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2026

01

2025-12-29T12:00:00

Infrastruktur und Rechenzentrum

TESTS

020

Rechenzentrum

Infrastruktur

Flexoptix Flexbox 5

Kein Knick in der Optik

von Benjamin Pfister

Veröffentlicht in Ausgabe 01/2026 - TESTS

Um Glasfaser-Anbindungen in Betrieb zu nehmen, kommen heutzutage je nach Geschwindigkeit unterschiedliche Transceiver mit verschiedenen Bauformen zum Einsatz. Zudem nutzen die Hersteller von Routern, Switches und Firewalls oft eigene Kodierungen. Flexoptix möchte mit der Flexbox 5 diesem Wirrwarr etwas entgegensetzen. Im Test erwies sich das handliche Gerät als überaus nützlich.

Bei der Kopplung von Switches, Routern und Firewalls über weitere Strecken oder höheren Bandbreiten kommen Lichtwellenleiter zum Einsatz. Das Umwandeln von optischen in elektrische Signale übernehmen Small-Form-Factor-Pluggable-Module (SFP-Module) in unterschiedlichen Bauformen, wie SFP+ für 10G oder OSFP für 400G oder 800G. Wie bereits zuvor benannt, kodieren die Hersteller diese Module, sodass sich diese beispielsweise als Modul von Cisco, HPE oder Arista ausgeben. Im Gegenzug sind die Switches, Router oder Firewalls teils sogar beschränkt auf entsprechende herstellereigene Kodierungen und lassen keinerlei andere Transceiver zu. Die der Hersteller kosten zudem oft ein Vielfaches dessen, was vergleichbare kompatible Transceiver kosten.
Dem möchte Flexoptix mit der Flexbox 5 begegnen. Sie soll universelle Transceiver von Flexoptix individuell auf den gewünschten Hersteller kodieren. Neben dieser Kernfunktion brachte sie im Test jedoch noch einige weitere spannende Features mit.
Flexoptix Flexbox 5
Produkt
Gerät, das Universal-Transceiver unterschiedlicher Formfaktoren über eine App konfiguriert und kabellose Zusatzfunktionen bietet.
Hersteller
Flexoptix GmbH
Preis
Rund 700 €
Systemanforderungen
- Unterstützte Betriebssysteme: iOS, Android, Windows, macOS und Linux.
- Schnittstellen: SFP/+/28/56/112/DD, QSFP/+/28/56/112/DD und OSFP.
- Kommunikation: USB-C, BLE, WLAN, LTE-M sowie NB-IoT.
Technische Daten
Leichtgewicht mit LTE-Anbindung
Flexoptix lieferte mit der Flexbox 5 ein portables Gerät für den Test. Dies unterstrich das geringe Gewicht von 250 Gramm und Abmaße von 10 cm Länge, 11 cm an der breitesten Stelle bei der Form eines Oktagons und etwa 4,5 cm Höhe. Im Lieferumfang befand sich ein Hartschalen-Case mit Stoffüberzug und Fächern für Zubehör zum sicheren Transport. Zudem gab es noch ein 50 cm langes USB-C-auf-USB-C Kabel zur Verbindung mit einem Notebook oder PC. Für den Test standen uns außerdem mehrere Universal-SFP+-Transceiver zur Verfügung.
Bei der Kopplung von Switches, Routern und Firewalls über weitere Strecken oder höheren Bandbreiten kommen Lichtwellenleiter zum Einsatz. Das Umwandeln von optischen in elektrische Signale übernehmen Small-Form-Factor-Pluggable-Module (SFP-Module) in unterschiedlichen Bauformen, wie SFP+ für 10G oder OSFP für 400G oder 800G. Wie bereits zuvor benannt, kodieren die Hersteller diese Module, sodass sich diese beispielsweise als Modul von Cisco, HPE oder Arista ausgeben. Im Gegenzug sind die Switches, Router oder Firewalls teils sogar beschränkt auf entsprechende herstellereigene Kodierungen und lassen keinerlei andere Transceiver zu. Die der Hersteller kosten zudem oft ein Vielfaches dessen, was vergleichbare kompatible Transceiver kosten.
Dem möchte Flexoptix mit der Flexbox 5 begegnen. Sie soll universelle Transceiver von Flexoptix individuell auf den gewünschten Hersteller kodieren. Neben dieser Kernfunktion brachte sie im Test jedoch noch einige weitere spannende Features mit.
Flexoptix Flexbox 5
Produkt
Gerät, das Universal-Transceiver unterschiedlicher Formfaktoren über eine App konfiguriert und kabellose Zusatzfunktionen bietet.
Hersteller
Flexoptix GmbH
Preis
Rund 700 €
Systemanforderungen
- Unterstützte Betriebssysteme: iOS, Android, Windows, macOS und Linux.
- Schnittstellen: SFP/+/28/56/112/DD, QSFP/+/28/56/112/DD und OSFP.
