Mit Parallels Desktop führt der gleichnamige Hersteller virtuelle Maschinen lokal auf Apple-Mac-Computern aus. Die jüngste Ausgabe des Hypervisors virtualisiert Windows, Linux sowie macOS selbst. Das funktioniert sowohl auf Intel-Macs als auch mit Apples hauseigenen M-Prozessoren. IT-Administrator hat Parallels Desktop in der Praxis erprobt und war sehr angetan. Besonders die extrem schnelle, nahezu vollautomatische Bereitstellung einer Windows-11-VM konnte punkten.
Im Alltag vieler Administratoren sind heterogene Clientlandschaften längst Realität. Neben klassischen Desktop-PCs auf Basis von Microsoft Windows finden sich zunehmend auch Clients unter Apple macOS, sei es aus Gründen der individuellen Präferenz einzelner Benutzer oder aufgrund der Anforderungen spezieller Software.
So wies der Onlinedienst Stat Counter in den vergangenen beiden Jahren mit einem Marktanteil von über 70 Prozent eine deutliche Dominanz von Windows aus, während macOS um 16 Prozent schwankte. Mutmaßlich das drohende Supportende von Windows 10 im Oktober des letzten Jahres hat aber knapp fünf Prozent der Marktanteile von Windows in Richtung Mac verschoben. Dahinter sortieren sich Linux und Google ChromeOS ein.
Die Standard-Edition ist ab rund 50 Euro pro Jahr erhältlich, die Pro-Edition ab 60 Euro. Die Business-Edition schlägt mit knapp 100 Euro jährlich zu Buche. Die Preise der Enterprise-Edition verrät der Hersteller nur auf Anfrage.
Systemanforderungen
Host:
Apple-Computer mit beliebigem Prozessor der M-Serien (ARM) sowie Intel Core i5, Core i7, Core i9, Core M oder Xeon; Hauptspeicher ab 4 GByte, 16 GByte empfohlen; macOS Tahoe 26.0, Sequoia 15.5, Sonoma 14.7, Ventura 13.7, Monterey 12.7 oder neuer, Big Sur 11.7 oder neuer, Catalina 10.15.7 oder neuer, Mojave 10.14.6 oder neuer
Gäste (ARM-Systeme):
Microsoft Windows 11 Pro und Enterprise (empfohlen) sowie Windows Server 2025 (sobald für ARM verfügbar), Ubuntu Linux 25.04, 24.04, 23.04, 22.04, 21.10, 21.04, 20.10, 20.04; Fedora Workstation 42, 41, 40, 39; Red Hat Enterprise Linux 10, 9; Debian GNU/Linux 12, 11; Kali Linux 2025.2, 2024.2, 2023.1, 2022.2, 2022.1, 2021.3; CentOS Stream 10, 9; macOS Tahoe 26, Sequoia 15, Sonoma 14, Ventura 13, Monterey 12
Gäste (Intel-Systeme)
: Windows 10, 11 sowie Windows Server 2012 R2 bis 2025; zahlreiche Linux-Distributionen; openBSD 6; Android OS; macOS Tahoe 26 bis 10.12.x sowie diverse ältere Versionen von Mac OS X.
Die Vielfalt der Betriebssysteme bringt Vorteile, aber auch Herausforderungen. Manche geschäftskritischen Anwendungen, etwa Branchenlösungen, ERP-Clients oder proprietäre Tools, laufen ausschließlich unter Windows und verhindern oftmals eine vollständige Migration auf macOS. Administratoren und professionelle Anwender stehen dann vor der Frage, wie sie ihre Windows-Applikationen nahtlos in eine Mac-Umgebung integrieren können.
Im Alltag vieler Administratoren sind heterogene Clientlandschaften längst Realität. Neben klassischen Desktop-PCs auf Basis von Microsoft Windows finden sich zunehmend auch Clients unter Apple macOS, sei es aus Gründen der individuellen Präferenz einzelner Benutzer oder aufgrund der Anforderungen spezieller Software.
