Während unter Linux-Anwendern oft Uneinigkeit darüber herrscht, welche Shell die beste Scripting-Plattform ist, setzen viele Windows-Admins auf die PowerShell. Für die Entwicklung komplexer Skriptabläufe stößt die reine Kommandozeile jedoch schnell an ihre Grenzen. PowerShell Universal will hier als umfassende Plattform für Entwicklung, Automatisierung und Betrieb ansetzen – verlangt dem Nutzer dafür aber eine hohe Einarbeitungstiefe ab.
Geht es nach den Anbietern vieler Softwarewerkzeuge, können ihre Programme – oft angetrieben durch künstliche Intelligenz – wichtige und notwendige Arbeiten der Systemverwaltung ganz von allein ausführen. Trotz dieser Behauptungen und einem zunehmenden Tool-Wildwuchs greifen Administratoren nach wie vor gern auf Scripting-Ansätze zurück. War diese Art der Automatisierung gerade in der Verwaltung und Betreuung von IT-Systemen lange Zeit eine Art Alleinstellungsmerkmal der Linux-/Unix-Rechner, hat Microsoft mit der PowerShell als moderne Scripting-Sprache doch deutlich aufgeholt.
Das liegt unter anderem auch daran, dass aktuell fast alle Anwendungsserver aus dem Hause Microsoft mit entsprechenden Cmdlets zu ihrer Verwaltung ausgeliefert werden. Während sich die Entwicklung kleinerer Befehlskaskaden in der Kommandozeile noch leicht und schnell erledigen lässt, gestaltet sich die Entwicklung komplexer Skripte schnell kompliziert und umfangreich. Microsoft empfiehlt Entwicklern deshalb den Einsatz der Open-Source-Software Visual Studio Code (VS Code) mit der PowerShell-Erweiterung. Nutzer können zudem aktuell aber auf eine ganze Reihe von Freeware-Angeboten und kommerziellen Produkten zurückgreifen, die Entwicklungsumgebungen und/oder reine Editoren für die PowerShell anbieten. Zu letzteren gehört PowerShell Universal, das aktuell vom Unternehmen Devolutions angeboten wird.
Devolutions PowerShell Universal 5.6.13
Produkt
Plattformübergreifende IT-Automatisierungs- und Orchestrierungssoftware.
Die Software wird vom Anbieter in drei unterschiedlichen Paketen angeboten, deren Preise bei der Home- und Business-Version pro Server zu zahlen sind. Die Home-Version kostet 99 US-Dollar für ein Jahr und ist für den persönlichen Einsatz gedacht. Der Anbieter bezeichnet diese Art der Lizenzierung als "Dauerlizenz" (Perpetual License), die mit vollem Funktionsumfang aber nur für ein Jahr ab Kaufdatum gilt und auch nur für diesen Zeitraum Updates beinhaltet. Als Unterstützung steht hier nur der Community-Support bereit.
Die Business-Version steht ebenfalls als einjährige "Dauerlizenz" für den kommerziellen Einsatz bereit, bietet aber auch E-Mail- und Telefonsupport. Sie kostet rund 500 US-Dollar pro Jahr. Schließlich existiert noch eine Enterprise-Version, bei der eine Lizenz für ein ganzes Unternehmen und nicht nur einen Server gilt. Der Preis dafür ist nur auf Nachfrage erhältlich.
Alle Versionen sowie eine Community-Ausprägung lassen sich auch ohne Lizenzierung mit eingeschränktem Feature-Set verwenden. Dabei stehen unter anderem die OpenAI-Integration und eine Vielzahl von Automatisierungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung.
Systemanforderungen
Die Software ist für Windows und Linux ver- fügbar und kann zudem containerisiert über Docker betrieben werden. Als Hardwarevoraussetzung nennt der Anbieter drei Varianten:
Minimal:
CPU mit zwei Kernen, 4 GByte Hauptspeicher, 250 GByte Speicherplatz auf der Festplatte und eine SQLite-Datenbank. Diese Konfiguration eignet sich nur für Versuchsinstallationen oder für reine Entwicklersysteme.
