeldeinformationen hilft beim Schutz sensibler Informationen. Idealerweise werden dabei verschlüsselte Tresore oder sichere Berechtigungsspeicher genutzt. Wichtig sind zudem regelmäßige Sicherheitsprüfungen für Automatisierungsprozesse, um Schwachstellen zu erkennen und zu beheben. Alles sollte umfassend protokolliert und überwacht werden. Nur so kann auf Anomalien wirklich effektiv reagiert werden. Alle Sicherheitspatches müssen stets auf dem neuesten Stand sein. Das gilt für alle Automatisierungstools und die zugrunde liegenden Systeme.
Gibt es immer noch Skepsis gegenüber der Automatisierung, weil IT-Fachleute befürchten, dass sie nicht mehr gebraucht werden? Für wie realistisch halten Sie diese Angst?
Ja, diese Skepsis gibt es manchmal. Sie beruht auf der Befürchtung, dass die Automatisierung bestimmte IT-Rollen überflüssig machen könnte. Die Angst ist jedoch unbegründet. Die Automatisierung verlagert nur den Schwerpunkt der IT-Fachkräfte und macht sie nicht überflüssig. Dank der Automatisierung von Routineaufgaben kann das IT-Personal mehr Zeit für Aufgaben verwenden, die menschliches Verständnis erfordern – beispielsweise strategische Projekte, Innovationen und die Lösung komplexer Probleme. Das kann zu einer höheren Arbeitszufriedenheit führen, denn banale, zeitaufwendige Aufgaben entfallen. Um Automatisierungsinitiativen zu entwerfen, zu implementieren und zu warten, erfordern diese Projekte zudem qualifiziertes Personal. Die Nachfrage nach IT-Fachwissen ist weiterhin groß, insbesondere in Bereichen wie Cybersicherheit, Datenanalyse und Systemintegration. Letzten Endes ist die Automatisierung auch nur ein weiteres Werkzeug, das die menschlichen Fähigkeiten ergänzt. Wenn IT-Fachleute also mit der Automatisierung umzugehen lernen, können sie ihr eigenes Know-how als wertvolles Kapital positionieren. Und das hilft Unternehmen dabei, Effizienz und Innovation voranzutreiben.
Wenn Sie als neu eingestellter Verwaltungsangestellter in ein KMU kämen – das noch nicht in nennenswertem Umfang automatisiert hat – was wären ihre ersten drei Schritte?
Als neuer Administrator in diesem Szenario würde ich zuerst eine Bewertung der Umgebung durchführen. Wichtig ist es dabei, die aktuelle IT-Landschaft zu verstehen und die Systeme, Prozesse und Probleme zu überprüfen. Dazu gehören auch Gespräche mit Teammitgliedern, um sich wiederholende Aufgaben zu ermitteln, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Im nächsten Schritt geht es darum, die Möglichkeiten für die Automatisierung zu identifizieren und zu priorisieren. Dafür würde ich auf Grundlage meiner vorherigen Bewertung eine Liste potenzieller Automatisierungsprojekte erstellen und sie nach Auswirkungen sowie Durchführbarkeit priorisieren. Schnelle Erfolge können die Dynamik erhöhen und den Beteiligten den Wert der Automatisierung demonstrieren. Als letzten Schritt würde ich ein Pilotprojekt entwickeln und eine Aufgabe mit hoher Auswirkung und geringer Komplexität auswählen. Die Implementierung eines Pilotprojekts hilft bei den ersten Gehversuchen. So lässt sich aus den Erfahrungen lernen und der Ansatz verfeinern, bevor er ausgeweitet wird.