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2026

03

2026-02-25T12:00:00

IT-Automatisierung

EDITORIAL

003

Editorial

Vertrauensstellung entfernt

Vorwort zur Ausgabe

Redaktion IT-Administrator

Veröffentlicht in Ausgabe 03/2026 - EDITORIAL

Wenn Sie diese Zeilen Anfang März lesen, ist das diesjährige Weltwirtschaftsforum in Davos vermutlich nur noch eine vage Erinnerung in Zeiten, in denen der Wahnwitz des politischen wie wirtschaftlichen Weltgeschehens praktisch täglich nach oben skaliert. Entstanden ist dieses Editorial jedoch unter den unmittelbaren Eindrücken aus der Schweiz, wo die europäische Politik mit der aktuellen Administration aus Washington gebrochen hat – so deutlich muss das formuliert werden. Und damit sind die Entscheidungen der hiesigen Staatsführungen ausnahmsweise einmal denen in den kleinen und mittleren Unternehmen wie auch den Konzernen voraus.
Denn trotz der lauter werdenden Rufe nach digitaler Souveränität, ist von einer großen Abwanderungswelle aus den US-dominierten Clouds und Services wenig zu spüren. Geschäftsführer wie auch IT-Leiter haben den Vertrauensbruch, der sich Anfang dieses Jahres vollzogen hat, noch nicht so klar auf dem Schirm wie etwa die Kapitalmärkte. Denn deren Bewegungen zeigen eindeutig, dass das Vertrauen in die USA als zuverlässigen Partner tiefgreifend und nachhaltig erschüttert ist. Und dieses verlorene Vertrauen wird auch nicht über Nacht neu entstehen, wenn die nächste Wahl einen Demokraten oder ein moderater Republikaner ins Oval Office spült. Alle Finanzanalysten sind sich einig: Das Vertrauen ist für Jahrzehnte gekappt – nicht aus ideologischen Gründen, sondern als Faktor des unternehmerischen Risikomanagements.
Denn wenn am Standort der marktbeherrschenden Technologien ein Möchtegernimperator an der Macht ist, der erpresserisch fordert "Gebt mir Grönland oder es hagelt Zölle", dann ist dies Ausdruck eines Handelns, dass sich nicht mehr anders einordnen lässt als eine hochgradiges Risiko für das unternehmerische Handeln. Somit ist gleichzeitig der Wunsch nach digitaler Souveränität nicht mehr nur von der Furcht untermauert, irgendein Geheimdienst könnte in sensible europäische Daten spähen. Vielmehr können diese kritischen Dienste selbst schnell zu Geiseln in Händen staatlich legitimierter Krimineller werden. Die nächste Erpressung kommt dann vielleicht in Gestalt einer Hyperscaler-Abschaltung.
Wenn Sie diese Zeilen Anfang März lesen, ist das diesjährige Weltwirtschaftsforum in Davos vermutlich nur noch eine vage Erinnerung in Zeiten, in denen der Wahnwitz des politischen wie wirtschaftlichen Weltgeschehens praktisch täglich nach oben skaliert. Entstanden ist dieses Editorial jedoch unter den unmittelbaren Eindrücken aus der Schweiz, wo die europäische Politik mit der aktuellen Administration aus Washington gebrochen hat – so deutlich muss das formuliert werden. Und damit sind die Entscheidungen der hiesigen Staatsführungen ausnahmsweise einmal denen in den kleinen und mittleren Unternehmen wie auch den Konzernen voraus.
Denn trotz der lauter werdenden Rufe nach digitaler Souveränität, ist von einer großen Abwanderungswelle aus den US-dominierten Clouds und Services wenig zu spüren. Geschäftsführer wie auch IT-Leiter haben den Vertrauensbruch, der sich Anfang dieses Jahres vollzogen hat, noch nicht so klar auf dem Schirm wie etwa die Kapitalmärkte. Denn deren Bewegungen zeigen eindeutig, dass das Vertrauen in die USA als zuverlässigen Partner tiefgreifend und nachhaltig erschüttert ist. Und dieses verlorene Vertrauen wird auch nicht über Nacht neu entstehen, wenn die nächste Wahl einen Demokraten oder ein moderater Republikaner ins Oval Office spült. Alle Finanzanalysten sind sich einig: Das Vertrauen ist für Jahrzehnte gekappt – nicht aus ideologischen Gründen, sondern als Faktor des unternehmerischen Risikomanagements.
Denn wenn am Standort der marktbeherrschenden Technologien ein Möchtegernimperator an der Macht ist, der erpresserisch fordert "Gebt mir Grönland oder es hagelt Zölle", dann ist dies Ausdruck eines Handelns, dass sich nicht mehr anders einordnen lässt als eine hochgradiges Risiko für das unternehmerische Handeln. Somit ist gleichzeitig der Wunsch nach digitaler Souveränität nicht mehr nur von der Furcht untermauert, irgendein Geheimdienst könnte in sensible europäische Daten spähen. Vielmehr können diese kritischen Dienste selbst schnell zu Geiseln in Händen staatlich legitimierter Krimineller werden. Die nächste Erpressung kommt dann vielleicht in Gestalt einer Hyperscaler-Abschaltung.
Dieses Szenario mag einen Hauch Aluhut in sich tragen, doch es kommt nicht allein daher. Denn die aktuelle Klientelpolitik Washingtons in Sachen Energie steuert das Land direkt auf Stromengpässe und Versorgungsunsicherheit zu. Und teurer Strom in den USA wird sich auch in Ihrer Cloudabrechnung niederschlagen – oder aber in Ausfällen in den zahlreichen Datacentern. Und sobald teure, unzuverlässige Dienste die Alternative zu einer echten digitalen Souveränität sind, erleben auch europäische Unternehmen ihr persönliches Davos. Souveränes Lesen wünscht
John Pardey
Chefredakteur