ADMIN

2025

04

2025-03-29T12:00:00

Collaboration

PRAXIS

056

Security-Tipp

Sicherheit

Netzwerkinfrastruktur

Monitoring

Mit Netdata die IT-Infrastruktur überwachen

Server-EKG

von Dr. Matthias Wübbeling

Veröffentlicht in Ausgabe 04/2025 - PRAXIS

Für Admins ist ein guter Überblick über den Zustand eines Servers oder einer Workstation elementar. Viele kleine Tools unter Linux oder Windows erlauben die Abfrage und Darstellung einzelner Parameter, um Probleme in Konfiguration und Auslastung zu erkennen. Damit auch Sie Ihre Systeme im Blick behalten und Anomalien schnell erkennen können, stellt Ihnen der Security-Tipp in dieser Ausgabe mit Netdata ein recht umfassendes, aber einfach zu benutzendes Dashboard vor.

Mit Netdata erhalten Sie nach Aussage der Entwickler ein schlankes, leicht verständliches Open-Source-Tool [1], das Ihnen sofortige Einblicke in die Performance Ihrer Systeme ermöglicht. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie Netdata mit Docker ohne große Umstände in Ihre Infrastruktur integrieren, welche Vorteile Sie damit auch gegenüber anderen Monitoring-Werkzeugen erhalten und ob die Ankündigungen der Entwickler stichhaltig sind.
Echtzeit-Monitoring mit Netdata
Netdata ist darauf ausgelegt, Echtzeitdaten mit minimalem Overhead bereitzustellen. Das bedeutet, Sie erhalten damit schnelle Einblicke in die relevanten Leistungsparameter Ihrer Systeme. Netdata sammelt im Hintergrund die grundlegenden Daten im Sekundentakt und bietet eine ansprechende visuelle Darstellung mit einer modernen Weboberfläche. Ohne große manuelle Aufwände erkennt Netdata vorhandene Systemkomponenten wie Prozessoren, Festplatten oder Netzwerkinterfaces und beginnt direkt nach dem Start mit dem Monitoring.
Obwohl die Berechnungen unterschiedlicher Analysen durchgeführt werden, ist der Betrieb im Hintergrund eines ordentlich ausgelasteten Servers ohne störende Seiteneffekte möglich. Auch wenn wir für ein erstes Kennenlernen des Dashboards Docker verwenden, müssen Sie dies in einem ausgereifteren Einsatzszenario nicht zwingend als Grundlage verwenden, sondern können Netdata auch direkt auf dem System installieren. Entsprechende Installationsskripte sowie vorgefertigte Binärinstallationen stellen die Entwickler bereit.
Mit Netdata erhalten Sie nach Aussage der Entwickler ein schlankes, leicht verständliches Open-Source-Tool [1], das Ihnen sofortige Einblicke in die Performance Ihrer Systeme ermöglicht. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie Netdata mit Docker ohne große Umstände in Ihre Infrastruktur integrieren, welche Vorteile Sie damit auch gegenüber anderen Monitoring-Werkzeugen erhalten und ob die Ankündigungen der Entwickler stichhaltig sind.
Echtzeit-Monitoring mit Netdata
Netdata ist darauf ausgelegt, Echtzeitdaten mit minimalem Overhead bereitzustellen. Das bedeutet, Sie erhalten damit schnelle Einblicke in die relevanten Leistungsparameter Ihrer Systeme. Netdata sammelt im Hintergrund die grundlegenden Daten im Sekundentakt und bietet eine ansprechende visuelle Darstellung mit einer modernen Weboberfläche. Ohne große manuelle Aufwände erkennt Netdata vorhandene Systemkomponenten wie Prozessoren, Festplatten oder Netzwerkinterfaces und beginnt direkt nach dem Start mit dem Monitoring.
Obwohl die Berechnungen unterschiedlicher Analysen durchgeführt werden, ist der Betrieb im Hintergrund eines ordentlich ausgelasteten Servers ohne störende Seiteneffekte möglich. Auch wenn wir für ein erstes Kennenlernen des Dashboards Docker verwenden, müssen Sie dies in einem ausgereifteren Einsatzszenario nicht zwingend als Grundlage verwenden, sondern können Netdata auch direkt auf dem System installieren. Entsprechende Installationsskripte sowie vorgefertigte Binärinstallationen stellen die Entwickler bereit.
