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2025

07

2025-06-29T12:00:00

Hybrid Cloud

TESTS

014

Virtualisierung

Terminalserver

Virtuellen Desktops

Parallels Remote Application Server 20

Knotenpunkt Hybrid

von Dr. Christian Knermann

Veröffentlicht in Ausgabe 07/2025 - TESTS

Mit dem Remote Application Server bietet Parallels ein flexibles Werkzeug zur Bereitstellung von Anwendungen und Desktops auf Basis von Windows an. Der Hersteller legt dabei besonderen Fokus auf die Integration hybrider Infrastrukturen, die sowohl lokale als auch cloudbasierte Workloads umfassen. IT-Administrator hat sich angesehen, was die Software in der Praxis leistet und war vor allem von der breiten Plattformunterstützung und dem konsistenten Management sehr angetan.

Desktopvirtualisierung verfolgt typischerweise zwei Ansätze, entweder einzeln oder in Kombination: Neben traditionelle Terminalserver, von Redmond auch als Remote Desktop Session Hosts (RDSH) bezeichnet, tritt eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Letztere stellt Anwendern zentral gehostete Instanzen des Client-Betriebssystems Windows 10 oder 11 dediziert zur Verfügung, während sich bei RDSH mehrere Anwender ein Serverbetriebssystem teilen. Ein Sonderfall ist die Multisession-Variante des Client-Betriebssystems, die Microsoft exklusiv mit der hauseigenen VDI-Plattform Azure Virtual Desktop (AVD) anbietet – dazu später mehr.
Microsoft legt den Schwerpunkt hierbei vor allem auf das eigene Ökosystem. Neben RDSH und Hyper-V für den lokalen Betrieb im eigenen Rechenzentrum treten in hybriden Szenarien AVD und die neueren Cloud-PCs mit Windows 365 an. Weiterhin hat Redmond auch native Clients für Windows und macOS im Programm, unterstützt darüber hinaus aber nur wenige Thin Clients auf Linux-Basis offiziell. Erst Drittanbieter sorgen für eine breitere Unterstützung verschiedener Hypervisoren, Clouddienste sowie Client-Systeme. Hier kommt nun Parallels mit dem Remote Application Server (RAS) ins Spiel.
Parallels Remote Application Server 20
Produkt
Software zum Management von Terminalservern und virtuellen Desktops.
Hersteller
Parallels
Preis
Der Preis für ein Jahresabonnement beträgt 138 Euro pro gleichzeitigem Benutzer. Das Minimum sind 15 User.
Systemanforderungen
RAS Connection Broker, Secure Gateway, Web-Administrationsdienst, Provider Agent, Registrierungsserver, Provider Agent: Windows Server 2016 bis 2025
RAS Guest Agent, Remote PC Agent, Konsole: Windows Server 2012 R2 bis 2025, Windows 10/11
RAS PowerShell: Windows Server 2012 R2 bis 2025, Windows 10/11, jeweils mit Windows Management Framework 3.0 und .NET Framework 4.5.2
Parallels Client: Windows Server 2012 R2 bis 2025, Windows 10/11, macOS 12 bis 15, i(Pad)OS und aufwärts, Android 9 und höher, Ubuntu 22.04 LTS / 24.04 LTS, Debian 11/12, Fedora 37/38, Linux Mint 20/21, IGEL OS 11/12, Dell ThinOS 2303/2306/2308
Unterstützte Hypervisoren und Clouds: VMware ESXi / vCenter, Microsoft Hyper-V inklusive Failover-Cluster, Nutanix AHV, SC//HyperCore, Microsoft Azure / AVD, Amazon EC2
Technische Daten
Breite Unterstützung für Server und Clients
Parallels hatte RAS bereits im Jahr 2015 mit der Übernahme des maltesischen Softwarehauses 2X Software ins eigene Portfolio integriert. Auch wenn 2X inzwischen aus dem Namen des Produkts verschwunden ist, findet sich die Bezeichnung unter der Haube noch in einigen Dateinamen und Logdateien wieder. Parallels hat das Werkzeug seitdem konsequent weiterentwickelt und in jüngerer Vergangenheit einen Schwerpunkt auf die Integration hybrider Infrastrukturen gelegt. So können Admins die für ihre Anwendungsfälle am besten geeigneten Arten der Bereitstellung wählen und Desktops im eigenen Rechenzentrum sowie in privaten und öffentlichen Clouds mit nur einer Konsole verwalten.
