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2025

08

2025-07-30T16:00:00

Industrienetze und IoT

SCHWERPUNKT

092

Internet of Things

Artificial Intelligence of Thing

AIoT für intelligente Steuerung vernetzter Energiesysteme

IoT trifft KI

von Anne Springwald

Veröffentlicht in Ausgabe 08/2025 - SCHWERPUNKT

Energie intelligent steuern – dieses Ziel verfolgen immer mehr Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen. Klassische IoT-Systeme liefern zwar Daten, reagieren aber oft zu träge auf Veränderungen im Betrieb. Mit AIoT – der Kombination aus IoT und künstlicher Intelligenz – entsteht eine neue Generation adaptiver Steuerungen. Sie analysieren Sensordaten in Echtzeit, erkennen Muster und passen Prozesse selbstständig an.

Die Zahl vernetzter Geräte nimmt kontinuierlich zu. Laut Statista [1] soll es bis zum Jahr 2033 weltweit über 39 Milliarden IoT-Devices geben. IoT-Systeme sind heute ein fester Bestandteil in zahlreichen industriellen Prozessen, urbanen Infrastrukturen und privaten Haushalten. Sie bilden die technische Grundlage für automatisierte Prozesse. In vielen Bereichen des Energiemanagements sorgen sie bereits für mehr Transparenz und Kontrolle. Dennoch bleiben die meisten IoT-Anwendungen auf einfache Aktionen beschränkt und berücksichtigen Veränderungen in der Auslastung oder dem Nutzerverhalten oft nur mit Verzögerung.
Artificial Intelligence of Things (AIoT) überwindet diese Einschränkungen. Durch die Verbindung von IoT und künstlicher Intelligenz entstehen Systeme, die Daten nicht nur erfassen, sondern auch interpretieren und direkt darauf reagieren können. Durch AIoT verlagert sich die Entscheidungslogik an den Ort der Datenerfassung. Intelligente Komponenten lernen im laufenden Betrieb und regeln Prozesse autonom. Im Energiemanagement entstehen dadurch neue Möglichkeiten, den Energiebedarf vorausschauend zu steuern und den Verbrauch flexibel anzupassen.
Wie funktioniert AIoT?
AIoT-Systeme beruhen auf drei zentralen Elementen: Sensorik, intelligente Steuerung und künstliche Intelligenz. Jeder dieser Bausteine erfüllt eine eigene Funktion. Gemeinsam ermöglichen sie ein dynamisches und lernfähiges Energiesystem. IoT-Sensoren erfassen physikalische Größen wie Stromstärke, Temperatur oder Luftqualität. Sie schaffen die Datenbasis, auf der alle weiteren Entscheidungen beruhen. Ohne präzise und aktuelle Informationen bleibt jede Regelung ungenau. Im Energiemanagement liefern sie durchgehend Daten, die den aktuellen Energiebedarf oder die Auslastung abbilden.
Die Zahl vernetzter Geräte nimmt kontinuierlich zu. Laut Statista [1] soll es bis zum Jahr 2033 weltweit über 39 Milliarden IoT-Devices geben. IoT-Systeme sind heute ein fester Bestandteil in zahlreichen industriellen Prozessen, urbanen Infrastrukturen und privaten Haushalten. Sie bilden die technische Grundlage für automatisierte Prozesse. In vielen Bereichen des Energiemanagements sorgen sie bereits für mehr Transparenz und Kontrolle. Dennoch bleiben die meisten IoT-Anwendungen auf einfache Aktionen beschränkt und berücksichtigen Veränderungen in der Auslastung oder dem Nutzerverhalten oft nur mit Verzögerung.
Artificial Intelligence of Things (AIoT) überwindet diese Einschränkungen. Durch die Verbindung von IoT und künstlicher Intelligenz entstehen Systeme, die Daten nicht nur erfassen, sondern auch interpretieren und direkt darauf reagieren können. Durch AIoT verlagert sich die Entscheidungslogik an den Ort der Datenerfassung. Intelligente Komponenten lernen im laufenden Betrieb und regeln Prozesse autonom. Im Energiemanagement entstehen dadurch neue Möglichkeiten, den Energiebedarf vorausschauend zu steuern und den Verbrauch flexibel anzupassen.
Wie funktioniert AIoT?