- Kommunikation: USB-C, BLE, WLAN, LTE-M sowie NB-IoT.
Technische Daten
Leichtgewicht mit LTE-Anbindung
Flexoptix lieferte mit der Flexbox 5 ein portables Gerät für den Test. Dies unterstrich das geringe Gewicht von 250 Gramm und Abmaße von 10 cm Länge, 11 cm an der breitesten Stelle bei der Form eines Oktagons und etwa 4,5 cm Höhe. Im Lieferumfang befand sich ein Hartschalen-Case mit Stoffüberzug und Fächern für Zubehör zum sicheren Transport. Zudem gab es noch ein 50 cm langes USB-C-auf-USB-C Kabel zur Verbindung mit einem Notebook oder PC. Für den Test standen uns außerdem mehrere Universal-SFP+-Transceiver zur Verfügung.
Bild 1: Die Flexbox 5 kommt mit drei Einschüben für unterschiedliche Bauformen von Transceivern daher.
Es gab insgesamt drei Einschübe für die unterschiedlichen Transceiver-Bauformen. Der erste Einschub diente den Varianten SFP, SFP+, SFP28, SFP56, SFP112 und SFP-DD, der zweite QSFP, QSFP+, QSFP28, QSFP56, QSFP112 und QSFP-DD und der dritte entsprechend OSFP. Von den drei Einschüben durfte immer nur einer belegt sein, damit die Erkennung korrekt funktionierte.
Das Gerät verfügt für den mobilen Einsatz über einen 2000-mAh-Akku. Dies ermöglichte uns eine Laufzeit von bis zu acht Stunden, was auch für größere Implementierungen oder bei längeren Troubleshootings ausreichen sollte. Aufladen lässt sich die Box über USB-C. Während das USB-C Kabel gesteckt ist, dient sie zudem als induktive Ladeoption für das Mobiltelefon mit bis zu 15 Watt Ladeleistung. Das funktionierte in unseren Tests problemfrei. Zudem halten Magnete das Mobiltelefon auf der Box in Position. Diese dürften nach unserem Gefühl jedoch etwas stärker sein.
Für die Konnektivität bot die Box eine verkabelte Schnittstelle mit USB-C. Spannend wurde es jedoch bei den drahtlosen Optionen mit Bluetooth Low Energy (BLE), WLAN, LTE-M und NB-IoT. Bis auf die WLAN-Verbindung funktionierten alle weiteren Varianten vollkommen problemfrei. Weder mit einem normalen Unternehmens-WLAN mit WPA3 und auch im Test mit WPA2 konnte es sich zunächst verbinden. Um Inkompatibilitäten auszuschließen, testeten wir zudem mit einem mobilen Hotspot an einem iPhone 16, was ebenfalls fehlschlug. Wir meldeten dies an den Hersteller. Nach einem darauf folgenden Update der Flexbox am 3. Oktober 2025 funktionierten alle WLAN-Verbindungen.
Besonders überzeugt hat uns jedoch die LTE-M- und NB-IoT- Schnittstelle. Diese Mobilfunkstandards für IoT-Anwendungen ermöglichen es, das Gerät auch entfernt verwalten zu können. Somit sind beispielsweise bei einem Transceivertausch an einem entlegenen Standort ohne Fachpersonal die gewünschten Re-Brandings remote möglich, ohne separate VPNs konfigurieren und aufbauen zu müssen. Die Funktion steht in mehreren Ländern bereit – unter anderem in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien, den USA oder Australien. Eine komplette Auflistung findet sich auf den Seiten des Herstellers. Der Verbindungsaufbau gelang zudem erstaunlich schnell. Mit Wireshark validierten wir, dass die Übertragung TLS1.3 verschlüsselt erfolgt. Interessante Anwendungsfelder ergaben sich daraus für uns insbesondere, als wir die integrierten Analysefunktionen testeten. Dazu später mehr.
Von der Präferenz nutzt die Flexbox zunächst USB-C, falls verbunden. Im Anschluss greift sie von der Priorität auf WLAN, dann auf Bluetooth und erst danach auf LTE-M beziehungsweise NB-IoT zurück. Die drahtlosen Zugangstechnologien sind, sofern verfügbar, immer verbunden, aber nur eine davon aktiv.
App-Start nur mit Internet
Zur Nutzung der Box benötigten wir die Flexoptix-App, sowie einen gültigen Nutzeraccount. Die App gab es für macOS (Intel & Apple Silicon), Windows, Linux, iOS, iPadOS und Android. Wir testeten macOS, iOS, iPadOS und Windows, wobei bei keiner der vorgenannten Varianten Probleme auftraten. Die App updatete sich zudem automatisch. Wir starteten in unseren Tests mit Version 5.50.1 und endeten mit 5.51.0. Das Update verlief reibungslos. Im Nachgang war lediglich ein erneuter Login notwendig. Nur einmal hatten wir den Fall, dass wir uns im Betrieb an der App neu authentifizieren mussten.