Netdata ist natürlich in Hinblick auf die kommerzielle Version durchaus für größere Infrastrukturen gedacht, Sie können es aber auch in Ihrem kleinen Heimnetz betreiben und damit Profile der dort vorhandenen Geräte erstellen und wertvolle Einblicke in die Ressourcennutzung erhalten.
Open Source oder in die Cloud
Die quelloffene Version von Netdata bietet bereits umfangreiche Funktionen für das Echtzeit-Monitoring und eine grundsätzlich ansprechende Dashboard-Oberfläche. Natürlich gibt es einige Einschränkungen im Vergleich zur kostenpflichtigen Variante. Während in beiden Versionen die wichtigsten Systemmetriken überwacht werden können, bietet die kostenpflichtige Version zusätzliche Features wie eine langfristige Datenspeicherung, zentrale Verwaltung mehrerer Netdata-Instanzen sowie erweiterte Alarme und Benachrichtigungen.
Die Cloudintegration [2] ist in der kostenlosen Version im Grunde nicht sinnvoll verfügbar. Wer Netdata auf mehreren Servern betreiben oder Daten langfristig analysieren möchte, sollte daher erwägen, ob sich ein Upgrade auf die kostenpflichtige Variante lohnt. Für kleine Einsatzszenarien und schnelle Einblicke in die Systemzustände einzelner Systeme reicht die Open-Source-Version vollkommen aus.
Wie in anderen Security-Tipps probieren wir Netdata erst einmal in einem einfach zu startenden Docker-Container. Dann können Sie direkt testen, ob es Ihren Ansprüchen genügt und in Ihrem Sinne nutzbar ist. Obwohl wir uns bei diesem Beispiel an Linux-Systeme halten, finden Sie auf der Releases-Webseite des Github-Repositories für Windows-Systeme auch eine MSI-Datei. Wir bleiben für das Beispiel weiterhin bei Linux und Docker, daher erstellen Sie nun zunächst eine Datei für Compose mit dem Namen "docker-compose.yml" und fügen dort die Inhalte aus Listing 1 ein.
Listing: docker-compose.yml
services:
  netdata:
     image: netdata/netdata
     container_name: netdata
   pid: host
   network_mode: host
   restart: unless-stopped
   cap_add:
      - SYS_PTRACE
      - SYS_ADMIN
   volumes:
      - ./netdataconfig:/etc/netdata
      - ./netdatalib:/var/lib/netdata
      - ./netdatacache:/var/cache/netdata
      - /:/host/root:ro
      - /etc/passwd:/host/etc/passwd:ro
      - /etc/group:/host/etc/group:ro
      - /etc/localtime:/etc/localtime:ro
      - /proc:/host/proc:ro
      - /sys:/host/sys:ro
      - /etc/os-release:/host/etc/os-release:ro
      - /var/log:/host/var/log:ro
      - /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock:ro
Starten Sie anschließend den Container mit docker compose up -d und öffnen Sie in Ihrem Webbrowser die URL "http://localhost:19999". Auf der ersten Seite ist bereits die Information einsehbar, die Netdata über Ihren Server oder Ihre Workstation gefunden hat. Im rechten Bereich der Seite fordert Sie Netdata zum Login auf. Möchten Sie zunächst nur einen Überblick erhalten, können Sie rechts unten die anonyme Benutzung auswählen. Ein Login, dieser ist auch mit Google-, Github-Account oder SSO Ihres Unternehmens möglich, erlaubt Ihnen unmittelbar nach dem Anmelden die Verbindung mehrerer Nodes in einem Dashboard (Netdata kennt hier zum Management der Nodes das Konzept unterschiedlicher Spaces und Räume), auch wenn die Software erst einmal nur lokal und ohne Verbindung in die Cloud läuft.
