Zwei Wochen null Kontakt nach Hause. Kein Telefon, keine E-Mails, kein World Wide Web, keine Kurznachrichten. Gibt's doch gar nicht, sagen Sie? Da haben Sie, Stand jetzt, wahrscheinlich recht. Mitte der Achtziger, ich war damals etwa zehn Jahre alt, war genau das zumindest im Urlaub ganz normal. Wir fuhren in den Pfingstferien nach Italien, und spätestens, wenn nach dem Brenner kein Deutsch mehr gesprochen wurde, fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. Wir waren absolut unerreichbar. Was daheim so passierte, erfuhr man höchstens aus einer vier Tage alten Süddeutschen – wenn es denn eine zu kaufen gab.
Als junger Mann in den Neunzigern war mir Europa nicht mehr weit genug und ich reiste mit Freunden nach Afrika. Wir stiegen in den Flieger und waren ohne Verbindung einfach weg von der Bildfläche. Als wir 1998 für drei Wochen quer durch Kenia fuhren, legte al-Qaida die US-Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salaam in Schutt und Asche. Viele Menschen starben, das Militär war auf den Straßen. Wir gaben von einer Telefonzelle in einem Postamt daheim Bescheid, dass mit uns alles in Ordnung war. Bei einem weiteren Abenteuer in Uganda verfuhren wir uns in einer dünn besiedelten Hügelregion an der Grenze zum Kongo, das Benzin wurde knapp. Es ging alles gut, ein Handy wäre hier im Notfall aber durchaus hilfreich gewesen.
Trotz aller Funkstille und der damit verbundenen Risiken war ich in Italien und in Ostafrika vor allem eins: glücklich. Rückblickend schätze ich das Privileg immens, für eine gewisse Zeit einfach abgetaucht gewesen zu sein. Heute lässt sich jeder Grundschüler über die Smartwatch tracken, die meisten Menschen schreiben Dutzende von Kurznachrichten pro Tag, wichtige und unwichtige News landen in Echtzeit auf unseren Telefonen. Klar, ich könnte das Smartphone auch einfach mal liegen lassen und "off the beaten track" in den rumänischen Karpaten wandern gehen. Völlig ohne digitale Helfer zu reisen, zu leben, zu arbeiten, wird jedoch immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich.
Zwei Wochen null Kontakt nach Hause. Kein Telefon, keine E-Mails, kein World Wide Web, keine Kurznachrichten. Gibt's doch gar nicht, sagen Sie? Da haben Sie, Stand jetzt, wahrscheinlich recht. Mitte der Achtziger, ich war damals etwa zehn Jahre alt, war genau das zumindest im Urlaub ganz normal. Wir fuhren in den Pfingstferien nach Italien, und spätestens, wenn nach dem Brenner kein Deutsch mehr gesprochen wurde, fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. Wir waren absolut unerreichbar. Was daheim so passierte, erfuhr man höchstens aus einer vier Tage alten Süddeutschen – wenn es denn eine zu kaufen gab.
Als junger Mann in den Neunzigern war mir Europa nicht mehr weit genug und ich reiste mit Freunden nach Afrika. Wir stiegen in den Flieger und waren ohne Verbindung einfach weg von der Bildfläche. Als wir 1998 für drei Wochen quer durch Kenia fuhren, legte al-Qaida die US-Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salaam in Schutt und Asche. Viele Menschen starben, das Militär war auf den Straßen. Wir gaben von einer Telefonzelle in einem Postamt daheim Bescheid, dass mit uns alles in Ordnung war. Bei einem weiteren Abenteuer in Uganda verfuhren wir uns in einer dünn besiedelten Hügelregion an der Grenze zum Kongo, das Benzin wurde knapp. Es ging alles gut, ein Handy wäre hier im Notfall aber durchaus hilfreich gewesen.
Trotz aller Funkstille und der damit verbundenen Risiken war ich in Italien und in Ostafrika vor allem eins: glücklich. Rückblickend schätze ich das Privileg immens, für eine gewisse Zeit einfach abgetaucht gewesen zu sein. Heute lässt sich jeder Grundschüler über die Smartwatch tracken, die meisten Menschen schreiben Dutzende von Kurznachrichten pro Tag, wichtige und unwichtige News landen in Echtzeit auf unseren Telefonen. Klar, ich könnte das Smartphone auch einfach mal liegen lassen und "off the beaten track" in den rumänischen Karpaten wandern gehen. Völlig ohne digitale Helfer zu reisen, zu leben, zu arbeiten, wird jedoch immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich.
Niemand kann und will die Uhr zurückdrehen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach wichtig, stets genau hinzuschauen, welche Vorteile uns eine Technologie verschafft und was sie uns nicht geben kann, ja vielleicht sogar nimmt. Das ist nicht nur im privaten Umfeld so, sondern auch in der IT, wo gefühlt jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. IT-Entscheider müssen genau evaluieren, welche Entwicklungen ihrer Firma einen Vorteil bieten und welche hauptsächlich zusätzlichen Aufwand bedeuten. Dabei versuchen wir Ihnen auch mit diesem Heft wieder zu helfen.