ADMIN

2025

05

2025-04-29T12:00:00

Künstliche Intelligenz

TESTS

014

Künstliche Intelligenz

KI

Linux-Shell

Ayonik Admin Companion

Stets zu Diensten

von Dr. Christian Knermann

Veröffentlicht in Ausgabe 05/2025 - TESTS

Mit Admin Companion hat der Hersteller Ayonik einen Assistenten speziell für die Administration von Linux entwickelt, der unter der Haube die KI von OpenAI verwendet. Admins können so direkt über die Konsole in natürlicher Sprache mit der Shell ihres Linux-Systems und dem Assistenten interagieren. Im Test erwies sich die KI für Admins als wertvolle Hilfe.

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) erobern unaufhaltsam den Alltag. Ein prominentes Beispiel ist das US-Unternehmen OpenAI mit seinem Chatbot ChatGPT, der Texte wie auch Bilder verarbeitet und generiert. In der Folge haben Assistenten mit ähnlichem Funktionsumfang rasant Einzug in Betriebssysteme, Office- sowie Grafikanwendungen gehalten. Technikaffinen Nutzern helfen die Assistenten, da sie längst nicht nur Prosa verfassen, sondern auch Programmier- und Skriptsprachen beherrschen. So erfreuen sich Programmierer daran, dass sich KI-Copiloten direkt in integrierte Entwicklungsumgebungen (Integrated Development Environment, IDE) sowie Quelltext-Editoren einklinken. Derart spezialisierte Assistenten fokussieren vor allem auf die Unterstützung von Softwareentwicklern beim Generieren und Debuggen von Code.
Davon profitieren auch Systemadministratoren, die Kommandos oder Skripte zur Verwaltung und Wartung ihrer Server auf der Kommandozeile benötigen. Doch unterstützen herkömmliche KI-Helfer nur mittelbar, indem Admins eine Frage stellen und ein einzelnes Kommando, Skript oder Teile davon als Antwort erhalten. Diese übertragen sie dann manuell auf ein Zielsystem, um dort zu testen und nach Bedarf der KI weitere Fragen zur Verfeinerung oder Problemlösung zu stellen. Hier setzt nun das Essener Unternehmen Ayonik an.
Ayonik Admin Companion
Produkt
KI-Assistent für die Linux-Shell.
Hersteller
Ayonik GmbH
Preis
Der Hersteller bietet drei Pläne an, die monatliche Token bereitstellen: S umfasst ungefähr 5 Millionen Input-Token oder 1,3 Millionen Output-Token im Modell o3-mini für 10 Euro. Der Plan M bietet etwa 33,3 Millionen Input-Token oder 7,6 Millionen Output-Token für 50 Euro und Plan L liefert rund 83,3 Millionen Input-Token oder 18,1 Millionen Output-Token für 100 Euro.
Systemvoraussetzungen
Debian 10, 11 und 12 (AMD64 und ARM64); Ubuntu 18.04 bis 23.04 (AMD64 und ARM64), Raspberry Pi OS auf Raspberry Pi 3 und höher (ARM64); RHEL ab 8 und Fedora ab 37 aufwärts (AMD64).
Technische Daten
Spezielle KI für die Linux-Shell
Ayonik, eigentlich im Bereich des Projektmanagements zu Hause, hat sich auf die Suche nach Anwendungsfällen für KI begeben und im Bereich der Systemadministration ein bisher kaum bestelltes Feld gefunden. Und so hat Ayonik das Tool Admin Companion (AC) speziell für den Bedarf von Linux-Admins entwickelt. AC nutzt mit o3-mini das für schnelle Antworten und präzise Schlussfolgerungen optimierte Sprachmodell OpenAI, um die Verwaltung und Wartung von Linux-Systemen zu erleichtern. Optional ist auch das multimodale KI-Sprachmodell GPT-4o verfügbar, ebenfalls aus dem Hause OpenAI.
Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) erobern unaufhaltsam den Alltag. Ein prominentes Beispiel ist das US-Unternehmen OpenAI mit seinem Chatbot ChatGPT, der Texte wie auch Bilder verarbeitet und generiert. In der Folge haben Assistenten mit ähnlichem Funktionsumfang rasant Einzug in Betriebssysteme, Office- sowie Grafikanwendungen gehalten. Technikaffinen Nutzern helfen die Assistenten, da sie längst nicht nur Prosa verfassen, sondern auch Programmier- und Skriptsprachen beherrschen. So erfreuen sich Programmierer daran, dass sich KI-Copiloten direkt in integrierte Entwicklungsumgebungen (Integrated Development Environment, IDE) sowie Quelltext-Editoren einklinken. Derart spezialisierte Assistenten fokussieren vor allem auf die Unterstützung von Softwareentwicklern beim Generieren und Debuggen von Code.