AIoT-Systeme beruhen auf drei zentralen Elementen: Sensorik, intelligente Steuerung und künstliche Intelligenz. Jeder dieser Bausteine erfüllt eine eigene Funktion. Gemeinsam ermöglichen sie ein dynamisches und lernfähiges Energiesystem. IoT-Sensoren erfassen physikalische Größen wie Stromstärke, Temperatur oder Luftqualität. Sie schaffen die Datenbasis, auf der alle weiteren Entscheidungen beruhen. Ohne präzise und aktuelle Informationen bleibt jede Regelung ungenau. Im Energiemanagement liefern sie durchgehend Daten, die den aktuellen Energiebedarf oder die Auslastung abbilden.
Vernetzte Steuerungen empfangen die Messwerte, verarbeiten sie in Echtzeit und führen gezielte Steuerbefehle aus. So können sie beispielsweise Lüftungsanlagen regeln oder Maschinen an- oder abschalten. Diese Geräte kommunizieren über standardisierte Protokolle wie MQTT oder OPC UA in Verbindung mit der zentralen oder dezentralen Steuerungslogik. Intelligente Schaltsysteme setzen nicht nur Befehle um, sondern senden auch Rückmeldungen an die übergeordnete Auswertung.
Die dritte Komponente bilden KI-Algorithmen. Diese analysieren fortlaufend die eingehenden Daten. Dazu nutzen sie Verfahren des maschinellen Lernens, um Muster zu erkennen und Vorhersagen zu treffen. Sie beziehen dabei auch externe Faktoren ein, etwa Wetterdaten oder Strompreise. Auf dieser Grundlage berechnen sie optimierte Steuerungsvorgaben. Kündigt sich beispielsweise eine Lastspitze an, kann die KI frühzeitig unnötigen Verbrauch reduzieren und lokale Energiequellen aktivieren. Das senkt gleichzeitig Kosten und Emissionen.
Cloud- und Edge- Architekturen im Vergleich
AIoT-Anwendungen greifen je nach Aufgabe entweder auf Cloud- oder Edge-Systeme zurück. In der Cloud verarbeiten leistungsstarke Server große Datenmengen. Typischerweise kommen Plattformen wie AWS IoT, Microsoft Azure IoT oder Google Cloud IoT Core zum Einsatz, die skalierbare Compute-Services und Datenspeicherlösungen integrieren. In AIoT-Szenarien mit hoher Datenfrequenz, etwa bei Messwerten im Sekunden- oder Millisekundentakt, kann die Übertragung jedoch Engpässe verursachen. Zudem entstehen Latenzen durch die Netzwerkinfrastruktur wie Protokoll-Overheads. Auch Gateways, die Daten vorverarbeiten, verzögern die Weiterleitung. Daher übernehmen Cloudarchitekturen meist nicht-zeitkritische Aufgaben, wie aggregierte Auswertungen oder regionenübergreifende Vergleichsanalysen.
Edge-Architekturen lösen das Problem der Latenz auf lokaler Ebene. Intelligente Controller führen KI-Modelle direkt vor Ort aus. Sie analysieren Sensordaten in Echtzeit und reagieren unmittelbar auf Abweichungen oder Störungen. Dadurch entfallen Netzwerklatenzen und zentrale Abhängigkeiten. Viele Geräte nutzen dafür spezialisierte Hardware wie Edge-TPUs oder GPU-beschleunigte Module. Frameworks wie TensorRT oder OpenVINO helfen, Modelle effizient und mit minimaler Verzögerung auszuführen. Die Systeme erkennen Muster sofort und leiten bei Bedarf direkt Maßnahmen ein. Das ist entscheidend für zeitkritische Anwendungen. Maschinensteuerungen benötigen Reaktionen im Millisekundenbereich. Auch Klimaanlagen und Ladevorgänge profitieren von einer schnellen Rückkopplung.
Energieverbrauch in Industrieanlagen optimieren
Gerade in industriellen Prozessen zählt Energie zu den größten Kostenfaktoren. Viele Anlagen arbeiten ineffizient, weil ihre Steuerung nur feste Vorgaben kennt. Sie passt sich nicht automatisch an veränderte Bedingungen an. AIoT erweitert diese Systeme um datenbasierte Intelligenz und erlaubt adaptive, kontextabhängige Entscheidungen in Echtzeit.
Die Entscheidungslogik basiert auf einfachen Heuristiken oder trainierten Modellen. Für zyklische Bewegungen, etwa in pneumatischen Systemen, nutzen viele AIoT-Anwendungen zum Beispiel Regressionsmodelle oder Anomalieerkennung auf Basis von PCA oder Isolation Forests. Das Edge-System greift auf vortrainierte ML-Modelle zurück und führt Inferenz lokal aus – typischerweise in Containern oder als leichtgewichtige Services auf ARM- oder x86-basierten Controllern.
