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2026

05

2026-04-28T12:00:00

Storage-Management

TESTS

023

Netzwerkspeicher

SOHO-NAS

Backup und Synchronisation

UGREEN NASync DH4300 Plus

Noch etwas grün hinter den Ohren

von Lars Nitsch

Veröffentlicht in Ausgabe 05/2026 - TESTS

Mit dem NASync DH4300 Plus betritt der Zubehörhersteller UGREEN den Markt für Netzwerkspeicher. Wir konzentrieren uns im Test vor allem auf Installation und Einrichtung, Betriebssystem und Benutzeroberfläche, Synchronisations- und Backupfunktionen sowie die Integration in eine Active-Directory-Umgebung, wie sie in kleinen Büros typisch ist. Dabei zeigt sich, dass der Neuzugang zwar einiges richtig macht, der Konkurrenz in vielen Bereichen aber noch deutlich hinterherhinkt.

Die Firma UGREEN stammt aus Shenzhen in China und ist bislang vor allem für USB-C-Docks, Ladegeräte, Kabel und Peripherie bekannt. Mit der NASync-Serie erweitert der Anbieter sein Portfolio nun um Netzwerkspeicher und tritt damit in direkte Konkurrenz zu etablierten NAS-Produzenten wie Synology oder QNAP. Anders als diese kommt UGREEN nicht aus dem Storage-, sondern aus dem Zubehörsegment. Entsprechend interessant ist die Frage, wie ausgereift Hardware und Betriebssystem bereits sind.
Für unseren Test lieferte der Hersteller das Modell NASync DH4300 Plus zusammen mit vier Festplatten des Typs Seagate IronWolf ST4000VN006 mit jeweils 4 TByte Kapazität. Dabei handelt es sich um klassische NAS-Laufwerke im 3,5-Zoll-Format mit SATA-III-Schnittstelle (6 GBit/s), 5900 U/min und 64 MByte Cache. Das NAS selbst ist im Prosumer- und SOHO-Bereich positioniert und wird von UGREEN als Einsteigergerät beworben. Im Test haben wir uns aber weniger auf klassische Consumer-Funktionen wie Zugriff auf Bilder und Videos, sondern auf die Features konzentriert, die den Speicher für den Einsatz in kleinen Büroumgebungen geeignet machen.
Der Speicherwürfel selbst ist als 4-Bay-Desktopgerät ausgeführt und unterstützt sowohl 2,5- als auch 3,5-Zoll-Laufwerke. Als Prozessor arbeitet ein Rockchip RK3588, ein ARM-SoC mit acht CPU-Kernen (vier Cortex-A76 und vier Cortex-A55) mit bis zu 2,4 GHz. Der RK3588 zählt zu den leistungsfähigeren ARM-SoCs im NAS-Umfeld und kommt auch in verschiedenen Mini-PC- und Embedded-Systemen zum Einsatz. Für typische Datei-, Backup- und Cloudszenarien im kleinen Office sollte die Plattform also ausreichend Leistungsreserven bieten. Unterstützt wird der Prozessor von 8 GByte LPDDR4X-Arbeitsspeicher, der nicht erweiterbar ist. Für Betriebssystem und Apps stehen zusätzlich 32 GByte eMMC-Flash zur Verfügung – dazu später noch mehr.
Die Firma UGREEN stammt aus Shenzhen in China und ist bislang vor allem für USB-C-Docks, Ladegeräte, Kabel und Peripherie bekannt. Mit der NASync-Serie erweitert der Anbieter sein Portfolio nun um Netzwerkspeicher und tritt damit in direkte Konkurrenz zu etablierten NAS-Produzenten wie Synology oder QNAP. Anders als diese kommt UGREEN nicht aus dem Storage-, sondern aus dem Zubehörsegment. Entsprechend interessant ist die Frage, wie ausgereift Hardware und Betriebssystem bereits sind.
Für unseren Test lieferte der Hersteller das Modell NASync DH4300 Plus zusammen mit vier Festplatten des Typs Seagate IronWolf ST4000VN006 mit jeweils 4 TByte Kapazität. Dabei handelt es sich um klassische NAS-Laufwerke im 3,5-Zoll-Format mit SATA-III-Schnittstelle (6 GBit/s), 5900 U/min und 64 MByte Cache. Das NAS selbst ist im Prosumer- und SOHO-Bereich positioniert und wird von UGREEN als Einsteigergerät beworben. Im Test haben wir uns aber weniger auf klassische Consumer-Funktionen wie Zugriff auf Bilder und Videos, sondern auf die Features konzentriert, die den Speicher für den Einsatz in kleinen Büroumgebungen geeignet machen.