Desktopvirtualisierung verfolgt typischerweise zwei Ansätze, entweder einzeln oder in Kombination: Neben traditionelle Terminalserver, von Redmond auch als Remote Desktop Session Hosts (RDSH) bezeichnet, tritt eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Letztere stellt Anwendern zentral gehostete Instanzen des Client-Betriebssystems Windows 10 oder 11 dediziert zur Verfügung, während sich bei RDSH mehrere Anwender ein Serverbetriebssystem teilen. Ein Sonderfall ist die Multisession-Variante des Client-Betriebssystems, die Microsoft exklusiv mit der hauseigenen VDI-Plattform Azure Virtual Desktop (AVD) anbietet – dazu später mehr.
Microsoft legt den Schwerpunkt hierbei vor allem auf das eigene Ökosystem. Neben RDSH und Hyper-V für den lokalen Betrieb im eigenen Rechenzentrum treten in hybriden Szenarien AVD und die neueren Cloud-PCs mit Windows 365 an. Weiterhin hat Redmond auch native Clients für Windows und macOS im Programm, unterstützt darüber hinaus aber nur wenige Thin Clients auf Linux-Basis offiziell. Erst Drittanbieter sorgen für eine breitere Unterstützung verschiedener Hypervisoren, Clouddienste sowie Client-Systeme. Hier kommt nun Parallels mit dem Remote Application Server (RAS) ins Spiel.
Parallels Remote Application Server 20
Produkt
Software zum Management von Terminalservern und virtuellen Desktops.
Hersteller
Parallels
Preis
Der Preis für ein Jahresabonnement beträgt 138 Euro pro gleichzeitigem Benutzer. Das Minimum sind 15 User.
Systemanforderungen
RAS Connection Broker, Secure Gateway, Web-Administrationsdienst, Provider Agent, Registrierungsserver, Provider Agent: Windows Server 2016 bis 2025
RAS Guest Agent, Remote PC Agent, Konsole: Windows Server 2012 R2 bis 2025, Windows 10/11
RAS PowerShell: Windows Server 2012 R2 bis 2025, Windows 10/11, jeweils mit Windows Management Framework 3.0 und .NET Framework 4.5.2
Parallels Client: Windows Server 2012 R2 bis 2025, Windows 10/11, macOS 12 bis 15, i(Pad)OS und aufwärts, Android 9 und höher, Ubuntu 22.04 LTS / 24.04 LTS, Debian 11/12, Fedora 37/38, Linux Mint 20/21, IGEL OS 11/12, Dell ThinOS 2303/2306/2308
Unterstützte Hypervisoren und Clouds: VMware ESXi / vCenter, Microsoft Hyper-V inklusive Failover-Cluster, Nutanix AHV, SC//HyperCore, Microsoft Azure / AVD, Amazon EC2
Technische Daten
Breite Unterstützung für Server und Clients
Parallels hatte RAS bereits im Jahr 2015 mit der Übernahme des maltesischen Softwarehauses 2X Software ins eigene Portfolio integriert. Auch wenn 2X inzwischen aus dem Namen des Produkts verschwunden ist, findet sich die Bezeichnung unter der Haube noch in einigen Dateinamen und Logdateien wieder. Parallels hat das Werkzeug seitdem konsequent weiterentwickelt und in jüngerer Vergangenheit einen Schwerpunkt auf die Integration hybrider Infrastrukturen gelegt. So können Admins die für ihre Anwendungsfälle am besten geeigneten Arten der Bereitstellung wählen und Desktops im eigenen Rechenzentrum sowie in privaten und öffentlichen Clouds mit nur einer Konsole verwalten.
Parallels RAS harmoniert mit gängigen Hypervisoren wie VMware ESXi und vCenter, Microsoft Hyper-V mitsamt Unterstützung für Failover-Cluster sowie auch den hyperkonvergenten Infrastrukturen Nutanix AHV und Scale Computing HyperCore. Ebenso bindet RAS physische und virtuelle Remote-PCs ein und verzahnt sich nahtlos mit AVD.
Weltoffen zeigt sich RAS auch mit der breiten Unterstützung für Endpunkte. Alle Client-Apps des Herstellers setzen dabei auf eine angepasste Version des Microsoft Remote Desktop Protocols (RDP). Parallels erweitert RDP um zusätzliche virtuelle Kanäle, um etwa die Integration von Druckern und Scannern zu optimieren. So bietet Parallels für Microsofts aktuelle Client- und Serverbetriebssysteme MSI-Pakete an und dies für x86-, x86-64- sowie ARM64-Architekturen. Unter Windows läuft der Client zur Not auch ohne Installation als portable App.