So wies der Onlinedienst Stat Counter in den vergangenen beiden Jahren mit einem Marktanteil von über 70 Prozent eine deutliche Dominanz von Windows aus, während macOS um 16 Prozent schwankte. Mutmaßlich das drohende Supportende von Windows 10 im Oktober des letzten Jahres hat aber knapp fünf Prozent der Marktanteile von Windows in Richtung Mac verschoben. Dahinter sortieren sich Linux und Google ChromeOS ein.
Die Standard-Edition ist ab rund 50 Euro pro Jahr erhältlich, die Pro-Edition ab 60 Euro. Die Business-Edition schlägt mit knapp 100 Euro jährlich zu Buche. Die Preise der Enterprise-Edition verrät der Hersteller nur auf Anfrage.
Systemanforderungen
Host:
Apple-Computer mit beliebigem Prozessor der M-Serien (ARM) sowie Intel Core i5, Core i7, Core i9, Core M oder Xeon; Hauptspeicher ab 4 GByte, 16 GByte empfohlen; macOS Tahoe 26.0, Sequoia 15.5, Sonoma 14.7, Ventura 13.7, Monterey 12.7 oder neuer, Big Sur 11.7 oder neuer, Catalina 10.15.7 oder neuer, Mojave 10.14.6 oder neuer
Gäste (ARM-Systeme):
Microsoft Windows 11 Pro und Enterprise (empfohlen) sowie Windows Server 2025 (sobald für ARM verfügbar), Ubuntu Linux 25.04, 24.04, 23.04, 22.04, 21.10, 21.04, 20.10, 20.04; Fedora Workstation 42, 41, 40, 39; Red Hat Enterprise Linux 10, 9; Debian GNU/Linux 12, 11; Kali Linux 2025.2, 2024.2, 2023.1, 2022.2, 2022.1, 2021.3; CentOS Stream 10, 9; macOS Tahoe 26, Sequoia 15, Sonoma 14, Ventura 13, Monterey 12
Gäste (Intel-Systeme)
: Windows 10, 11 sowie Windows Server 2012 R2 bis 2025; zahlreiche Linux-Distributionen; openBSD 6; Android OS; macOS Tahoe 26 bis 10.12.x sowie diverse ältere Versionen von Mac OS X.
Die Vielfalt der Betriebssysteme bringt Vorteile, aber auch Herausforderungen. Manche geschäftskritischen Anwendungen, etwa Branchenlösungen, ERP-Clients oder proprietäre Tools, laufen ausschließlich unter Windows und verhindern oftmals eine vollständige Migration auf macOS. Administratoren und professionelle Anwender stehen dann vor der Frage, wie sie ihre Windows-Applikationen nahtlos in eine Mac-Umgebung integrieren können.
Apple stattet sein Angebot an Clienthardware inzwischen komplett mit den hauseigenen M-Prozessoren auf ARM-Basis aus. Und die derzeit aktuelle Version 26 von macOS mit dem Codenamen "Tahoe" soll das letzte große Release sein, das die Intel-Plattform unterstützt. Damit verliert das nur mit den älteren Intel-Macs kompatible Boot Camp, das native Installation und Dual-Boot von Windows erlaubte, an Bedeutung.
Die zentrale Bereitstellung von Windows-Applikationen über Remote Desktop Services (RDS) oder eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) deckt nicht den Bedarf sämtlicher Anwender, sind doch RDS und VDI abhängig von einer dauerhaften Netzwerkverbindung und der verfügbaren Bandbreite. Neben der Offlinenutzung wünschen sich aber vor allem Entwickler mehr Flexibilität bei der Handhabung mehrerer virtueller Maschinen mit unterschiedlichen Betriebssystemen wie auch vollen Zugriff auf die Clienthardware und angeschlossene Peripherie.
Hier setzt Parallels an, das im letzten Jahr passend zur geänderten Versionierung von Apple die Hauptversion seiner Virtualisierungslösung Parallels Desktop für Mac von 20 direkt auf 26 angehoben hat. Mit seiner Software hatte der Hersteller schon vor 20 Jahren Pionierarbeit für die Virtualisierung auf Basis des damaligen Mac OS X geleistet. Das grundlegende Funktionsprinzip ist bis heute unverändert. Im Gegensatz zu Typ-1-Hypervisoren, wie etwa VMware ESXi oder KVM, läuft Parallels Desktop als Typ-2-Hypervisor nicht direkt auf der Hardware, sondern benötigt ein Betriebssystem als Host, in diesem Fall eben macOS.