Standard:
CPU mit vier Kernen, Hauptspeicher mit 16 GByte, Festplattenspeicher mit 500 GByte und eine Microsoft SQL- oder PostgreSQL-Datenbank. Diese Konfiguration wird als Grundlage für einen Universal Server genannt, der mehrere Jobs pro Stunde, APIs mit weniger als 100 Anfragen in der Stunde, rund zehn gleichzeitig aktive Nutzer sowie das Hosting einer App unterstützt.
Performance:
16 CPU-Kerne, 32 GByte Hauptspeicher und 1 TByte Festplattenspeicher. Hier empfiehlt der Anbieter ebenfalls eine Microsoft SQL- oder PostgreSQL-Datenbank. Diese Konfiguration ist laut Devolutions dazu in der Lage, Dutzende Jobs pro Stunde abzuarbeiten. Sie kann zudem APIs mit mehr als 100 Anfragen pro Stunde und bis zu fünf Apps hosten und unterstützt bis zu 50 gleichzeitig aktive Nutzer.
PowerShell Universal wurde bereits einige Jahre von der amerikanischen Firma Ironman angeboten. Im Oktober 2025 hat das kanadische Unternehmen Devolutions die Firma übernommen. Im November 2025 gaben beide Anbieter dann noch die Verfügbarkeit einer aktuellen Version 5.6.12 der Software bekannt. Neben diversen kostenpflichtigen Varianten können Nutzer außer einer freien, als "Community Version" bezeichneten Software, auch einen Trial-Key anfordern, der es erlaubt, das Werkzeug mit allen Features für 14 Tage auszuprobieren. Während unserer Testphase im Januar 2026 vermeldete Devolutions dann die Verfügbarkeit von Version 5.6.13. Dieses Update bringt aber lediglich einen Security-Fix in Zusammenhang mit XSS-Attacken und diverse Bugfixes für die Administrator-Konsole auf das System.
Geht es nach den Anbietern vieler Softwarewerkzeuge, können ihre Programme – oft angetrieben durch künstliche Intelligenz – wichtige und notwendige Arbeiten der Systemverwaltung ganz von allein ausführen. Trotz dieser Behauptungen und einem zunehmenden Tool-Wildwuchs greifen Administratoren nach wie vor gern auf Scripting-Ansätze zurück. War diese Art der Automatisierung gerade in der Verwaltung und Betreuung von IT-Systemen lange Zeit eine Art Alleinstellungsmerkmal der Linux-/Unix-Rechner, hat Microsoft mit der PowerShell als moderne Scripting-Sprache doch deutlich aufgeholt.
Das liegt unter anderem auch daran, dass aktuell fast alle Anwendungsserver aus dem Hause Microsoft mit entsprechenden Cmdlets zu ihrer Verwaltung ausgeliefert werden. Während sich die Entwicklung kleinerer Befehlskaskaden in der Kommandozeile noch leicht und schnell erledigen lässt, gestaltet sich die Entwicklung komplexer Skripte schnell kompliziert und umfangreich. Microsoft empfiehlt Entwicklern deshalb den Einsatz der Open-Source-Software Visual Studio Code (VS Code) mit der PowerShell-Erweiterung. Nutzer können zudem aktuell aber auf eine ganze Reihe von Freeware-Angeboten und kommerziellen Produkten zurückgreifen, die Entwicklungsumgebungen und/oder reine Editoren für die PowerShell anbieten. Zu letzteren gehört PowerShell Universal, das aktuell vom Unternehmen Devolutions angeboten wird.
Devolutions PowerShell Universal 5.6.13
Produkt
Plattformübergreifende IT-Automatisierungs- und Orchestrierungssoftware.
Die Software wird vom Anbieter in drei unterschiedlichen Paketen angeboten, deren Preise bei der Home- und Business-Version pro Server zu zahlen sind. Die Home-Version kostet 99 US-Dollar für ein Jahr und ist für den persönlichen Einsatz gedacht. Der Anbieter bezeichnet diese Art der Lizenzierung als "Dauerlizenz" (Perpetual License), die mit vollem Funktionsumfang aber nur für ein Jahr ab Kaufdatum gilt und auch nur für diesen Zeitraum Updates beinhaltet. Als Unterstützung steht hier nur der Community-Support bereit.