Der Client für macOS unterstützt als universelles Paket Computer mit Intel-CPUs wie auch solche mit Apple-Prozessoren auf ARM-Basis. Er findet sich im App Store und als separates Installationspaket auf der Webseite von Parallels. Dort bietet der Hersteller weiterhin mehrere Pakete an, mit denen er diverse Linux-Distributionen unterstützt, dies allerdings nur in Verbindung mit x64-Prozessoren. Der Client arbeitet zudem mit Thin Clients von IGEL, Dell und einigen weiteren Anbietern zusammen.
Auch in den App Stores von iOS und Android ist der Client vertreten. Eine frühere Erweiterung für ChromeOS hat Parallels inzwischen in Rente geschickt. Unter ChromeOS sowie allen Plattformen ohne native Client-App setzt Parallels auf den HTML-Client, der grundsätzlich in jedem aktuellen Browser funktioniert.
Ein Paket für alle Kernelemente
Zu den Kernkomponenten des Installationspakets gehört der Connection Broker, der Verbindungen zu den virtuellen Desktops und weiteren veröffentlichten Ressourcen vermittelt. Die Clients verbinden sich entweder direkt mit dem gewünschten Ziel oder mithilfe des Secure Gateway auch über den TCP-Port 443 in TLS getunnelt, sodass die Kommunikation auch über unsichere Netze hinweg funktioniert. Die verschiedenen Ziele bindet RAS über Agenten ein oder, wie im Fall von öffentlichen Clouds und AVD, direkt per Interaktion mit deren APIs.
Die Kernkomponenten umfassen weiterhin die RAS-Konsole, eine Windows-Applikation, die zwar vom typischen Layout einer Managementkonsole von Microsoft abweicht, sich aber dennoch übersichtlich und intuitiv bedienbar präsentiert. Alternativ dazu arbeitet Parallels an einer webbasierten Konsole zur Bedienung per Browser. Die kommt in einem moderneren Design daher, eignet sich bereits für grundlegende Aufgaben, wie etwa die Administration von RDSH, bildet aber noch nicht den vollen Funktionsumfang der Windows-Konsole ab. Eine PowerShell-Schnittstelle erlaubt zudem die Automatisierung per Skript.
Optionale Komponenten bietet der Hersteller als separate Downloads an. Dazu zählen der RAS Reporting Service, der einen MS-SQL-Server voraussetzt, der Performancemonitor mitsamt Browser-Plug-in zur Analyse von Leistungsdaten der RAS-Umgebung sowie eine HA/LB-Appliance. Letztere kümmert sich um hohe Verfügbarkeit und Lastverteilung für das Secure Gateway. Parallels stellt die Appliance in den Formaten OVH sowie VHD bereit und unterstützt damit ESX sowie Hyper-V.
Trial für 30 Tage und 50 Benutzer
In unserem Test haben wir uns auf die Kernkomponenten konzentriert und uns dazu auf der Webseite des Herstellers für eine 30 Tage laufende Trial-Version mit vollem Funktionsumfang für bis zu 50 Benutzer registriert. Die bietet der Hersteller in drei Varianten an, zur Installation in einer eigenen Umgebung oder alternativ als vorgefertigte Maschine auf den Marktplätzen der Clouds von Azure und AWS.
In den letzteren beiden Fällen steckt in der Vorlage eine Installation als Rundum-sorglos-Paket, das innerhalb einer Windows-VM alle notwendigen Kernkomponenten von RAS bereitstellt und diese VM auch gleich als RDSH mit einigen exemplarisch veröffentlichten Applikationen verwendet. Eine solche Installation ist binnen weniger Minuten betriebsbereit.
Da uns auch die grundlegenden Schritte der Installation und Konfiguration interessierten, entschieden wir uns jedoch für die erste Variante. Hierzu hatten wir in unserer Testumgebung drei VMs unter Windows Server 2025 vorbereitet. Eine davon sollte als RAS fungieren, zwei weitere als RDSH zur Veröffentlichung von Desktops und Anwendungen.
Wir luden das MSI-Paket mit den Kernkomponenten herunter und entschieden uns für eine typische Installation. Alternativ dazu bot die Setuproutine die Installation als Tenant Broker für eine größere, mandantenfähige Architektur oder eine benutzerdefinierte Auswahl an. Letztere erlaubt es, Connection Broker, Secure Gateway und die Konsolen auf mehrere Server zu verteilen.