Vier Editionen mit klaren Zielgruppen
Mit der Standard-Edition richtet sich Parallels an Privatpersonen, Schüler und Studenten. Bereits diese kleinste Variante virtualisiert die neuesten Versionen von Windows, Linux sowie macOS und bietet eine nahtlose Integration von Gästen. Sie unterstützt VMs mit jeweils bis zu vier virtuellen Prozessoren sowie 8 GByte Arbeitsspeicher. Darüber hinaus bietet Parallels drei weitere Varianten an.
Mit der Pro-Edition adressiert der Hersteller fortgeschrittene Anwender und Entwickler. Diese Edition hebt die Limits für die Ausstattung von VMs auf jeweils bis zu 32 vCPU sowie 128 GByte RAM. Weiterhin optimiert die Pro-Edition VMs für Windows Apps mit hohem Grafik und Rechenbedarf und bringt ein Command Line Interface (CLI) mit, das nahezu sämtliche Optionen der grafischen Benutzeroberfläche auch über das Terminal von macOS steuert. Gegenüber der Standard-Variante umfasst die Pro-Edition zudem Funktionen zur Bereinigung von virtuellen Datenträgern und RAM, System- und Leistungsüberwachung sowie Optionen für Screenshots und Videoaufzeichnung.
Zudem enthalten die "Parallels Tools für Windows" ein Plug-in für Microsoft Visual Studio, mit dem Entwickler aus einer Windows-VM heraus das Remote-Debugging von Prozessen in einer anderen VM starten können. Voraussetzung dafür ist, dass die beteiligten VMs ein gemeinsames Netzwerksegment verwenden und ihre virtuellen Festplatten mit dem Host teilen.
Zum Funktionsumfang der Pro-Edition gehört außerdem die "Parallels Toolbox", eine Sammlung von über 40 kleineren Produktivitäts-Tools für macOS und Windows, die diverse Aufgaben im Alltag vereinfachen. Dazu zählen etwa Screenshots, Screencasts, Audio- und Videokonvertierungen. Die Toolbox ist auch einzeln erhältlich, richtet sich primär an Endanwender und hat keinen direkten Bezug zur Virtualisierung, weshalb wir im Folgenden unseren Fokus auf die Kernfunktionen von Parallels Desktop legen.
Die Business-Edition ergänzt Funktionen für die zentrale Administration und Lizenzverwaltung in Unternehmen, eine Integration mit MDM-Plattformen, wie etwa Jamf und Intune, für automatisierte Installation und Updates sowie Provisionierungswerkzeuge für die Konfiguration und Bereitstellung von VMs in Teams.
Zu guter Letzt bietet Parallels mit der Enterprise-Edition eine Variante des Desktops für große Organisationen, die zahlreiche Clients managen möchten. Sie erweitert den Umfang der Business-Edition dazu um weitergehende Funktionen für eine zentrale Verwaltung. Administratoren können ihren Anwendern darüber den Single Sign-on (SSO) gegen einen eigenen Identitätsprovider ermöglichen und vorkonfigurierte VMs zum Download bereitstellen. Weiterhin ermöglicht diese Ausgabe zentrale Richtlinien für Compliance sowie eine granulare Steuerung von VM-Einstellungen, Netzwerk, USB, Zwischenablage und freigegebenen Ordnern.
Umfangreich auf Intel, fokussiert auf ARM
Grundsätzlich verwendet Parallels Desktop Hardwarevirtualisierung und reicht die Prozessorarchitektur des Hosts nativ an die Gäste durch. Ergänzend sorgen paravirtualisierte Treiber der Parallels Tools für Grafik-, Netzwerk- und Speicherperformance sowie eine tiefe Integration mit macOS. Parallels hat dieses Prinzip über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und unterstützt neben Macs mit Intel-Prozessoren sämtliche Varianten von Apples M-Serie.