Davon profitieren auch Systemadministratoren, die Kommandos oder Skripte zur Verwaltung und Wartung ihrer Server auf der Kommandozeile benötigen. Doch unterstützen herkömmliche KI-Helfer nur mittelbar, indem Admins eine Frage stellen und ein einzelnes Kommando, Skript oder Teile davon als Antwort erhalten. Diese übertragen sie dann manuell auf ein Zielsystem, um dort zu testen und nach Bedarf der KI weitere Fragen zur Verfeinerung oder Problemlösung zu stellen. Hier setzt nun das Essener Unternehmen Ayonik an.
Ayonik Admin Companion
Produkt
KI-Assistent für die Linux-Shell.
Hersteller
Ayonik GmbH
Preis
Der Hersteller bietet drei Pläne an, die monatliche Token bereitstellen: S umfasst ungefähr 5 Millionen Input-Token oder 1,3 Millionen Output-Token im Modell o3-mini für 10 Euro. Der Plan M bietet etwa 33,3 Millionen Input-Token oder 7,6 Millionen Output-Token für 50 Euro und Plan L liefert rund 83,3 Millionen Input-Token oder 18,1 Millionen Output-Token für 100 Euro.
Systemvoraussetzungen
Debian 10, 11 und 12 (AMD64 und ARM64); Ubuntu 18.04 bis 23.04 (AMD64 und ARM64), Raspberry Pi OS auf Raspberry Pi 3 und höher (ARM64); RHEL ab 8 und Fedora ab 37 aufwärts (AMD64).
Technische Daten
Spezielle KI für die Linux-Shell
Ayonik, eigentlich im Bereich des Projektmanagements zu Hause, hat sich auf die Suche nach Anwendungsfällen für KI begeben und im Bereich der Systemadministration ein bisher kaum bestelltes Feld gefunden. Und so hat Ayonik das Tool Admin Companion (AC) speziell für den Bedarf von Linux-Admins entwickelt. AC nutzt mit o3-mini das für schnelle Antworten und präzise Schlussfolgerungen optimierte Sprachmodell OpenAI, um die Verwaltung und Wartung von Linux-Systemen zu erleichtern. Optional ist auch das multimodale KI-Sprachmodell GPT-4o verfügbar, ebenfalls aus dem Hause OpenAI.
Mithilfe des Assistenten können Admins direkt per Shell in natürlicher Sprache mit ihrem System kommunizieren, Vorschläge für Kommandos erfragen und diese auch direkt ausführen. So hilft AC etwa bei der Analyse von Logdateien, dem Überprüfen von Systemkonfigurationen und dem Beheben von Fehlern. Der Assistent greift Admins auch beim Erstellen komplexer Shell-Skripte unter die Arme. Durch die Eingabe von Anforderungen in natürlicher Sprache generiert AC passende Skripte. Um unbeabsichtigte Änderungen am System zu verhindern, stellt der Assistent als zusätzliche Sicherheitsebene jeder ausgeführten Aktion eine Bestätigung durch den Administrator voran.
Im Dialog mit einer KI stellt ein Token die kleinste Einheit der Informationsverarbeitung dar, mit der ein Large Language Model (LLM) wie OpenAI GPT-4o arbeitet. Das LLM verwendet Token, um die Länge und Komplexität von Anfragen und Antworten zu messen. Die Anzahl der Token beeinflusst, wie viel Text das LLM verarbeiten und generieren kann. Ein Token kann ein Wort, ein Teil eines Wortes oder auch ein einzelnes Satzzeichen sein. Bei der Konversation mit AC entsprechen 1000 Token etwa 750 Wörtern.
Der Hersteller bietet mehrere Installationspakete zum Download an. Hier fanden wir passende Pakete für die Distribution Debian ab Version 10 aufwärts sowohl für x64-Prozessoren (AMD64) als auch für die ARM-Architektur (ARM64). AC unterstützt ebenso die entsprechenden Versionen des auf Debian aufbauenden Raspberry Pi OS, der technischen Basis des Kleinstcomputers Raspberry Pi geschuldet nur für ARM-Prozessoren. Auch das mit Debian verwandte Ubuntu unterstützt Ayonik auf x64- sowie ARM-Prozessoren. In die verwandten Distributionen Fedora und RedHat Enterprise Linux (RHEL) integriert sich AC nur auf der AMD64-Plattform.
Genaue Abrechnung nach Token