Das Setup bot weiterhin an, sämtliche notwendigen Freigaben in der Firewall des Betriebssystems zu setzen und abschließend die klassische Konsole wie auch das neuere webbasierte Portal zu starten. Letzteres war nur in englischer Sprache verfügbar und bot weniger Optionen als die Desktopkonsole (Bild 1).
Bild 1: Das webbasierte Management-Portal erledigt die grundlegenden Aufgaben der Verwaltung per Browser.
Automatische Installation von RDSH
Die klassische Konsole für Windows erschließt den gesamten Funktionsumfang. Sie gliedert die Navigation in eine vertikale Leiste am linken Rand und je nach gewähltem Menüpunkt unterschiedlich strukturierten Ansichten im Hauptbereich des Fensters. Die Administration von Serverfarmen oder veröffentlichten Ressourcen blendet hier jeweils noch ein Untermenü ein. Die grundlegende Inbetriebnahme von RDSH gelang uns auf beiden Wegen komplikationslos.
Beim ersten Start der Konsole mussten wir uns zunächst online für ein Parallels-Geschäftskonto registrieren und dann den RAS mit einem Lizenzschlüssel oder aber als Testversion aktivieren. Die Konsole begrüßte uns mit dem Menüpunkt "Starten", der mithilfe von Assistenten in drei Schritten durch die grundlegende Konfiguration führt. Optional kümmert sich ein vierter Assistent um die Integration von AVD.
Im ersten Schritt fügten wir unsere RDSH hinzu. Dazu wählten wir unsere beiden designierten Sitzungshosts aus unserem Active Directory – darin hatten wir die Server zuvor aufgenommen. Um alles Weitere kümmert sich RAS automatisch: Konfiguration der Firewall auf den Zielsystemen, Installation der RDS-Rolle, Aktivieren der Desktopdarstellung und soweit nötig auch ein abschließender Neustart. Ein Host-Pool fasst gleichartige Systeme zusammen. Wir konnten die Server mithilfe des Assistenten dem eingebauten Default-Pool zuordnen oder aber einen neuen Pool erstellen und auch gleich die gewünschten Benutzer oder Gruppen aus dem AD in die lokale Gruppe der Remotedesktop-Benutzer auf den Zielsystemen aufnehmen.
Die Einstellungen für Benutzerprofile beließen wir auf Standard. Erwähnt sei aber, dass RAS mit klassischen Roaming Profiles, Benutzerprofil-Datenträgern und Microsoft FSLogix zusammenspielt. Letzteres ist die von Microsoft empfohlene Methode für das Management von Benutzerprofilen in Verbindung mit RDSH und VDI. Auf Wunsch kümmert sich RAS auch gleich um die Installation von FSLogix auf den Zielhosts und dies entweder online per Download des Installationspakets, offline aus einer Netzwerkfreigabe heraus oder direkt per Push-Installation vom Connection Broker.
Mit wenigen Klicks zur Serverfarm
Im nächsten Dialogschritt bot der Assistent die automatische Optimierung der Zielsysteme an. RAS wendet dabei diverse Einstellungen an, um die Leistung und Effizienz der Systeme zu verbessern. Dazu zählen das Deaktivieren und Entfernen von typischerweise auf RDSH nicht benötigten Windows-Komponenten und
-Diensten sowie geplanten Aufgaben oder der sparsame Einsatz von visuellen Effekten zur Optimierung von Remotesitzungen. Der Assistent verlangte abschließend nach administrativen Zugangsdaten für die Zielsysteme und kümmerte sich dann vollautomatisch darum, die Systeme als RDSH in den Host-Pool innerhalb unserer Serverfarm aufzunehmen.
Die Serverfarm bildet dabei die oberste Organisationeinheit zur logischen Gruppierung von Objekten. Sie umfasst eine oder mehrere Standorte, die wiederum RDSH, Hypervisoren mit virtuellen Desktops und Remote-PCs enthalten. Der erste Standort einer Farm hostet ihre Konfigurationsdatenbank und den Lizenzierungsdienst.