Entscheidend für eine vollständige Funktionsunterstützung ist die Gleichheit der Architekturen: Intel-Macs führen ausschließlich x86_64-basierte Gäste aus, während auf M-Prozessoren nur ARM64-Betriebssysteme nativ laufen. Daher fällt die Kompatibilitätsliste für Intel-Systeme deutlich breiter aus. Dort unterstützt Parallels neben Windows 10 und 11 auch Windows Server ab 2012 R2 sowie eine große Bandbreite an Linux-Distributionen und sogar openBSD – letzteres ohne die Parallels-Tools und damit ohne tiefere Integration.
Auf Intel-Systemen kann Parallels zudem vorhandene Boot-Camp-Partitionen als VM starten. Dies ist zwar praktisch, bringt aber Einschränkungen mit sich: Windows lässt sich dabei weder pausieren noch komprimieren, nicht für Snapshots nutzen und nicht im Rollback-Modus betreiben, der Laufzeitänderungen beim Herunterfahren verwirft.
Auf ARM-basierten Mac-Rechnern ist die Auswahl naturgemäß kleiner: Parallels unterstützt hier offiziell Windows 11 für ARM sowie einige ARM-angepasste Varianten von Ubuntu, Fedora, Debian, Kali und macOS selbst. Zusätzlich bietet der Hersteller eine Emulation, die in engen Grenzen auch x86_64-Betriebssysteme auf ARM-Systemen startet. Aufgrund deutlicher Leistungseinbußen und weiterer technischer Einschränkungen, auf die wir später eingehen, spielt sie für produktive Szenarien im Unternehmen jedoch kaum eine Rolle.
Einige ältere Funktionen existieren nur noch eingeschränkt oder auf Intel-Macs: Parallels Access wurde 2024 eingestellt, und Parallels Transporter zur Migration bestehender Windows- oder Linux-Systeme funktioniert nur mit älteren Parallels-Versionen auf Intel-Hardware. Da Apple mittlerweile vollständig auf ARM setzt, haben wir unseren Test konsequent auf diese Plattform fokussiert und dazu ein MacBook Air mit M3-Prozessor sowie die Pro-Edition von Parallels Desktop eingesetzt.
In Windeseile zur Windows-11-VM
Nachdem wir uns auf der Webseite des Herstellers für einen Parallels-Account registriert hatten, hinterlegten wir die Lizenz in unserem Kundenkonto und konnten anschließend das Installationspaket als Apple Disk Image (DMG) herunterladen sowie die ebenso umfangreiche wie einfach nachvollziehbare Onlinedokumentation studieren. Alternativ findet sich Parallels Desktop auch im App Store von macOS. Die Installation war mit wenigen Klicks erledigt. Daraufhin meldeten wir uns auch innerhalb der Anwendung mit unserem Parallels-Account an und aktivierten die Lizenz. Anschließend führte uns der Assistent direkt durch Down-load und Installation von Windows 11 in der Variante für die ARM-Architektur.
Der Assistent verlinkt Artikel aus Parallels' Knowledge-Base, die zum einen auf technische Einschränkungen dieser Plattform hinweisen, darunter mögliche Probleme mit nicht kompatiblen x86_64-Anwendungen sowie fehlende Unterstützung für verschachtelte Virtualisierung mit Hyper-V und darauf aufbauenden Technologien. Auch das Windows-Subsystem für Linux (WSL) funktioniert nicht in der neueren Version 2. Nur das ältere WSL1 ist verfügbar. 3D-Beschleunigung unterstützt Parallels Desktop auf dem Niveau von DirectX 11.1 und OpenGL 3.3.
Ein weiterer Supportartikel wies uns auf die Notwendigkeit hin, Windows zu aktivieren, da Parallels Desktop natürlich nicht die ordnungsgemäße Lizenzierung des Betriebssystems erübrigt. Parallels beschreibt hierzu die möglichen Wege, nach der Installation entweder einen bereits vorhandenen Lizenzschlüssel zu verwenden oder aber eine Lizenz innerhalb der VM direkt aus Microsofts Store zu erwerben.