Die meisten Informationen zu Ihrem System in einem Überblick erhalten Sie mit einem Klick auf "Metrics". Dort sind neben einem Überblick alle Komponenten und Plug-ins aufgeführt und Sie können durch die generierten Graphen scrollen. Im rechten Bereich wählen Sie über den aufklappbaren Baum direkt unter "Network" etwa die Traffic-Informationen Ihrer Netzwerkverbindungen oder unter "Processes" die aktuell laufenden Apps Ihrer Nodes.
Wenn Sie Ihr Dashboard direkt anpassen oder umstellen wollen, bietet Ihnen Netdata ein Grid-Layout. Die einzelnen Kacheln lassen sich damit in Breite und Höhe beliebig verändern und an Ihre Bedürfnisse anpassen. Bewegen Sie Ihre Maus in die Nähe des Kopfbereichs einer Kachel, öffnet sich eine Optionsleiste. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum genutzten Plug-in, Sie können aber auch die Darstellung der Diagramme oder die Settings der Kachel ändern.
Mit einem Klick auf die kleine Glocke können Sie die Alarmeinstellungen für das Plug-in setzen und so bei Anomalien im Monitoring proaktiv über eine App oder per E-Mail informiert werden. Die Netdata Mobile App verbinden Sie komfortabel mit einem QR-Code aus dem Webinterface. Mittels Integrations lassen sich hier weitere Backends wie Teams, Discord, Splunk oder Telegram für Benachrichtigungen konfigurieren.
Über das User-Management laden Sie schnell weitere Kollegen in Ihr Team ein und erweitern damit den Kreis der involvierten Personen. Praktisch: Es lassen sich direkt Personen aus dem Einkauf mit der Rolle "Billing" einladen, die sich um Abonnements und Bezahlung kümmern können – und auch zukünftig ohne Ihr Zutun entsprechende Informationen direkt erhalten.
Das Dashboard liefert einen schnellen Überblick eines lokalen Systems.
Nodes verbinden
Natürlich benötigen Sie für einen umfassenden professionellen Einsatz die Übersicht der Werte mehrerer Nodes und wollen diese in einem oder mehreren Dashboards und Plug-ins miteinander verbinden. Wenn Sie bisher kein Konto bei Netdata besitzen, erhalten Sie nach dem Login 14 Tage Zugriff auf alle Business-Funktionen. Genug Zeit, um Netdata als Werkzeug und das Monitoring in der Cloud auszuprobieren. Wenn Sie vorhandene Nodes mit Ihrem Konto verknüpfen möchten, bittet Sie die Anwendung, einen Code auf Ihrem Gerät zu erzeugen. Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine eindeutige ID Ihres Sensors. Für eine laufende Instanz, die Sie mit Compose gestartet haben, können Sie diese mit dem folgenden Befehl auslesen:
docker compose exec netdata cat /var/lib/netdata/netdata_random_ session_id
Bei nativen Installationen führen Sie einfach nur das cat-Kommando aus. Nach der Eingabe der ID wird der Node zu Ihrem Konto hinzugefügt und die Monitoringdaten fortan in der Netdata-Cloud aggregiert. Eine eigene, selbstgehostete Cloudvariante von Netdata ist leider nicht verfügbar. Nachdem Sie die verschiedenen Nodes angebunden haben, präsentiert Ihr Dashboard als Begrüßung eine entsprechende Statusübersicht.
Fazit
Netdata bietet einen leichten Einstieg in die Echtzeitüberwachung Ihrer IT-Systeme. Im Vergleich zu anderen Tools wie Prometheus oder Zabbix überzeugt Netdata durch seine sofortige Einsatzbereitschaft und automatische Erkennung von Systemkomponenten. Für komplexere Langzeitanalysen eignen sich die anderen Produkte mitunter aber besser. Der Security-Tipp hat erste Schritte mit Netdata aufgezeigt, die Sie sowohl für Einzelserver, Container-Umgebungen und kleinere bis mittlere IT-Infrastrukturen ausbauen können. Dank der Docker-Integration und fertiger Binaries für unterschiedliche Betriebssysteme haben Sie schnell die Systeme Ihrer Infrastruktur angebunden.
(dr)
Link-Codes
[1] Netdata auf Github: https://github.com/netdata/netdata
[2] Netdata-Cloudversion: https://www.netdata.cloud/