Die Business-Version steht ebenfalls als einjährige "Dauerlizenz" für den kommerziellen Einsatz bereit, bietet aber auch E-Mail- und Telefonsupport. Sie kostet rund 500 US-Dollar pro Jahr. Schließlich existiert noch eine Enterprise-Version, bei der eine Lizenz für ein ganzes Unternehmen und nicht nur einen Server gilt. Der Preis dafür ist nur auf Nachfrage erhältlich.
Alle Versionen sowie eine Community-Ausprägung lassen sich auch ohne Lizenzierung mit eingeschränktem Feature-Set verwenden. Dabei stehen unter anderem die OpenAI-Integration und eine Vielzahl von Automatisierungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung.
Systemanforderungen
Die Software ist für Windows und Linux ver- fügbar und kann zudem containerisiert über Docker betrieben werden. Als Hardwarevoraussetzung nennt der Anbieter drei Varianten:
Minimal:
CPU mit zwei Kernen, 4 GByte Hauptspeicher, 250 GByte Speicherplatz auf der Festplatte und eine SQLite-Datenbank. Diese Konfiguration eignet sich nur für Versuchsinstallationen oder für reine Entwicklersysteme.
Standard:
CPU mit vier Kernen, Hauptspeicher mit 16 GByte, Festplattenspeicher mit 500 GByte und eine Microsoft SQL- oder PostgreSQL-Datenbank. Diese Konfiguration wird als Grundlage für einen Universal Server genannt, der mehrere Jobs pro Stunde, APIs mit weniger als 100 Anfragen in der Stunde, rund zehn gleichzeitig aktive Nutzer sowie das Hosting einer App unterstützt.
Performance:
16 CPU-Kerne, 32 GByte Hauptspeicher und 1 TByte Festplattenspeicher. Hier empfiehlt der Anbieter ebenfalls eine Microsoft SQL- oder PostgreSQL-Datenbank. Diese Konfiguration ist laut Devolutions dazu in der Lage, Dutzende Jobs pro Stunde abzuarbeiten. Sie kann zudem APIs mit mehr als 100 Anfragen pro Stunde und bis zu fünf Apps hosten und unterstützt bis zu 50 gleichzeitig aktive Nutzer.
PowerShell Universal wurde bereits einige Jahre von der amerikanischen Firma Ironman angeboten. Im Oktober 2025 hat das kanadische Unternehmen Devolutions die Firma übernommen. Im November 2025 gaben beide Anbieter dann noch die Verfügbarkeit einer aktuellen Version 5.6.12 der Software bekannt. Neben diversen kostenpflichtigen Varianten können Nutzer außer einer freien, als "Community Version" bezeichneten Software, auch einen Trial-Key anfordern, der es erlaubt, das Werkzeug mit allen Features für 14 Tage auszuprobieren. Während unserer Testphase im Januar 2026 vermeldete Devolutions dann die Verfügbarkeit von Version 5.6.13. Dieses Update bringt aber lediglich einen Security-Fix in Zusammenhang mit XSS-Attacken und diverse Bugfixes für die Administrator-Konsole auf das System.
Die knapp 200 MByte große MSI-Datei war in unserem Test schnell heruntergeladen und startet die Installation. Die Dateien sind dann unter Windows im Verzeichnis "Programme (x86)\Universal" zu finden und nehmen 1,5 GByte auf der Festplatte ein. Dabei handelt es sich um die eigentlichen Programmdateien; Konfigurations- und Laufzeitdaten legt PowerShell Universal getrennt davon ab.
Das Programm installiert standardmäßig einen Windows-Systemdienst. Der Nutzer hat dabei die Wahl, entweder diesen reinen lokalen Dienst zu installieren oder selbst einen neuen Systemdienst für die Software zu benennen. Ein solcher, der zwingend Administrationsrechte benötigt, ist dann auch Voraussetzung dafür, dass PowerShell Universal von außen erreichbar ist.