Parallels Desktop überraschte uns positiv damit, wie einfach die Inbetriebnahme von Windows gelang. Der Assistent lud ein rund 4,5 GByte großes Image für Windows 11 Pro 24H2 (Build 26100.4349) herunter und installierte das Betriebssystem vollautomatisch innerhalb einer neuen VM. Im weiteren Verlauf des Setups konnten und mussten wir nicht manuell eingreifen. Der Assistent richtete Windows mit einem lokalen Benutzerkonto ein, dessen Name unserem Benutzer unter macOS entsprach, und meldete diesen Benutzer ohne Passwort automatisch an.
Weiterhin hatte der Assistent auch gleich die Parallels Tools für eine nahtlose Integration mit dem Host installiert. So fanden wir automatisch die bidirektionale Spiegelung von Dateien und Ordnern aktiv vor, die wir in den Einstellungen der VM unter "Optionen / Freigabe" nach unseren Wünschen anpassen konnten. Mittels "Mac- und Windows-Benutzerordner spiegeln" sorgte Parallels dafür, dass die Standardordner unseres Benutzerprofils in Windows mit den entsprechenden Ordnern Desktop, Dokumente, Bilder, Musik, Filme und Downloads innerhalb von macOS verbunden waren. So konnten wir transparent auf unsere Daten zugreifen, dies auf Wunsch für einzelne Standardordner auch wieder deaktivieren oder aber weitere benutzerdefinierte Ordner aus macOS an Windows durchreichen. Umgekehrt fanden wir die Festplatte sowie optional auch weitere verbundene Laufwerke der Windows-VM mitsamt OneDrive im Finder von macOS unter "Netzwerk" wieder.
Clevere App-Integration zwischen macOS und Windows
Die tiefe Integration der beiden Welten setzt Parallels auch bei den Programmen fort. Die Details konfigurierten wir in den Eigenschaften der VM unter "Optionen / Programme". So fügen die Tools den Ordner "Parallels Shared Applications" mit Verknüpfungen zu allen unter macOS installierten Applikationen im Startmenü der Windows-VM hinzu. Optional erzeugt Parallels Desktop auch Verknüpfungen aller in Windows verfügbaren Programme im Dock sowie im Apps-Ordner von macOS und zeigt sämtliche unter Windows laufende Programme einzeln mit ihren Icons im Dock an. Dies konnten wir optional auf den sogenannten Coherence-Modus beschränken. Mittels dieser Funktion, erreichbar über die Menüleiste der VM unter "Darstellung / In Coherence wechseln", blendet Parallels den Windows-Desktop aus und zeigt alle innerhalb der VM laufenden Anwendungen in Form einzelner Fenster unter macOS an, sodass die Grenzen zwischen beiden Betriebssystemen weiter schwinden und wir Anwendungen aus beiden Welten nahtlos parallel nutzen konnten.
Zudem unterstützt Parallels Desktop bidirektional die Zuordnung von Dateitypen. So konnten wir unter macOS Dateien per "Öffnen mit" in unter Windows verfügbaren Anwendungen starten oder umgekehrt aus der Windows-VM heraus Dateien mit Apps unter macOS öffnen und die Dateitypen jeweils auch dauerhaft den gewünschten Apps zuordnen (Bild 1).
Bild 1: Parallels Desktop öffnet wechselseitig Dateien aus Windows heraus in Apps unter macOS oder umgekehrt.
Unter "Optionen / Internet & E-Mail" erweitert Parallels die Integration auf Weblinks und Mails. So bringt Parallels das Plug-in "Open In 'Button for Edge'" für Apples Browser Safari mit, das auf Wunsch einzelne URLs an Microsofts Browser innerhalb der Windows-VM übergibt. Ganz ohne Plug-in konnten wir Weblinks und E-Mails über die Grenzen der Betriebssysteme hinweg verarbeiten, indem wir wahlweise ein Programm aus der Windows-VM unter macOS als Standard definierten oder umgekehrt.