Entsprechend fanden wir unsere frisch installierten RDSH in der Konsole unter dem Punkt "Server-Farm" des Hauptmenüs und dort im Bereich "Server-Farm ... / Standort ... / RD-Sitzungshosts" des Untermenüs. Dort meldeten sich die Server betriebsbereit. Wir konnten in diesem Bereich direkt typische Aufgaben der Administration ausführen, im Problemfall die Installation des Agenten prüfen und Protokolle abrufen oder auch alle Prozesse, laufende Sitzungen sowie veröffentlichte Ressourcen anzeigen (Bild 2).
Bild 2: Die Verwaltungskonsole für Windows vereint alle Managementwerkzeuge unter einer Haube.
Ressourcen schnell veröffentlicht
Wir installierten nun zunächst exemplarisch einige Anwendungen auf unseren RDSH und kehrten dann zum zweiten Assistenten der Starthilfe zurück, dem Veröffentlichen von Applikationen. Wir wählten unseren Host-Pool; der Assistent präsentierte uns daraufhin im nächsten Dialogschritt sämtliche Applikationen, die er auf beiden Zielsystemen erkannt hatte. Standardmäßig enthält die Liste nur Anwendungen, die auf allen Hosts gleichermaßen vorhanden sind, optional zeigt der Assistent aber auch Apps, die nicht auf allen Zielhosts verfügbar sind. RAS unterscheidet die Status "Aktiviert", "Deaktiviert" oder "In Wartung". Per Default sind alle zu veröffentlichenden Anwendungen sofort aktiv.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Assistent Applikationen im Schnellverfahren mit standardisierten Voreinstellungen veröffentlicht. Sämtliche Optionen fanden wir unter dem Punkt "Veröffentlichung" des Hauptmenüs. Dort konnten wir unsere veröffentlichten Ressourcen in Ordner strukturieren und auch mehr Elemente als nur einzelne Anwendungen konfigurieren. RAS veröffentlicht alternativ auch komplette Desktops, containerisierte App-V-Anwendungen und weiterhin Webapplikationen, Dokumente sowie Ordner im Dateisystem. Bei den letzten drei Ressourcen handelt es sich um Sonderfälle veröffentlichter Applikationen. So startet RAS auf Basis von RDSH, VDI oder Remote-PC jeweils eine Browserinstanz mit einer bestimmten internen Webseite, eine Datei in der dafür vorgesehenen Anwendung oder einen bestimmten Ordner in einem veröffentlichten Windows-Explorer.
Im dritten Schritt konnten wir nun unsere Anwender einladen. RAS benötigt dazu die Verbindung zu einem E-Mail-Server, auf Wunsch TLS-verschlüsselt und mit SMTP-Authentifizierung. Wir durften die Betriebssysteme ein oder mehrerer Zielplattformen angeben sowie auch Details zu Verbindungsmodus, direkt oder per Gateway, und Authentifizierung, mit Anmeldeinformationen, per SSO oder auch Smartcard. RAS generiert auf Basis dieser Eingaben eine Einladungs-E-Mail mit variablem Text, den wir noch nach unseren Wünschen anpassen und an eine frei wählbare Liste von Empfängern verschicken konnten.
Die jeweiligen Endanwender fanden mithilfe der E-Mails ihren Weg zum RAS-Webfrontend, das nach erfolgreicher Authentifizierung anbot, einen Client zu erkennen oder komplett browserbasiert zu arbeiten. In letzterem Fall präsentierte das Webfrontend dem Benutzer alle für ihn freigegebenen Applikationen und startete diese auf Wunsch mithilfe des HTML-Clients direkt im Browser. Alternativ konnten die Anwender aber auch nachträglich noch nach einem vorhandenen nativen Client suchen, diesen bei Bedarf herunterladen und installieren.
Clientloser Zugriff per Browser
Bereits ohne nativen Client erwies sich der HTML-Client als alltagstauglich. Wir konnten komplikationslos sowohl einzelne Applikationen als auch eine Desktopsitzung per Browser bedienen. Der Webclient blendet am rechten Rand des Fensters eine Leiste mit praktischen Funktionen ein, die die Sitzung als Vollbild ausführt, typische Tastenkombinationen wie STRG+ALT+ENTF an die Sitzung schickt sowie mittelbar über den Browser per Up- und Download bidirektional Daten zwischen dem lokalen Client und der Remotesitzung austauscht. Zudem ermöglicht der Client den Zugriff auf die Zwischenablage.