Der Speicherwürfel selbst ist als 4-Bay-Desktopgerät ausgeführt und unterstützt sowohl 2,5- als auch 3,5-Zoll-Laufwerke. Als Prozessor arbeitet ein Rockchip RK3588, ein ARM-SoC mit acht CPU-Kernen (vier Cortex-A76 und vier Cortex-A55) mit bis zu 2,4 GHz. Der RK3588 zählt zu den leistungsfähigeren ARM-SoCs im NAS-Umfeld und kommt auch in verschiedenen Mini-PC- und Embedded-Systemen zum Einsatz. Für typische Datei-, Backup- und Cloudszenarien im kleinen Office sollte die Plattform also ausreichend Leistungsreserven bieten. Unterstützt wird der Prozessor von 8 GByte LPDDR4X-Arbeitsspeicher, der nicht erweiterbar ist. Für Betriebssystem und Apps stehen zusätzlich 32 GByte eMMC-Flash zur Verfügung – dazu später noch mehr.
UGREEN NASync DH4300 Plus
Produkt
NAS-System mit vier Laufwerkeinschüben für SOHO-Umgebungen.
Hersteller
UGREEN
Preis
Der Hersteller verkauft seine NAS-Geräte unter anderem im Direktvertrieb und ruft für das hier getestete Modell offiziell rund 440 Euro auf – ohne Festplatten. Zum Redaktionsschluss bewegte sich der Straßenpreis brutto zwischen 350 und 400 Euro. Die im Test verwendeten Festplatten Seagate IronWolf mit 4 TByte sind jeweils ab rund 160 Euro erhältlich.
Systemanforderungen
Für die Administration des NAS genügt ein aktueller Webbrowser auf einem beliebigen Rechner im selben Netzwerk. Alternativ kann die Verwaltung über die UGREEN-NAS-App für Windows, macOS sowie mobile Geräte erfolgen. Um Endgeräte zu sichern, muss diese Anwendung zwingend auf diesen installiert sein. Für den Zugriff auf gespeicherte Daten müssen Clients lediglich SMB-Freigaben unterstützen, wie sie von allen gängigen Betriebssystemen bereitgestellt werden.
Technische Daten
Schnelle Ersteinrichtung
Nach dem Auspacken führte unser erster Griff zum Quick Start Guide, der mehrsprachig beiliegt. Der Name ist hier Programm: Neben den technischen Spezifikationen des Geräts erklärt die Anleitung lediglich, wie Nutzer die Festplatten einbauen, das NAS verkabeln, die Status-LEDs interpretieren und das Gerät im Netzwerk finden. Eine PDF-Dokumentation liefert UGREEN über einen QR-Code zum Download. Auch diese englischsprachige Produktdokumentation beschränkt sich aber auf das Wesentliche. Ein weiterer QR-Code auf der Innenseite des Gehäusedeckels verweist direkt auf die UGREEN-NAS-App.
Die Laufwerke werden nach dem Verschrauben mit den Führungsschienen von oben in das Gehäuse eingeschoben. Dadurch besitzt das NAS eine relativ kompakte, quadratische Grundfläche, fällt aber etwas höher aus. Die Abmessungen betragen 155 × 155 × 215,7 Millimeter. Ein einfach aufgesteckter Deckel verschließt das Gehäuse nach oben. Nach dem Einbau der Festplatten schlossen wir das Gerät an Strom und Netzwerk an. Das NAS besitzt dazu einen 2,5-GBit-Ethernet-Port, der auch mit GBit-Netzen kompatibel ist. Zusätzlich stehen mehrere USB-3.2-Ports sowie ein HDMI-Ausgang zur Verfügung, über den sich das Gerät direkt mit einem Monitor verbinden lässt.
Erstmals angeschaltet, lässt sich das NAS entweder über den Browser mit "https:// find.ugnas.com" oder über die Windows-App "UGREEN NAS" im Netzwerk aufspüren. Im Browser erschien das Gerät zunächst als "uninitialisiert", während uns die App ein mit "new" gekennzeichnetes Gerät zur Registrierung anbot. Tatsächlich verbirgt sich hinter beiden Begriffen derselbe Vorgang: die lokale Initialisierung des Systems. Eine verpflichtende Cloudregistrierung ist damit nicht verbunden. Der Nutzer legt lediglich ein lokales Administratorkonto an; die optionale E-Mail-Bindung dient ausschließlich der Aktivierung des Remotezugriffs über UGREENlink.