Nach der Installation, die bei uns während der Testphase aus nicht reproduzierbaren Gründen zweimal abbrach, muss sich der Nutzer mit einem Browser auf dem Port 5000 (dieser lässt sich während der Installation und auch später noch ändern) an der Software anmelden. Das fertig installierte Werkzeug taucht zwar in den Systemeinstellungen von Windows auf, ein Zugriff ist aber ausschließlich über den Browser möglich.
Wir haben PowerShell Universal auf einem Windows-11-System in der Professional-Edition (Version 25H2, Build 26200.7462) installiert. Grundsätzlich ist es aber ratsam, die Software im Unternehmenskontext auf einem Server vorzunehmen. Dabei ist es vorteilhaft, dass sich die Software nicht nur unter Windows, sondern auch auf einem Linux-System oder unter Docker installieren und betreiben lässt.
Für unseren Test haben wir die 14-Tages-Lizenz angefordert, die uns sofort und ohne Abfrage weiterer Daten per E-Mail übermittelt wurde und alle Features freischaltete. Testweise haben wir auf einem virtualisierten System auch noch die Community-Version installiert. Sie besitzt den gleichen Versionsstand wie die lizenzierte Ausprägung, wobei in dieser Version einige Features wie die OpenAI-Integration und eine ganze Reihe von Automatisierungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung stehen.
Mächtige Plattform mit hoher Einstiegshürde
Nach der Anmeldung mit dem während der Installation angelegten Administratorkonto zeigt schon die Weboberfläche, dass es sich bei dem getesteten Produkt eher um eine umfangreiche Plattform für die Entwicklung, Betreuung und Verteilung von PowerShell-Programmen als um eine reine Entwicklungsumgebung handelt. Die gebotenen vielfältigen Möglichkeiten können den Nutzer zunächst einmal überwältigen.
Bild 1: Die Admin-Konsole nach dem Start – bereits die Übersicht verdeutlicht, dass PowerShell Universal als umfassende Plattform und nicht als reiner Skripteditor konzipiert ist.
Auf der Home-Seite findet der Anwender die grundsätzlichen Informationen zum Zustand der Plattform und einen "Health Check", der unter anderem den vorhandenen Platz auf der Festplatte, die Auslastung des Hauptspeichers und der CPU auflistet. Am linken Rand der Startseite befindet sich ein Menü, mit dem ein Anwender auf die Einstellungen und verschiedene Bereiche zugreifen kann.
Zudem erscheint auf der Startseite ein Button namens "Get Started with Modules", der einen ersten Überblick über die vielen PowerShell-Module bietet, die mit dem Programm zur Verfügung stehen.
In der Seitenleiste findet der Benutzer schließlich die grundsätzlichen Einstellungen für die Benutzerberfläche des Administratorkontos.
Allerdings sind einige Settings, die wir normalerweise an dieser Stelle vermutet hätten, hier nicht zu finden. So haben wir lange nach einer Einstellung gesucht, die eine automatische Abmeldung aus dem Konto verhindert. Denn standardmäßig erfolgte nach 25 Minuten Untätigkeit eine automatische Abmeldung des Nutzers. Gerade bei einem Testszenario, in dem wir regelmäßig zwischen Testrechner und "Schreibmaschine" hin- und herwechseln mussten, war das eher lästig.
Die Suche in der Online-Dokumentation brachte dann zutage, dass eine solche Veränderung nur mithilfe einer entsprechenden JSON-Datei möglich ist – einer der vielen Momente während unseres Tests, an denen es sich zeigte, dass PowerShell Universal von Entwicklern für Softwareentwickler konzipiert wurde und nicht für "normale" Nutzer, die entsprechende Einstellungen im Menü suchen. Auch die Einstellung für die Anzeigesprache bot zwar ein Feld für die Sprache in der Umgebungsvariablen der PowerShell, in der allerdings ein Eintrag von "de-de" auch in unterschiedlichen Schreibweisen keinerlei Auswirkung auf die Oberfläche zur Folge hatte.