Hardwarekontrolle mit vielen Optionen
Im Bereich "Hardware" der Einstellungen hatte der Assistent unter "CPU & RAM" automatisch Werte gewählt und unsere VM mit vier CPU-Kernen sowie 6 GByte Hauptspeicher, davon bis zu 3 GByte als Grafikspeicher, ausgestattet. Im ausgeschalteten Zustand konnten wir hier auch nachträglich noch manuell eigene Werte wählen. Auch den Zugriff der VM auf die Geräte des Hosts hatte Parallels mit sinnvollen Voreinstellungen versehen und etwa die Grafik für das Retina-Display unseres Hosts optimiert sowie Audiogeräte und Kamera und auch unseren Drucker aus macOS in die VM durchgereicht. Unter "Hardware / Netzwerk" konnten wir den Netzwerk-Conditioner aktivieren, der auf Wunsch die Bandbreite der VM begrenzt und zu Testzwecken künstlich eingeschränkte bis hin zu sehr schlechten Netzwerkverbindungen simuliert. Neben vorgefertigten Profilen, wie DSL oder 3G, durften wir dazu auch manuell die gewünschte Rate an Paketverlusten oder Latenzen wählen.
Unter "Hardware / USB" regelten wir den Umgang mit Peripheriegeräten detailliert. So fragt Parallels für jedes USB-Gerät nach, ob es mit dem Host oder der aktiven VM verbunden werden soll, und ermöglicht zudem auch permanente Zuweisungen (Bild 2). Auf Wunsch reicht Parallels Desktop auch Smartcard-Geräte an VMs durch. Standardmäßig hatte der Assistent die Windows-VM über den TPM-Chip unseres Macs abgesichert und wies entsprechend darauf hin, dass beim Übertragen auf einen anderen Mac neben der VM selbst auch das Passwort aus dem Schlüsselbund von macOS erforderlich ist. In seiner Knowledge-Base beschreibt Parallels den Transfer via iCloud oder manuell.
Bild 2: Parallels Desktop ordnet USB-Geräte flexibel dem Host oder einer der laufenden VMs zu.
Leistungsstarke Snapshot- und Klonfunktionen
Im Bereich "Sicherheit" der Einstellungen konnten wir die VM mithilfe eines Passworts verschlüsseln, das Parallels Desktop künftig bei jedem Start der VM verlangte. Zudem durften wir Aktionen, wie etwa Statusänderungen, Verwaltung von Snapshots oder generell Änderungen an der Konfiguration der VM, an die Touch-ID oder unser Passwort unter macOS binden oder aber ein weiteres benutzerdefiniertes Passwort hierfür einrichten. In dem Dialog fanden wir auch die Optionen vor, Windows vom Mac komplett zu isolieren, sowie den Rollback-Modus zu aktivieren. Beides ist praktisch für Testszenarien. Im Rollback-Modus als schnelle Alternative zum Arbeiten mit Snapshots verwirft Parallels Desktop beim Herunterfahren der VM sämt- liche Änderungen oder fragt nach, ob diese persistent gespeichert werden sollen.
Bei "Backup" konfigurierten wir mit dem optionalen "SmartGuard" eine Funktion, die Snapshots der VM automatisiert, was allerdings nur bei inaktivem Rollback-Modus funktioniert. In den Details dieser Funktion regelten wir den zeitlichen Abstand in Stunden zwischen zwei Snapshots und die Anzahl der Snapshots, die Parallels aufbewahrt. Die Option "Optimierung für Time Machine" setzt alternativ automatische Standardwerte, legt alle 48 Stunden einen Snapshot an und bewahrt die drei letzten Snapshots auf, die dann von Apples Time Machine gesichert werden. Im Gegensatz dazu konnten wir die VM auch komplett von der Sicherung mittels Time Machine ausschließen.