Die Inbetriebnahme des Netzwerkspeichers ist auch mit mobilen Geräten möglich. Neben der Windows-App konnten wir das NAS auch über NFC von einem Smartphone aus erkennen, sofern sich beide Geräte im selben Netzwerk befanden. Die mobile App ergänzt die Verwaltung des Systems, ersetzt aber nicht die browserbasierte Administrationsoberfläche. Nach der Initialisierung, die nur wenige Minuten dauert und mit einem Neustart abgeschlossen ist, steht dann die eigentliche Konfiguration an. Wer zügig arbeitet, hat das System nach einer Viertelstunde betriebsbereit.
Bild 1: Beim Einrichten des Speicherpools bietet UGOS Pro die üblichen RAID-Varianten an. Für unseren Test entschieden wir uns für einen RAID-5-Verbund aus vier Festplatten.
Reaktionsfreudiges Betriebssystem
Das Betriebssystem trägt den Namen "UGOS Pro". Die grafische Benutzeroberfläche erinnert stark an klassische Desktopumgebungen: Ein Icon-basiertes GUI mit Fenstern und Menüleisten vermittelt sofort Vertrautheit. Admins, die schon einmal mit einem Synology- oder einem QNAP-NAS gearbeitet haben, dürften sich hier schnell zurechtfinden. Alle Funktionsbereiche und Systemeinstellungen sind über meist klar benannte Icons aufrufbar und bequem über die Benutzeroberfläche steuerbar. UGOS Pro wirkt auf den ersten Blick ein wenig Linux-artiger und ist nicht ganz so bunt wie das Windows-ähnlichere DSM von Synology. In der Taskleiste von UGOS Pro am oberen Fensterrand finden sich recht viele kleinteilige Statusinformationen, die bei geringer Auflösung nicht gut zu lesen sind. Das tut der insgesamt guten und intuitiven Bedienbarkeit aber wenig Abbruch.
Positiv fiel im Test die sehr reaktionsschnelle Administrationsoberfläche von UGOS Pro auf. Menüs öffnen ohne spürbare Verzögerung, Dialoge erscheinen unmittelbar und auch der Wechsel zwischen verschiedenen Systembereichen erfolgt flüssig. Im Browserbetrieb im lokalen Netzwerk entsteht dadurch kaum der Eindruck, mit einer entfernten Weboberfläche zu arbeiten. Viele NAS-Systeme – auch von etablierten Herstellern – wirken an dieser Stelle etwas träger.
Btrfs und RAID sinnvoll kombiniert
Nach einigen kurzen Einführungshinweisen fordert das System dazu auf, zunächst einen Speicherpool einzurichten. UGOS Pro erlaubt grundsätzlich mehrere Pools, etwa zur Trennung unterschiedlicher Workloads. In einem Vier-Bay-System mit identischen Laufwerken bot sich für unseren Test jedoch ein einzelner RAID-5-Pool als praxisnahe Standardkonfiguration an.
Im nächsten Schritt erfolgte die Auswahl des Dateisystems. Zur Wahl stehen ext4 und Btrfs. Für den Einsatz im kleinen Büro empfiehlt sich Btrfs, da das Dateisystem neben Prüfsummen auch Snapshot-Funktionen bietet und damit zusätzlichen Schutz vor Datenverlust durch Anwenderfehler oder stille Datenkorruption liefert. Mit den im NAS verbauten 8 GByte Arbeitsspeicher lässt sich Btrfs problemlos betreiben, weshalb dies auch für den Test unsere Wahl war.
Nach der Bestätigung weist das System darauf hin, dass alle eingesetzten Festplatten formatiert werden. Zur Sicherheit verlangt das NAS dazu nochmals das Administratorkennwort. Anschließend beginnt die Initialisierung des RAID-Verbunds. Die Paritätssynchronisierung unseres RAID-5-Pools aus vier 4-TByte-Festplatten dauerte im Test rund sechs Stunden. Dabei blieb das Volume bereits nutzbar, die Performance war jedoch leicht reduziert.