Admin Companion nutzt die Anzahl der Token, um die Kosten und die maximale Länge der Anfragen zu bestimmen. Dabei ergibt sich die Anzahl aus einer Grundlast von etwa 400 bis 600 Token pro Anfrage, einem optionalen Thema zum Fokussieren des Dialogs, expliziten Fragen und den Antworten des Assistenten sowie dem jüngsten Gesprächsverlauf, der als Kurzzeitgedächtnis des Assistenten verstanden werden kann. Darauf und auf Möglichkeiten zum sparsamen Umgang mit Token kommen wir gleich zurück.
Ayonik offeriert nach Registrierung für einen Monat eine kostenfreie Trial-Phase mit einem anfänglichen Guthaben von zehn Euro, das dem kleinsten verfügbaren Plan entspricht. Im Rahmen der Testphase gehen Benutzer keinerlei Verpflichtung ein. Der Anbieter verlangt bei der Registrierung keine Zahlungsinformationen und lässt die Testphase auch nicht per automatischer Verlängerung in ein zahlungspflichtiges Modell übergehen.
Möchte ein Benutzer verlängern, bietet der Hersteller ein einfaches Preismodell mit drei verschiedenen Plänen. Unabhängig von der gewählten Lizenz darf ein registrierter Nutzer die Software auf beliebig vielen Linux-Systemen gleichzeitig installieren und nutzen. Grenzen setzt lediglich die enthaltene Anzahl an Token, aus denen die Anfragen an den Assistenten bestehen.
Sind die monatlichen Token verbraucht, können Nutzer in einen höheren Plan wechseln oder alternativ die Funktion "Automatic refill" aktivieren, um bei Bedarf mehr Token zum gleichen Einheitspreis des gewählten Tarifs zu beziehen. Nicht verbrauchtes Guthaben des monatlichen Grundbetrags verfällt zum Monatsende, per "Automatic refill" dazugebuchte Beträge bleiben dauerhaft erhalten. Im Rahmen unseres Tests haben wir uns auf der Webseite des Tools für die kostenfreie Testphase registriert. Der Hersteller hat uns für diesen Artikel zudem über den üblichen Umfang der Trial-Phase hinaus kostenfrei weiteres Budget zur Verfügung gestellt.
Sicherheit transparent und mit Eigenverantwortung
Der lokal installierte Client benötigt eine HTTPS-Verbindung auf dem üblichen TCP-Port 443 zum API-Endpunkt unter "api.admin-companion.ai". Firewalls müssen einem Client folglich gestatten, POST-Anfragen an den Endpunkt zu senden und Antworten von dort zu erhalten. Im Backend leitet der Assistent benutzerdefinierte Anfragen weiter an das API von OpenAI für KI-generierte Antworten sowie die Suchmaschine des Anbieters Brave für Websuchen. Darauf weist Ayonik in den Nutzungsbedingungen transparent hin, ebenso darauf, dass die Daten ausdrücklich nicht für das Training des Sprachmodells verwendet werden.
Trotzdem sollten Admins im Sinne des Datenschutzes darauf achten, welche Informationen sie mit dem KI-Assistenten in der Cloud teilen. Ayonik vergleicht AC mit einem Helfer, der vor der Konsole sitzt und noch nichts über das jeweilige System weiß. Stellt der Admin also eine Frage zu einer konkreten Konfigurationsdatei oder Meldung in einem Protokoll, muss der lokale Client diese erst einlesen und an den Assistenten übermitteln. Das Ausführen von Kommandos verknüpft der Client mit der Sicherheitsebene einer expliziten Bestätigung, sodass der Admin jedem Befehl ausdrücklich zustimmen muss (Bild 1).
Bild 1: Der lokale Client bittet grundsätzlich bei jedem Shell-Kommando um Erlaubnis, bevor er es ausführt. (Quelle: Ayonik)
Alles im Blick mit dem Dashboard
Nach einem einfachen Registrierungsvorgang konnten wir uns mit E-Mail-Adresse und Passwort am Webportal anmelden. Dort präsentierte sich uns zunächst das Dashboard, das im Rahmen der Trial-Phase zuoberst die Schritte zum funktionsfähigen Assistenten auflistet – die Konfiguration mindestens eines API-Schlüssels, Download und Installation sowie bei Gefallen zu guter Letzt die Entscheidung für einen der drei monatlichen Pläne.
Darunter stellt das Dashboard in mehreren Kacheln Daten zur Nutzung des Assistenten übersichtlich dar. So konnten wir hier unser verbleibendes Guthaben, die Anzahl der am letzten Nutzungstag gestellten Anfragen sowie die damit verbundenen Kosten einsehen. Darunter visualisiert das Dashboard zudem Anfragen und Kosten in Balkendiagrammen für den aktuellen Monat und das letzte halbe Jahr. Noch detailliertere Informationen lieferte uns der Bereich "Requests" im vertikalen Menü zur Linken. Dort listet das Portal alle Anfragen mit Zeitstempel, Anzahl eingehender und ausgehender Token sowie den damit verbundenen Kosten auf (Bild 2).