Eine deutlich tiefere Integration erlaubt demgegenüber der native Client, der wie von Microsoft RDP bekannt lokale Clientlaufwerke direkt in eine Remotesitzung einbindet. Dabei geht Parallels über Microsofts Bordmittel hinaus und bietet für Clients unter Windows und macOS einen Cache-Modus für die Laufwerksumleitung. Der optimiert die Kommunikation im Vergleich zu Microsoft RDP und fügt das Caching der clientseitigen Ordnerstrukturen auf dem Sitzungshost hinzu. Dies funktioniert sowohl für RDSH und VDI als auch für AVD in der Cloud und beschleunigt insbesondere in letzterem Fall den Zugriff auf lokale Laufwerke aus einer Sitzung heraus signifikant.
Drucken und Scannen leichtgemacht
Auch anderweitige Geräte wie Webcam und Mikrofon reicht der Parallels Client in eine Remotesitzung durch. Dies trifft ebenso für Drucker und Scanner zu. Auf Clients vorhandene native Druckertreiber müssen auf RDSH, virtuellen Desktops und Remote-PCs nicht vorhanden sein, denn der jeweilige Agent bringt automatisch einen universellen Druckertreiber in einer 32-Bit- und 64-Bit-Version mit. Ebenso automatisch aktiviert RAS mit dem Hinzufügen eines Hosts zur Farm Universal Printing. Dabei konnten wir anhand der clientseitigen Druckertreiber steuern, welche Drucker der Parallels Client verbinden soll und welche nicht. RAS kümmert sich auch um das automatische Einbetten von Schriftarten des Hosts, die nicht auf den Clients vorhanden sind, sodass das Layout von Druckaufträgen intakt bleibt.
Der universelle Treiber funktionierte in Verbindung mit unserem exemplarischen Netzwerkdrucker vom Typ HP Color LaserJet MFP M283fdw auf verschiedenen Client-Plattformen tadellos, stellt allerdings nur grundlegende Druckfunktionen bereit. Erweiterte Einstellungen wie Farbmanagement, Schachtsteuerung oder Duplexdruck bleiben naturgemäß den nativen Treibern des jeweiligen Druckerherstellers vorbehalten. Insbesondere bei vielen verschiedenen Client-Druckern stellt der universelle Treiber aber eine Vereinfachung dar, da sich Administratoren auf der Seite der Server nicht um das Management von Druckertreibern kümmern müssen. Gleiches gilt für Scanner. Auch an Clients angeschlossene TWAIN- und WIA-kompatible Scanner integriert Parallels über einen weiteren universellen Treiber.
Vorbildliche Touchunterstützung
Zu überzeugen wusste darüber hinaus auch der Parallels-Client für mobile Endgeräte. Exemplarisch haben wir diesen auf einem Apple iPad Air 5 unter iPadOS 18.4 getestet. Nachdem wir dort die Adresse unseres Secure Gateways eingetragen und uns authentifiziert hatten, konnten wir ebenfalls die Liste der veröffentlichten Apps sowie Desktops abrufen und auch am Tablet komfortabel mit Windows-Applikationen und -Desktops arbeiten.
Parallels unterstützt diverse konfigurierbare Touchgesten etwa zum Scrollen, Verschieben von Objekten oder Zugriff auf virtuelle Tastatur und Mauscursor. Letzteren steuert der Parallels-Client wahlweise direkt per Touch, über den herkömmlichen Zeiger oder mithilfe der Dumbo-Maus. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Bildschirmmaus, die die Bedienung von linker und rechter Maustaste erleichtert. Zudem erweitert der Client die Bildschirmtastatur um unter Windows häufig benötigte Sondertasten und Tastenkombinationen. Auch ohne physische Tastatur und Maus unterstützt der Client die Touchbedienung eigentlich nicht dafür ausgelegter Windows-Oberflächen somit optimal.
Hybride Bereitstellungen aus einer Hand
Ganz gleich, ob RAS selbst in einer lokalen Umgebung, in einer privaten oder öffentlichen Cloud läuft, vereint Parallels das Management hybrider Ressourcen unter einer Haube. RAS bringt sich damit als zentraler Verkehrsknotenpunkt auch für große Unternehmen mit komplexen Infrastrukturen in Stellung. Schlüssel hierzu ist der Untermenüpunkt "Anbieter" im Bereich "Server-Farm". Hier konnten wir lokale Hypervisoren und hyperkonvergente Infrastrukturen sowie auch virtuelle private Clouds (VPC) einbinden, gehostet bei den Hyperscalern Microsoft Azure und AWS.