Die vier nominellen 4-TByte-Laufwerke standen unserem System schließlich mit rund 14,5 TiB Rohkapazität vor RAID zur Verfügung. Ursache ist die unterschiedliche Berechnung von Terabyte (dezimal) und Tebibyte (binär).
Interessant ist der Aufbau des Betriebssystems: UGREEN trennt System- und Datenspeicher physisch, während Hersteller wie Synology das Betriebssystem als redundante Systempartition auf allen Laufwerken ablegen. Für die Inbetriebnahme bedeutet das einen Vorteil: UGOS Pro ist bereits vorinstalliert und muss lediglich aktualisiert werden, wodurch die Einrichtung schneller abgeschlossen ist.
Hakeliger Domänenbeitritt
Auch für kleine Setups ist es wichtig, dass sich ein NAS problemlos in eine bestehende Active-Directory-Umgebung integrieren lässt. Genau hier zeigte sich im Test aber zunächst ein unerwartetes Problem: Beim Versuch, mit dem UGREEN-NAS einer Active-Directory-Domäne beizutreten, schlug der Vorgang trotz scheinbar korrekter Konfiguration fehl. Die grundlegenden Voraussetzungen – funktionierende Netzwerkverbindung, korrekte DNS-Auflösung, erreichbarer Kerberos-Server und gültige Domänen-Anmeldeinformationen – waren erfüllt. Dennoch meldete der Beitrittsassistent des NAS wiederholt, dass zwar die Kontaktaufnahme zum Kerberos-Server erfolgreich sei, die Verbindung zum Domänenserver jedoch fehlschlage.
Eine konkrete Fehlermeldung oder Diagnose lieferte das System dabei leider nicht. Auch die Kurzanleitung und die PDF-Dokumentation des Herstellers ging auf dieses mögliche Problem nicht ein. Erst ein Hinweis aus dem deutschen Nutzerforum brachte die Lösung: Das NAS scheiterte am LDAP-Signing, das auf Windows-Domänencontrollern aus Sicherheitsgründen aktiviert sein kann. In diesem Fall verlangt der Domänencontroller, dass LDAP-Verbindungen signiert sind. Das UGREEN-NAS konnte beim Join jedoch offenbar keine signierte LDAP-Verbindung aufbauen. Dadurch funktionierten zwar Tests wie Netzwerk- und Kerberos-Erreichbarkeit, der eigentliche Domänenbeitritt über LDAP wurde jedoch vom DC abgelehnt.
Bild 2: Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Domänenbeitritt zeigte uns das NAS schließlich die Active-Directory-Benutzer direkt in der Administrationsoberfläche an.
Abhilfe schafften wir durch eine Anpassung der Gruppenrichtlinie auf dem Domänencontroller. In der "Default Domain Controllers Policy" setzten wir die Einstellung "Domain controller: LDAP server signing requirements" auf "None" und deaktivierten zusätzlich "Domain controller: LDAP server signing requirements enforcement" – was jedoch in produktiven Umgebungen nur eingeschränkt empfehlenswert ist. Danach ließ sich das NAS erfolgreich der Domäne hinzufügen. Zusätzlich stellte sich heraus, dass der Benutzername für den Domänenbeitritt im UPN-Format angegeben werden muss, also beispielsweise "Administrator@ lab.test" statt nur "Administrator" – auch das war nirgendwo dokumentiert.
Laut Hersteller soll eine zukünftige Firmwareversion das Verhalten so anpassen, dass der Domänenbeitritt auch bei aktivierter LDAP-Signaturanforderung funktioniert. Nach erfolgreichem Beitritt erkannte das NAS die Domänenstruktur korrekt und listete vorhandene Benutzerkonten unmittelbar in der Oberfläche auf. Diese lassen sich anschließend direkt für Zugriffsrechte auf Freigaben oder Dienste verwenden, ohne dass eine separate Benutzerverwaltung notwendig wäre. Unabhängig davon war es möglich, zusätzlich lokale User anzulegen. Das ist gerade in kleinen Umgebungen nützlich, in denen Benutzer nicht immer im AD hinterlegt sind.