Am unteren Ende des Startbildschirms konnten wir dann eine Einstellung ausmachen, die neben Englisch noch Dänisch und Französisch als Auswahlmöglichkeiten bot. Ein Link neben diesem Menü führte uns dann zum freien, webbasierten Übersetzungswerkzeug "Weblate" und zeigte, dass die deutsche Sprache hier wohl keine Priorität genießt.
Automation mit bekannten Bordmitteln
In der linken Menüspalte finden Nutzer unter dem Eintrag "Automation" alle Möglichkeiten, die Sie in der Regel von anderen Entwicklungsumgebungen kennen dürften. Dort können Sie zwischen den Untermenüs "Scripts", "Jobs", "Schedules", "Tests", "Terminals" und "Triggers" wählen. In jedem dieser Menüs steht dann der Eintrag "Create" bereit, mit dem sich ein entsprechendes Skript anlegen lässt.
Bild 2: Im Menüpunkt "Automation" findet der Nutzer alle Funktionen zum Anlegen, Ausführen und Testen von Skripten.
Der Editor bietet dabei die üblichen Features wie die Syntaxhervorhebungen, wie sie standardmäßig auch in der PowerShell-Konsole des Betriebssystems unterstützt werden. Der Nutzer kann beim Erstellen seiner Skripte auch festlegen, welche vom Programm unterstützte PowerShell-Umgebung er für die Ausführung nutzen will. Unter dem Menüpunkt "Settings" findet er das Untermenü "Environment", in dem die vorhandenen und im Programm integrierten PowerShell-Umgebungen gelistet sind. Dort können dann auch eigene PowerShell-Umgebungen angelegt und eingebaut werden.
Die Software findet sich nach der Installation standardmäßig im Verzeichnis der Startpartition unter "ProgrammData" mit den beiden Ordnern "PowerShell Universal" und "UniversalAutomation". Hier speichert PowerShell Universal seine Konfigurations-, Log- und Repository-Daten, während die eigentlichen Programmdateien in einem separaten Installationsverzeichnis liegen. Während im erstgenannten Verzeichnis die verschiedenen Logdateien und eine JSON-Datei mit grundsätzlichen Einstellungen liegen, legt die Software unter "UniversalAutomation" das Repository und die intern genutzte Datenbank ab. Nutzer können diese Pfade aber in den allgemeinen Einstellungen anpassen.
Öffentliche Modulbibliothek
Der Umfang der Software macht es unmöglich, alle Einzelheiten und Features detailliert zu besprechen. Besonders möchten wir aber auf einen Bereich eingehen, den der Anbieter als "PowerShell Universal Gallery" bezeichnet. Nutzer können darauf sowohl über den Button auf dem Startbildschirm als auch über den Menüeintrag "Platform Gallery" zugreifen. Hier findet sich auf zehn Bildschirmseiten eine breite Auswahl unterschiedlicher Module, mit deren Hilfe der Nutzer Anwendungen, APIs und natürlich auch herkömmliche Skripte zur Automation erstellen kann.
Dieses Repository steht als öffentliche Modulbibliothek auf GitHub zur Verfügung. Wer bei einem der in der Universal PowerShell angezeigten Module "More Information" oder "Install" auswählt, muss sich zunächst einmal mit einem GitHub-Konto anmelden. Dann bekommt er das entsprechende Modul und die ganze noch von einem Ironman-Entwickler angelegte freie Bibliothek zu sehen. Die darin enthaltenen Module stellen vorgefertigte Abläufe für Plattformen wie Azure, Windows und Slack bereit und lassen sich als lokales Ressourcen-Repository herunterladen und verwenden.
Bild 3: Die enge GitHub-Anbindung zeigt, dass PowerShell Universal auf Wiederverwendbarkeit, Module und versionierte Workflows setzt.