Zudem testeten wir auch ein Update der Flexbox über die App. Dieses wurde automatisch angeboten und wir hatten auch keine Option, es zu überspringen. Da Updates über Bluetooth sich jedoch noch in der Beta-Phase befanden, verbanden wir es per USB-C. Das Update lief reibungslos durch.
Nach dem Start der App und dem entsprechenden Login zeigte diese automatisch die unserem Account aus der Bestellung zugeordnete Flexbox einschließlich Seriennummer an. Die App versuchte dann, sich damit über die bereitstehenden Konnektivitätsoptionen zu verbinden. Negativ fiel auf, dass die Anwendung nur startete, so lange eine Internetverbindung bestand. Der Grund: Nur hierüber ist eine Zuordnung des Kontos zur entsprechenden Flexbox möglich. Sie konnte auch nicht auf die lokalen Zugangswege, wie USB-C, WLAN oder Bluetooth zurückgreifen.
Für längere Einsätze in Kellern ohne Mobilfunkempfang empfiehlt es sich also, die App zuvor zu starten – insbesondere, wenn geplant ist, in einem Troubleshooting Transceiver umzukonfigurieren, um die Internetanbindung des jeweiligen Standorts wiederherzustellen. Hier würde sich ein Fallback auf Basis von zeitlich begrenzten Zugangstokens anbieten. Dafür stand aber ein einfaches Nutzermanagement in der App bereit. Darüber ließen sich User zu Nutzergruppen zuweisen und den jeweiligen Gruppen dann Flexboxen zuordnen, die diese verwenden können. Das ergibt insbesondere für größere Unternehmen Sinn.
Einschränkungen beim Support
Bei der Einfachheit des Umkonfigurierens über die Flexbox sei darauf hingewiesen, dass viele Hersteller von Netzwerkhardware den Support untersagen, wenn festgestellt wird, dass es sich um kompatible Module eines Drittanbieters handelt. Das kann im Fehlerfall zu unangenehmen Verzögerungen bei Incidents führen, selbst wenn der Transceiver von Flexoptix vollkommen unschuldig an der eigentlichen Ursache eines Supporttickets sein sollte. Dessen sollten sich die Systemverantwortlichen bewusst sein.
Rekonfiguration nur mit Original-Transceivern
Direkt nach dem Starten der Flexbox erhielten wir in der App einen Überblick über den eingesetzten Transceiver mit Produktnummer, Seriennummern und aktueller Herstellerkompatibilität. Zudem fanden wir Angaben zu kompatiblen Lichtwellenleitern (Singlemode oder Multimode), den Wellenlängen, der Reichweite und der Bandbreite, sowie dem Temperaturbereich. Auch ein Link zum Datenblatt des Transceivers stand bereit. Bei einer Variante eines anderen Herstellers erhielten wir lediglich eine Fehlermeldung und die Option, ein Ticket zu eröffnen. Hier wäre die Information hilfreich, um welchen Hersteller und welche Kompatibilität es sich handelt, um etwa bei nicht mehr lesbaren Beschriftungen auf den Transceivern wenigstens das Modell auslesen zu können.
Um die Kompatibilität bei Flexoptix-Transceivern anzupassen, reichte ein Klick auf den passenden Hersteller mit der entsprechenden Kompatibilität und im Nachgang auf "Start Reconfiguration", um den Transceiver anzupassen. Bei einigen Kompatibilitäten erhielten wir nach einem Klick darauf auch Zusatzinformationen, wie beispielsweise bei Cisco, da es dort viele ähnlich klingende Benamungen gab. Nach erfolgreicher Erledigung konnten wir einen Ton abspielen lassen und eine Option nutzen, um den nächsten Transceiver mit der gleichen Kodierung zu versehen. Das erleichtert Massenkonfigurationen. Des Weiteren ließen sich häufig verwendete Kompatibilitäten als Favorit kennzeichnen, um sie in den 384 Varianten schneller zu finden. Eine Historie ermöglichte es, retrospektiv nachzuvollziehen, zu welchem Datum und welcher Uhrzeit die Kompatibilität geändert und welche gewählt wurde.