Die AIoT-Plattform übernimmt die übergeordnete Auswertung. Sie aggregiert Daten über Tage, Wochen oder Produktionsserien hinweg. Innerhalb der Plattform laufen periodisch ML-Pipelines, die aus Betriebsdaten neue Muster extrahieren. Diese Pipelines trainieren Modelle zur Leckage-Erkennung, Lastprofilanalyse oder Effizienzklassifikation. Die Plattform versioniert, validiert und verteilt die Modelle anschließend über MLOps-Mechanismen zurück an die Edge-Knoten.
Ein AIoT-System erkennt zum Beispiel, dass ein Zylinder außerhalb seiner üblichen Taktfrequenz arbeitet und dabei übermäßig viel Druck verbraucht. Die Edge-Logik senkt dann den Versorgungsdruck temporär und misst die Reaktion. Parallel meldet das System die Anomalie an die Plattform. Dort entsteht auf Basis mehrerer Anlagen ein generalisiertes Muster für dieses Verhalten. Nach Modellfreigabe fließt das Update automatisiert in die lokale Steuerung zurück.
Ähnlich funktioniert die Kühlwasserregelung. Das AIoT-System überwacht kontinuierlich Vor- und Rücklauftemperaturen oder Pumpendrehzahlen. Ein Regelmodell vergleicht die Ist-Werte mit den Zielprofilen und justiert in Echtzeit. Bei abweichendem Verhalten – etwa durch Verschmutzung oder Verkalkung – meldet das System nicht nur einen Alarm, sondern schlägt alternative Steuerstrategien vor. Es kann beispielsweise automatisch in einen energieärmeren Bypass-Modus wechseln.
Auf Softwareebene kommen in modernen industriellen AIoT-Architekturen häufig Microservice-Strukturen zum Einsatz. Für das Streaming von Sensordaten nutzen sie in der Regel MQTT, ein leichtgewichtiges Protokoll mit geringem Overhead. Gespeichert werden zeitbasierte Messwerte in spezialisierten Datenbanken wie InfluxDB oder TimescaleDB. Container-Umgebungen wie Docker erleichtern das Ausrollen und Verwalten der Software auf verteilten Edge-Geräten. Die Cloudseite verwendet meist REST- oder gRPC-APIs zur Kommunikation mit Edge-Devices.
Unternehmen erhalten dadurch nicht nur Echtzeittransparenz über ihren Energieeinsatz, sondern auch eine durchgängige technische Grundlage für interne Audits nach ISO50001 und ESG-Berichte. Der modulare Aufbau erlaubt es, Systeme iterativ zu erweitern oder KI-Funktionen standortspezifisch zu skalieren.
Bild 1: AIoT verbessert die Effizienz von HVAC-Systemen. (Quelle: pixabay.com)
Intelligente Gebäude mit automatisierten HVAC-Systemen
Nicht nur in der Industrie, auch im Gebäudebetrieb zeigt AIoT großes Potenzial. HVAC-Systeme (Heating, Ventilation und Air Conditioning) gehören zu den größten Energieverbrauchern. Viele Anlagen arbeiten mit starren Sollwerten. Sie reagieren weder auf die tatsächliche Nutzung eines Raums noch auf schwankende Umweltbedingungen. Das führt zu einem ineffizienten Betrieb und erhöhten Energieverbrauch.
AIoT schafft hier einen neuen Ansatz. In einem Einfamilienhaus kann ein AIoT-System über Präsenzsensoren erfassen, ob sich Personen in bestimmten Räumen aufhalten. Gleichzeitig messen Sensoren die Raumtemperatur, Luftfeuchte und CO₂-Konzentration. Ein kompakter Edge-Controller im Haus analysiert diese Daten lokal und steuert die Anlage in Echtzeit.
Wenn das System beispielsweise regelmäßig morgens um 7 Uhr Bewegung im Bad erkennt, heizt es den Raum bereits kurz vorher auf die bevorzugte Temperatur. Bleibt das Schlafzimmer tagsüber leer, senkt es dort die Temperatur automatisch ab. Lüftung und Frischluftzufuhr aktiviert es gezielt, sobald die Sensoren eine schlechte Luftqualität detektieren, zum Beispiel nach dem Duschen oder Kochen.
Zusätzlich bezieht die AIoT-Plattform Wetterdaten und individuelle Gewohnheiten ein. Wenn für den Nachmittag starker Sonnenschein gemeldet ist, reduziert das System die Heizleistung in südlich ausgerichteten Räumen bereits am Vormittag. Am Wochenende erkennt es abweichende Nutzungszeiten und passt das Heizprofil entsprechend an.