Ein Zugriff auf diese Ressourcen ist auch direkt über die PowerShellGallery aus der Oberfläche heraus möglich. Der Anbieter weist allerdings darauf hin, dass dies nicht durch den Supportvertrag von Ironman für PowerShell Universal abgedeckt ist. Fehlermeldungen und Funktionsanfragen müssen deshalb wie unter GitHub üblich über dieses Repository eingereicht werden. An dieser Stelle und auch unter GitHub gibt es aktuell noch keinerlei Informationen, wie sich diese Aussage auf den aktuellen Anbieter Devolutions übertragen wird und ob das Unternehmen diese sehr umfangreiche und ambitionierte freie Bibliothek auch weiterhin pflegen und unterstützen wird.
Mehr als ein Skripteditor
Ferner ermöglicht PowerShell Universal eine zentrale Verwaltung aller Skripte, inklusive Versionierung, Deployment und zentraler Ausführung. Diese müssen dann nicht mehr auf einzelnen Servern gepflegt werden, da die Plattform diese Aufgabe vollständig übernimmt, was sie besonders für Multisite-Umgebungen macht. Ein integriertes Zugriffsmanagement erlaubt die präzise Festlegung, wer welche Skripte ausführen darf: Jede Ausführung wird vollständig protokolliert, was insbesondere für Organisationen mit hohen Complianceanforderungen ein großer Vorteil ist.
Der eingebaute Scheduler unterstützt cron-ähnliche Zeitpläne, wiederkehrende Tasks und ein Monitoring des Jobstatus. Auch diese Funktionen fehlen in VS Code vollständig. Über PowerShell Universal lassen sich zudem Universal-REST-APIs direkt aus der PowerShell heraus bereitstellen und triggern. Damit entsteht die Grundlage für ein leistungsfähiges Backend für die Automatisierung, das sich flexibel in bestehende Prozesse integrieren lässt.
Fazit
Ohne Zweifel stellt PowerShell Universal eine sehr leistungsfähige Plattform bereit, die weit über eine klassische Entwicklungsumgebung hinausgeht. Sie richtet sich klar an professionelle Entwickler und größere Organisationen, die auf Basis der PowerShell komplexe Automatisierungsprozesse, APIs oder Anwendungen umsetzen wollen.
Neben klassischen Skripten unterstützt die Software unter anderem Jobs, Zeitpläne, Trigger, Dashboards sowie API- und Formularfunktionen und ermöglicht damit echte Automatisierung statt bloßem Scripting. Positiv fallen zudem die Integration mit GitHub als zentrales Repository sowie die plattformübergreifende Unterstützung für Windows, Linux und Docker auf.
Für Systembetreuer und Administratoren, die diese Aufgaben in mittleren und kleinen Betrieben vielleicht nur in Zweitfunktion stemmen müssen, ist eine derartige Plattform nach unserer Einschätzung jedoch weniger geeignet. Wer nur schnell ein kurzes Skript für die Automatisierung einer nicht allzu komplexen Aufgabe mithilfe der PowerShell erzeugen will, kann das unter dem Punkt "Automatisierung" auch mit diesem Programm komfortabel machen. Allerdings wird diese Zielgruppe schon aus Kostenerwägungen wohl eher auf die reine Kommandozeile oder auf die Microsoft-eigene und kostenlose Entwicklungsumgebung Visual Studio Code mit der PowerShell-Erweiterung zurückgreifen.
Die Preisgestaltung der PowerShell Universal ist nicht gerade benutzerfreundlich. Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie der Anbieter den fünfmal höheren jährlichen Preis der Business- im Vergleich zur Home-Variante rechtfertigen will, wenn der zentrale Unterschied zwischen den beiden Ausprägungen nicht in den vorhandenen Features, sondern nur im Telefon- und E-Mail-Support zu finden ist – zumal beide Versionen eine "Dauerlizenz" aufweisen, die aber jährlich gegen eine erneute Zahlung zu erneuern ist.
Ob und in welcher Form Devolutions die von Ironman eingeschlagene Entwicklungs- und Supportstrategie langfristig fortführt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht abschließend beurteilen.