Bild 2: Das webbasierte Dashboard informiert über das verbleibende Guthaben und die Kosten einer jeden Anfrage.
Unter dem Menüpunkt "API Keys" generierten wir einen ersten Schlüssel zum Zugriff auf das API. Es handelt sich hierbei um einen String, den ein oder mehrere Clients sowie die Gegenstelle des Assistenten in der Cloud als Shared Secret verwenden. Das Portal zeigt einen Schlüssel nur einmalig an und weist entsprechend darauf hin, dass der Schlüssel sicher zu verwahren und geheim zu halten ist. Jeder Portalnutzer kann bis zu zehn separate API-Schlüssel anlegen, mit einem individuellen Namen versehen, bei Bedarf temporär deaktivieren und wieder reaktivieren oder auch dauerhaft löschen.
Der Bereich "My Profile" erlaubt, die persönlichen Informationen anzupassen, auf Wunsch auch einen Unternehmensnamen und eine Umsatzsteuer-ID zu hinterlegen sowie das Passwort zu ändern. Unter "Account / Balance" konnten wir bei den kostenpflichtigen Subskriptionen die letzten Transaktionen einsehen. Hier fanden wir auch die angesprochene Option "Automatic refill", die bei Bedarf das Guthaben automatisch wieder auffüllt, falls der monatliche Grundbetrag zur Neige geht.
Schließlich informierte uns "My Subscription" über die verbleibende Laufzeit unserer Testphase und bot uns die drei monatlichen Pläne zur Auswahl an. Zu guter Letzt fanden wir im Bereich "Downloads" die Pakete für die verschiedenen Linux-Distributionen sowie Anweisungen zur Installation und Konfiguration.
Einfache Inbetriebnahme und Konfiguration
Wir hatten einen Server unter Debian 12 vorbereitet und mit allen aktuellen Updates versorgt. Auf diesem System folgten wir nun den Anweisungen zur Installation von AC, die optional auch eine Prüfung des vom Hersteller per GnuPG signierten Pakets vorsehen. Dazu installierten wir das entsprechende Werkzeug und luden dann die Signatur sowie das für unser System passende Paket herunter. Nachdem GnuPG die Signatur für gut befunden hatte, installierten wir den Assistenten.
Die Setuproutine konfiguriert standardmäßig den symbolischen Link "ai" für einen möglichst einfachen Aufruf des Assistenten, weist aber darauf hin, dass dies nur funktioniert, sofern dieser Name nicht bereits von einem anderen Befehl belegt ist. Im nächsten Schritt konnten wir unseren API-Schlüssel übergeben. Mittels sudo dpkg-reconfigure admin-companion  oder direktem Editieren der Datei "/etc/admin-companion/admin-companion.cfg" erlaubt der Assistent aber auch nachträgliche Änderungen des API-Keys.
Die Konfigurationsdatei bestimmt weiterhin mit dem Parameter "MAX_REQUEST_TOKENS" die maximale Größe von Anfragen in Token. Da AC abseits eines gezielt gesetzten Themas Informationen nicht dauerhaft speichert und auch nicht zum Anlernen der KI verwendet, greift der Assistent bei jeder neuen Frage auf den aktuellen Gesprächsverlauf zurück. Somit wächst die Anzahl an Token pro Anfrage mit jedem Dialogschritt bis zum definierten Maximum, bevor der Assistent die ältesten Inhalte des Dialogs wieder vergisst. Je höher der Wert, desto größer der Kontext, den der Assistent versteht, desto höher aber auch die Kosten pro Anfrage.
Administration wie mit Expertenhilfe
Mithilfe des Symlinks "ai", gefolgt von beliebigem Text, traten wir nun direkt per Linux-Shell mit dem Assistenten in Dialog. Mit der ersten Frage ai Are you there?  prüften wir, ob der Client funktioniert und Verbindung zum API besteht. AC meldete sich darauf einsatzbereit und wir konnten sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch in natürlicher Sprache mit ihm kommunizieren. Wir folgten den Empfehlungen des Herstellers, möglichst kurze und präzise Anfragen zu formulieren. Für umfangreicheren Input rät Ayonik dazu, den Symlink "ai" ohne weitere Parameter aufzurufen. So öffnet der Client eine Sitzung für längere Anfragen, die erst die Tastenkombination STRG+D oder STRG+Z abschließt und ausführt.