Eine AIoT-Plattform analysiert kontinuierlich das Verhalten der Personen. Es optimiert die Regelparameter automatisch, ohne dass Nutzer eingreifen müssen. So entsteht ein adaptives, selbstlernendes Gebäudemanagement, das sich am tatsächlichen Bedarf orientiert. Gebäude mit AIoT-gestützten HVAC-Systemen erreichen höhere Effizienzklassen. Sie erfüllen Standards wie LEED, BREEAM oder DGNB. Unternehmen können ihre Betriebskosten senken und ihre Klimabilanz verbessern.
Die Zukunft von Vehicle-to-Grid
Parallel wächst das Potenzial, Elektrofahrzeuge nicht nur als Transportmittel, sondern auch als aktive Bestandteile des Energiesystems zu nutzen. Vehicle-to-Grid (V2G) beschreibt ein energiewirtschaftliches Konzept, das E-Autos in das Stromsystem einbindet. Es ermöglicht nicht nur das Laden aus dem Netz, sondern auch die Rückspeisung elektrischer Energie aus der Fahrzeugbatterie in das Gebäude oder Netz. Die Fahrzeugbatterie wird damit zu einem steuerbaren Energiespeicher. In Verbindung mit AIoT-gestützten Systemen lässt sich V2G gezielt für die Versorgung von Smart Homes und energieoptimierten Gebäuden verwenden.
In der Praxis bedeutet das: Das Fahrzeug lädt, wenn Energie günstig oder überschüssig verfügbar ist – etwa bei starker PV-Erzeugung. Bei hohem Strombedarf oder teuren Tarifen gibt es Energie kontrolliert wieder ab. AIoT koordiniert diesen Prozess automatisiert und passt ihn an reale Nutzungsmuster an. Die Steuerung erfolgt lokal über Edge-Komponenten im Gebäude, während eine übergeordnete AIoT-Plattform die Strategien stetig optimiert.
Der technische Entwicklungsstand von V2G ist fortgeschritten, aber noch nicht flächendeckend umgesetzt. Viele aktuelle Elektrofahrzeuge unterstützen bereits bidirektionales Laden nach dem Standard ISO 15118, ebenso eine wachsende Zahl an Wallboxen und Wechselrichtern. Erste Pilotprojekte zeigen, dass die Technologie funktioniert und wirtschaftlich attraktiv sein kann, insbesondere in Kombination mit dynamischen Stromtarifen und einem lokalen Energiemanagement.
Bild 2: Durch V2G können E-Autos Stromnetze zusätzlich entlasten. (Quelle: pixabay.com)
AIoT im Energiemanagement: Vorteile und Chancen
Energieeffizienz endet nicht bei der Kosteneinsparung. Immer mehr Unternehmen und Verbraucher möchten ihren CO₂-Ausstoß und ihren ökologischen Fußabdruck verringern. AIoT liefert hierfür die technischen Werkzeuge. Es erhöht die Energieeffizienz und verbessert die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig unterstützt es Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Ein AIoT-System verbindet Erzeuger, Speicher und Verbraucher zu einem intelligenten Gesamtsystem. Es verarbeitet beständig Messdaten aus Anlagen. Energie wird dort genutzt, wo sie entsteht. Erst bei einem lokalen Überschuss speist das System Strom ins Netz ein. Dezentrale Anlagen lassen sich direkt einbinden. Auch kleine Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder Wärmepumpen arbeiten effizient im Verbund. AIoT steuert ihre Beiträge automatisch. So werden Haushalte, Gebäude und Betriebe zu aktiven Teilnehmern im Energiesystem.
Im Netz entsteht ein flexibler Regelmechanismus. AIoT gleicht Lasten aus und verhindert Engpässe, ohne zentrale Steuerbefehle. Diese Architektur macht die Stromversorgung robuster. Unternehmen profitieren mehrfach: Sie senken ihre CO₂-Bilanz und erfüllen regulatorische Anforderungen. Gleichzeitig sichern sie ihre Stromversorgung und verringern ihre Abhängigkeit vom Markt. Zudem schafft AIoT neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Teilhabe. Firmen können ihre Flexibilität am Energiemarkt aktiv einsetzen. Wer Verbrauchslasten zeitlich verschieben oder Anlagen dynamisch regeln kann, stellt wertvolle Netzdienstleistungen bereit.
Sicherheitsbedenken und Datenschutz