Die Rekonfiguration gelang mit den dafür freigegebenen Flexoptix-Universal-Transceivern problemlos und innerhalb weniger Sekunden. Wer nun jedoch vermutet, dass er seine Transceiver vom Hersteller A einfach auf Hersteller B umkonfigurieren kann, irrt. Dies ist nur mit den Transceivern von Flexoptix möglich. Ebenfalls nicht möglich waren Ungleich-Kodierungen, um beispielsweise ein 10G-DWDM-Modul als 10G-LR-Transceiver auszugeben, um Inkompatibilitäten von Switches, Routern und Firewalls mit WDM-Modulen zu umgehen.
Messen und Tunen
Ein weiteres spannendes Feature fanden wir im Optical Power Meter. Darüber konnten wir auf Basis der gesteckten Transceiver den optischen Eingangspegel messen, also wieviel Pegel der gesteckte Transceiver vom Transceiver der Gegenstelle empfing. Damit aber nicht genug: Die App besaß zudem Kenntnis über die Schwellenwerte des Transceivers in Bezug auf Pegel, Spannungen, Ruhestrom und Temperatur und meldete Verstöße als Alarme. Zudem bestand die Option, die Messintervalle für die Aufzeichnung von Pegeländerungen mit einer Zehntelsekunde als niedrigste Auflösung zu definieren. So ließen sich auch zeitweise Probleme auf der LWL-Verbindung erkennen. Für die spätere Analyse ließen sich die Messung über einen Recording-Button aufzeichnen und die Messergebnisse als CSV-Datei mit entsprechenden Zeitstempeln exportieren.
Bild 2: Die Optical-Power-Meter-Funktion misst Ausgangs- und Eingangspegel in dBm.
Bei den Herstellern von Netzwerkkomponenten kaufen IT-Verantwortliche normalerweise Transceiver für Wellenlängenmultiplex-Systeme direkt mit der gewünschten Wellenlänge, beziehungsweise dem entsprechenden Kanal. Das DWDM-Wellenlängen-Tuning brachte die Möglichkeit, sogenannte tunable DWDM-Transceiver direkt über die App auf einen gewünschten DWDM-Kanal/Wellenlänge einzustellen. Das erleichtert insbesondere die Ersatzteilbevorratung, da nur noch ein Tunable-Transceiver anstatt jeweils einer je Wellenlänge bevorratet werden muss. In der Tuning-Ansicht zeigt das Gerät alle verfügbaren Kanäle des eingesteckten Transceivers an. Mit nur wenigen Klicks ließ sich die gewünschte Wellenlänge auswählen und der Transceiver wurde automatisch auf den neuen Kanal parametrisiert. Eine Option für CWDM-Transceiver suchten wir jedoch vergebens.
Distanzanalyse mit Micro-OTDR
Im Menü der Flexbox gab es nicht zuletzt einen Punkt namens "Distance-Analyzer (OTDR)". OTDR steht für ein optisches Zeitbereichsreflektometer und dient dazu, optische Verbindungen zu validieren, sowie Fehlerdiagnosen an diesen durchzuführen. Ziel von OTDR-Messungen ist es beispielsweise, bei Fehlern die entsprechende Entfernung der Fehlerstelle zu identifizieren oder im Fall von Abnahmen die Dämpfungswerte der Spleiße zu prüfen. Diese Funktion stand jedoch zum Testzeitraum noch nicht zur Verfügung. In Rücksprache mit Flexoptix ist dieses als eines der nächsten Features geplant, wobei der Hersteller das geplante Release-Datum noch nicht kommuniziert hat.
Fazit
Die Flexbox 5 eignet sich für kleinere Firmen, die durch kompatible SFP-Module Kosten einsparen und sich gleichzeitig die Flexibilität eines Herstellerwechsels offen halten möchten. In größeren IT-Umgebungen mit multiplen Herstellern ist die Eignung ebenfalls gegeben, um Lagermengen an Transceivern für Notfälle zu reduzieren, da nicht mehr je Hersteller und Bauart eine Ersatzmenge an Modulen vorgehalten werden muss.
Besonders spannend ist die Flexbox natürlich für IT-Dienstleister, die multiple Kunden mit unterschiedlichen Herstellern von Netzwerktechnik betreuen. Im Test überzeugten uns vor allem die Schnittstellenvielfalt bis 800G sowie die vielfältigen Konnektivitätsoptionen. In Anbetracht der Funktionsvielfalt und der Einsparmöglichkeiten im Vergleich zu Originalmodulen geht für das Preis-Leistungsverhältnis unser Daumen definitiv hoch.
(dr)
So urteilt IT-Administrator
Umkonfigieren von Transceivern
9
Schnittstellenvielfalt
10
Konnektivität
9
LWL-Streckenmessung
7
Betriebssystem-Kompatibilität
10
Die Details unserer Testmethodik finden Sie unter https://www.it-administrator.de/testmethodik