Wir wollten nun praxisnahe Aufgaben mithilfe von AC erledigen und baten den Assistenten etwa, uns bei der Installation von Docker zur Hand zu gehen: ai Could you please help me to install docker and docker-compose on this system?  Bei komplexen Aufgaben, die nach mehreren Kommandos verlangen, formuliert AC auf einfach verständliche Weise ein Vorgehen mit allen notwendigen Schritten und bittet anschließend darum, das erste Kommando ausführen zu dürfen. Dies mündete in einen Dialog, in dessen Folge uns der Assistent die Ergebnisse jedes Schritts anzeigte und im Detail erläuterte, um dann die Erlaubnis für das nächste Kommando einzuholen.
Auf diese Weise führte uns AC zunächst durch die grundlegende Inbetriebnahme der Laufzeitumgebung für Container. Wir wünschten uns im weiteren Verlauf auch Unterstützung beim Aufsetzen weiterer Container, etwa einer Instanz von WordPress mitsamt Datenbank hinter dem Reverse-Proxy Traefik und dem Managementwerkzeug Portainer zur Administration der Umgebung.
Im ersten Anlauf wies AC ausdrücklich darauf hin, dass wir beim Einrichten von WordPress und MySQL sichere Passwörter verwenden sollten. Bei einigen Probeläufen mit ähnlicher Aufgabenstellung schlug der Assistent lediglich Kommandos mit Platzhaltern vor, ohne auf Sicherheitsaspekte einzugehen. Sobald wir ausdrücklich danach fragten, wählte der Client einen validen Lösungsweg, der zu einer sicheren Konfiguration führte, wie in Bild 3 zu sehen.
Bild 3: Bei komplexeren Fragen schlägt Admin Companion ein Vorgehen vor und assistiert dann bei allen nötigen Befehlen.
Sparsamer Umgang mit Token
Im Webportal konnten wir derweil verfolgen, wie unser Guthaben abnahm. Da der Client auch bei kurzen Fragen immer den kompletten Gesprächsverlauf bis zur maximalen Anzahl an Token einbezieht, umfasste in einem längeren Dialog jede einzelne Anfrage ungefähr dieses Maximum. Zum sparsamen Umgang mit Token bietet der Client mehrere Möglichkeiten. So konnten wir bei wechselnden Aufgabenstellungen ohne inhaltlichen Zusammenhang zwischen zwei Fragen mithilfe von ai -c  den Gesprächsverlauf und damit das Kurzzeitgedächtnis des Assistenten zurücksetzen.
Alternativ zur pauschalen Anpassung des Maximums in der Konfigurationsdatei legt ai -s <Anzahl> <Frage>  temporär eine bestimmte Anzahl an Token nur für eine Frage fest. Weiterhin konfiguriert ai -t <Thema> ein bestimmtes Thema bis auf Widerruf dauerhaft, sodass der Assistent es auch in einem längeren Dialog nicht vergisst und somit nicht den Fokus verliert.
Fazit
Die unmittelbare Integration von Ayonik Admin Companion in die Linux-Konsole erwies sich in der Praxis schnell als unschätzbare Hilfe, die zeitweise vergessen machte, dass nur ein Sprachmodell und kein Mensch die Tipps zur Administration liefert. Der Assistent erläutert jeden Arbeitsschritt im Detail, ebenso Aufbau und Funktion von Konfigurationsdateien oder Fehlermeldungen. Falls ein vorgeschlagenes Kommando im ersten Anlauf nicht erfolgreich ist, schlägt der Assistent selbsttätig Wege zur Lösung vor.
Admin Companion präsentiert sich mit den Plänen und dem flexiblen Abrechnungsmodell nach Token als nützlicher Sparringspartner auch für weniger versierte Linux-Admins. Grundsätzlich gilt aber, dass die KI mit ihrer praktischen Hilfe nur unterstützen und eigenständiges Denken nicht ersetzen kann. So sollten Admins wie bei jeder KI gesunde Skepsis sowie grundlegendes Verständnis mitbringen und Kommandos prüfen, bevor sie die Ausführung gestatten.
(jp)
So urteilt IT-Administrator
Unterstützte Distributionen
7
Sicherheit
7
Webportal und Dashboard
6
Shell-Integration
10
Abrechnung nach Token
8
Die Details unserer Testmethodik finden Sie unter https://www.it-administrator.de/testmethodik/