Doch AIoT hat nicht nur Vorteile. Der Einsatz von AIoT im Energiemanagement basiert auf der Erhebung und Verarbeitung umfangreicher Datenmengen. Genau hier liegt jedoch auch eine der größten Herausforderungen: IoT-Geräte gelten nach wie vor als Schwachstelle in vielen IT-Infrastrukturen. Oft verfügen sie über eingeschränkte Rechenleistung und nutzen unverschlüsselte Kommunikationsprotokolle. Dies macht sie anfällig für Angriffe von außen. Kommt es zu unbefugtem Zugriff auf diese Geräte oder deren Daten, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Angreifer könnten nicht nur sensible Informationen auslesen, sondern auch Steuerbefehle manipulieren. Im schlimmsten Fall drohen Produktionsausfälle, Sicherheitsrisiken oder finanzielle Schäden.
AIoT-Systeme beobachten zudem nicht nur Maschinen und Gebäude, sondern auch Menschen. Bewegungsmuster oder Raumklimadaten lassen sich leicht mit Verhaltensprofilen verknüpfen. Diese Informationen reichen weit über technische Betriebsdaten hinaus. Sie liefern detaillierte Einblicke in Abläufe, Nutzungsgewohnheiten und sogar persönliche Tagesrhythmen. Damit rückt AIoT in einen sensiblen Bereich zwischen Prozessoptimierung und digitaler Überwachung.
Edge-Systeme sollten personenbezogene Daten daher bereits vor der Weiterleitung anonymisieren oder pseudonymisieren. Kontextuelle Informationen wie Nutzerverhalten oder Aufenthaltsorte dürfen nicht ungefiltert in zentrale Cloudspeicher gelangen. Ein robustes Identity- und Access-Management (IAM) kann zudem den Datenzugriff basierend auf verifizierten Identitäten steuern und bei Abweichungen automatisch einschränken.
Maschinelles Lernen verschärft die Problematik jedoch weiter. ML-Pipelines benötigen große Mengen an Trainingsdaten, die über lange Zeiträume hinweg gesammelt werden. Modelle, die aus Raumnutzung, Energieverhalten oder Standortdaten lernen, riskieren die Rekonstruktion individueller Muster. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen entsteht ein Datenmodell, das Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder Geschäftsprozesse zulässt.
Privacy-preserving Technologien wie Federated Learning, Homomorphic Encryption oder Differential Privacy sind daher essenzielle Bestandteile einer vertrauenswürdigen AIoT-Infrastruktur. Modelle müssen zudem auditierbar sein. Unternehmen sollten explizit nachweisen, dass ML-Komponenten keine personenbezogenen Daten persistieren oder in ihrer Gewichtung ungewollt "memorieren". Datenschutz im AIoT erfordert daher ein tiefes Verständnis für den Datenfluss und für die Implikationen algorithmischer Entscheidungen. Wer AIoT in kritischen Infrastrukturen betreibt, muss sowohl technische Expertise als auch ethisches Bewusstsein mitbringen.
Fazit
Die Energiewende führt zu einer zunehmenden Dezentralisierung der Erzeugung. Erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft speisen unregelmäßig in die Netze ein. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf durch die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden. AIoT bietet hier die technischen Voraussetzungen, um den Energieverbrauch zu optimieren.
Virtuelle Kraftwerke zeigen bereits heute, wie dieses Zusammenspiel funktionieren kann. Dezentrale Anlagen bündeln ihre Leistung und vermarkten sie gemeinsam am Energiemarkt. AIoT koordiniert diese Einheiten und sorgt dafür, dass sie flexibel auf Netzanforderungen reagieren. Auch im Bereich der Elektromobilität kommt diese Technologie zum Einsatz. Intelligente Ladesysteme steuern den Energiebedarf von E-Fahrzeugen und vermeiden so eine Überlastung der lokalen Netze.
Der Ausbau von V2G könnte zudem erneuerbare Energien besser integrieren und die Netzstabilität sichern. Die weitere Entwicklung wird zeigen, inwieweit sich AIoT als Standardtechnologie im Energiemanagement durchsetzt.
(dr)
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