Alle weiteren Aktionen zur Verwaltung der VM erreichten wir über ihr Kontextmenü im Parallels-Kontrollcenter. Hier steuerten wir die Snapshots und gaben nicht mehr benötigten Speicherplatz frei. In letzterem Fall reduziert Parallels Desktop die Größe der virtuellen Festplatte. VMs konnten wir wahlweise klonen oder verknüpfte Klone erstellen (Bild 3). Letzteres bedeutet, dass Parallels keine vollständige Kopie erstellt, sondern sich der Klon die virtuelle Festplatte mit dem Original teilt und nur die Differenz separat speichert. Weiterhin fanden wir die Option, die VM zur Übertragung auf einen anderen Host vorzubereiten. Über das Menü "Datei" des Kontrollcenters durften wir eine VM zudem in eine Vorlage für neue VMs klonen oder konvertieren. Nur im ersten Fall bleibt die ursprüngliche Maschine dabei erhalten.
Bild 3: Snapshots und Klone vereinfachen die Handhabung verschiedener Zustände einer VM.
Linux und macOS ebenso flink virtualisiert
Weitere VMs richteten wir über "Datei / Neu..." ein. Den Assistenten konnten wir erneut für die vereinfachte Installation von Windows 11 verwenden, was allerdings einen erneuten Download des ISO-Images nach sich zog. Alternativ starteten wir eine benutzerdefinierte Installation über vorhandene ISO- oder VHDX-Dateien und überließen Parallels dabei wahlweise die automatische Wahl geeigneter Parameter oder passten die VM bereits vorab an.
Für Linux und macOS bot der Assistent ebenso einfache Setups an: Ubuntu Linux, Ubuntu mit Rosetta, Fedora, Debian, Kali sowie macOS selbst. Das Ubuntu-Image ohne Rosetta basiert vollständig auf ARM und bietet die beste Performance, kann jedoch keine x86_64-Applikationen oder Docker-Container starten. Die erst ab der Pro-Edition verfügbare Ubuntu-Variante mit Rosetta integriert Apples Emulationsschicht und erlaubt das Ausführen von x86_64-Binaries innerhalb der VM; dafür fällt die Leistung naturgemäß geringer aus. Parallels hat hierfür sämtliche Abhängigkeiten und Docker bereits vorkonfiguriert.
Wir entschieden uns für die native ARM-Variante von Ubuntu 24.04.3. Der Assistent lud das Image automatisch, installierte die VM und richtete einen Benutzer namens "parallels" ein, für den wir lediglich ein Passwort vergeben und die Installation der Parallels Tools bestätigen mussten.
Auch die Einrichtung einer macOS-VM verlief unkompliziert. Der Assistent lud ein rund 18 GByte großes Image von macOS 26.1.0 herunter, das anschließend die manuelle Ersteinrichtung durchlief. Innerhalb der VM gelang ausschließlich die Nutzung eines lokalen Kontos; eine Anmeldung mit Apple ID verweigerte macOS. Zudem weist der Hersteller auf technische Einschränkungen hin: Die VM nutzt zwar Tastatur und Maus des Hosts, hat aber keinen Zugriff auf die Kamera oder weitere Hardware und eignet sich primär für Softwareentwicklung, Tests oder den persönlichen nicht-kommerziellen Gebrauch.
Im Betrieb liefen Linux und macOS ebenso reibungslos wie Windows, boten jedoch weniger Integrationen. Während sich Benutzerordner aus macOS in die VMs spiegeln ließen, fehlte der umgekehrte Weg. Auch die Zuordnung von Dateitypen unterstützt Parallels nur für Windows. Linux und macOS ließen sich im Fenster oder im Vollbild nutzen, jedoch nicht im Coherence-Modus.
Emulation nur sehr eingeschränkt
Der Emulation von x86_64-Gästen auf ARM-Systemen widmet Parallels in seiner Onlinedokumentation einen eigenen Artikel – nicht ohne den ausdrücklichen Hinweis "It is slow, really slow". Technisch unterstützt Parallels sowohl den Import bestehender Maschinen als auch die Installation neuer VMs vom ISO-Image, Letzteres jedoch ausschließlich für Windows 10 und Windows Server 2022 und nicht über den grafischen Assistenten. Zudem sind emulierte VMs auf eine vCPU und maximal 8 GByte RAM beschränkt.