In den letzteren beiden Fällen mussten wir lediglich anhand von Parallels ausführlicher Onlinedokumentation je eine Anwendungsregistrierung in Entra-ID sowie ein Benutzerkonto im AWS IAM mit passenden Berechtigungen erstellen. Deren Anmeldeinformationen verwendeten wir dann, um RAS den Zugriff auf die API der jeweiligen Cloudumgebung zu ermöglichen. Das grundlegende Funktionsprinzip ist für alle Infrastrukturen und auch für die Bereitstellung von sowohl RDSH als auch VDI identisch.
Auf der Registerkarte "RAS-Templates", die wir unter den Menüpunkten "RD-Sitzungshosts" und "VDI" fanden, wählten wir eine Maschine, die wir innerhalb der jeweiligen Infrastruktur als Vorlage präpariert hatten. Wie bei unseren statischen RDSH zuvor konnten wir beim Hinzufügen der Vorlage remote den Gastagenten installieren. Daraufhin durften wir wählen, wie viele Maschinen RAS aus der Vorlage erzeugen soll. RAS kann auf Wunsch die Anzahl an Maschinen im Betrieb automatisch skalieren und auch nicht benötigte Maschinen wieder löschen, um Ressourcen zu sparen.
Zum Generalisieren der Vorlage verwendet RAS wahlweise Microsoft Sysprep oder aber Parallels eigenes Tool RASprep. Letzteres bietet im Vergleich mit Microsofts Werkzeug eine geringere Anzahl von konfigurierbaren Parametern, arbeitet dafür aber auch wesentlich schneller. Die Handhabung von Host-Pools gelang somit unabhängig von der Zielplattform zentral aus der RAS-Konsole heraus.
Auch AVD integriert
Zu guter Letzt bindet RAS auch Azure Virtual Desktop mit ein und bietet Endanwendern damit eine einheitliche Benutzererfahrung. Die konnten wir leider in unserer Testumgebung mangels Zugangs zu AVD nicht selbst ausprobieren. Die Möglichkeiten sollen aber nicht unerwähnt bleiben. Parallels hat der Integration im Bereich "Starten" einen weiteren Assistenten spendiert, der Daten zum Azure-Abonnement und zu einem berechtigten Dienstprinzipal abfragt und sich um alle nötigen Schritte kümmert.
RAS installiert den Gastagenten auch innerhalb von AVD und bietet damit sowohl Endanwendern als auch Administratoren Vorteile gegenüber einer Bereitstellung allein mit den Werkzeugen von Microsoft. So verbindet sich der Parallels Client sowohl mit dem RAS Secure Gateway als auch mit AVD und stellt damit den Nutzern alle Ressourcen über eine einzige Oberfläche bereit. Insbesondere in Verbindung mit AVD beschleunigt der Cache-Modus die Interaktion mit lokalen Laufwerken des Clients. Auch Hosts in AVD profitieren von Parallels Optimierungen und können das universelle Drucken und Scannen verwenden. Admins verwalten Elemente in AVD wie etwa Arbeitsbereiche, Desktop- und Remote-App-Gruppen einheitlich über die Parallels RAS-Konsole und profitieren auch in AVD von der vereinfachten Handhabung von FSLogix.
RAS kümmert sich weiterhin auch in AVD um die dynamische Verwaltung von Ressourcen durch automatische Skalierung und Energieverwaltung. Admins können so die Betriebskosten durch effiziente Nutzung von Compute- und Storage-Ressourcen senken.
Fazit
Parallels RAS positioniert sich als praktische Ergänzung der Remote Desktop Services, geht dabei deutlich über die Bordmittel von Windows hinaus und vereinfacht signifikant das zentrale Management. Das gilt insbesondere in größeren Unternehmen mit hybriden Infrastrukturen. Besonders erwähnt seien zudem die Anbindung von AVD sowie die Funktionen für das automatische Skalieren von virtuellen Maschinen, die Administratoren gerade in komplexeren Umgebungen dabei helfen, Compute-Ressourcen effizient auszulasten.
(ln)
So urteilt IT-Administrator
Unterstützte Clientsysteme
8
Integration von Druckern
7
Bedienhilfen auf Tablets
7
Unterstützte Hypervisoren
7
Hybride Bereitstellungen
10
Die Details unserer Testmethodik finden Sie unter https://www.it-administrator.de/testmethodik/