Wir folgten der Anleitung und erzeugten per CLI eine VM mit der x64-Variante von Windows 10. Die Installation dauerte über 40 Minuten; im Betrieb reagierte die VM äußerst träge und war für produktive Aufgaben de facto unbrauchbar. USB-Geräte und Audio funktionierten nicht, und selbst die Bildschirmauflösung ließ sich trotz installierter Parallels Tools nicht zuverlässig anpassen. Der Hersteller dokumentiert diese und weitere Einschränkungen ausführlich. Damit erscheint die Emulation lediglich als letzte Option für Testszenarien oder zum Weiterführen historischer VMs, bietet aber praktisch keinen Mehrwert gegenüber einer nativen ARM-VM.
Zentrale Verwaltung via Managementportal
Zu guter Letzt haben wir uns die Konfiguration über das Parallels-Managementportal in der Cloud angesehen, mangels passender Lizenz allerdings nur in einer Demoumgebung des Herstellers. Das Portal unterstützt Administratoren, Lizenzen der Enterprise-Edition vorausgesetzt, bei der zentralen Verwaltung von Clients im Unternehmen. Die webbasierte Oberfläche weist Lizenzen zu, aktiviert oder entzieht diese, ohne dass jede Installation nach manueller Betreuung verlangt.
Das Portal arbeitet mit Verzeichnisdiensten wie Active Directory oder Entra ID für das User-Management zusammen und erlaubt SSO. Administratoren stellen darüber Gruppen von Benutzern vorgefertigte Golden Images für VMs bereit und kontrollieren diese mithilfe von Richtlinien, etwa zur Ressourcenzuweisung, Netzwerkkonfiguration oder Vorgabe von Sicherheitsoptionen. Weiterhin umfasst das Portal Monitoring- und Reportingfunktionen für einen Überblick über aktive Installationen, Nutzungsstatistiken und Compliancestatus der Clients.
Auf Wunsch geben die Richtlinien den VMs Einstellungen fix vor (Bild 4). Aus Sicht der Endanwender vereinfacht dies die Inbetriebnahme von VMs. Nach Registrierung und Anmeldung an der zentralen Verwaltung können Benutzer direkt die von den Admins vorbereiteten VMs beziehen. Kontrolliert eine Richtlinie eine bestimmte Einstellung, ist diese in der lokalen Konfiguration auf dem Client für User gesperrt.
Bild 4: Das Parallels-Managementportal verwaltet mehrere Installationen der Enterprise-Edition zentral.(Quelle: Parallels)
Fazit
Parallels Desktop setzt Maßstäbe bei der einfachen und schnellen Bereitstellung von VMs unter macOS. Derart simpel bringt keiner der uns bekannten Hypervisoren für andere Plattformen eine fertige VM unter Windows 11 an den Start. Die tiefe Integration mit dem Host im Hinblick auf Applikationen und Daten lässt die Grenzen insbesondere im Coherence-Modus verschwinden. Und die Verwaltungsfunktionen mitsamt Snap-shots, Klonen und dem Rollback-Modus lassen auch für Entwicklungsaufgaben und Tests keine Wünsche offen.
Wer möglichst viele Betriebssysteme und ältere Versionen von Microsoft Windows nutzen möchte, muss auf Macs mit Intel-Prozessoren zurückgreifen. Doch die Entwicklung zeigt klar in Richtung ARM und auch Microsoft intensiviert zunehmend sein Engagement für diese Plattform. Im Rahmen unseres Tests stellte uns dies vor keine Probleme. Alle unsere eigentlich für die x86_64-Architektur übersetzten Applikationen funktionierten anstandslos und performant auch unter Windows 11 für ARM.
Die Emulation ist demgegenüber deutlich eingeschränkt und für produktive Anwendungsfälle kaum geeignet. Wer keine älteren Anwendungen und Treiber benötigt, die zwingend ein x86_64-System voraussetzen, kann aber Parallels Desktop komplikationslos als Basis für die Virtualisierung in Verbindung mit Apples M-Prozessoren verwenden.