Als unser Test-Domänencontroller im laufenden Betrieb einmal nicht erreichbar war, bemerkten wir dies zunächst nicht. Erst beim Aufruf der Einstellung "Domain/ LDAP" in der Admin-Oberfläche des NAS erschien eine entsprechende Meldung, die anschließend auch in der Mitteilungszentrale auftauchte. Im produktiven Betrieb würde ein Ausfall des Domänencontrollers somit erst auffallen, wenn sich etwa ein Benutzer neu über SMB anmeldet und das NAS dessen Zugangsdaten nicht mehr gegen das AD prüfen kann. Eine proaktive Warnung – etwa beim Verlust der Verbindung zum DC – hätten wir uns daher gewünscht. Die NAS-Plattformen Synology DSM und QNAP QTS sind hier bereits weiter: Administratoren können sich für wichtige Systemereignisse über verschiedene Kanäle, beispielsweise per E-Mail oder Push-Benachrichtigung, automatisch alarmieren lassen.
Keine zentrale Backupsteuerung
Mit "Sync & Backup" stellt UGREEN eine App für Ordnersynchronisation und Clientbackups bereit. Die Synchronisationsaufgaben nahmen wir über die Windows-App vor, die eigentliche Überwachung der lokalen Ordner übernimmt jedoch ein Hintergrunddienst auf dem Client-PC. Im Windows-Taskmanager erscheint dieser als "Syncspace – File Synchronization". Der Dienst erkennt Änderungen im Dateisystem und überträgt sie anschließend an das NAS. Wie bei vergleichbaren Ansätzen anderer Hersteller ist somit ein lokaler Agent erforderlich. Der Sync-Dienst wird zusammen mit der UGREEN-NAS-App installiert; eine separate Installation des Hintergrunddienstes ist derzeit nicht möglich.
Die Synchronisation funktioniert nur, solange dieser Client auf dem jeweiligen Rechner läuft. Wird die Anwendung beendet oder nach einem Neustart des PCs nicht automatisch hochgefahren, findet auch keine Synchronisation mehr statt.
Wenig glücklich wirkt zudem die Darstellung der Sync-Jobs in der Admin-Oberfläche. Wird eine Synchronisationsaufgabe über die Desktop-App eingerichtet, erscheint sie in der Browseroberfläche des NAS nicht als konfigurierter Job. Dadurch entsteht der Eindruck, als existiere keine Synchronisation, obwohl tatsächlich bereits ein aktiver Sync eingerichtet ist. Für Administratoren ist diese Trennung zwischen Client- und NAS-Sicht wenig transparent.
Auch klassische Datensicherungen lassen sich über "Sync & Backup" einrichten. Wie bei der Synchronisation erfolgt die Konfiguration zwar über die NAS-Oberfläche, die eigentliche Ausführung übernimmt jedoch der lokale Client auf dem Arbeitsplatzrechner. Der Dialog weist explizit darauf hin, dass der Sicherungsjob vom laufenden Client abhängt und bei Abmeldung des Benutzers gestoppt wird. Damit setzt auch die Back-upfunktion einen installierten und aktiven Client voraus.
Problematisch ist wieder die fehlende zentrale Übersicht. Im Test zeigte sich, dass Backupjobs, die über die Desktop-App eingerichtet wurden, nicht in der Browseroberfläche des NAS erscheinen. Eine einheitliche Verwaltung über das Browser-GUI ist somit derzeit nicht möglich.
Hinzu kommt, dass sich neue Aufgaben über die Desktop-App immer nur für den jeweiligen Rechner einrichten lassen, auf dem die Anwendung installiert ist. Eine serverseitige Konfiguration und Steuerung der Clientsynchronisation über die Browseroberfläche ist aktuell somit nicht vorhanden – für Umgebungen mit mehreren Arbeitsplätzen ein echtes Manko.
Konkurrenzsysteme setzen hier auf eine zentrale Verwaltung. Bei Synology lassen sich etwa mit "Synology Drive" oder "Active Backup" sämtliche Synchronisations- und Backupjobs zentral über die Weboberfläche des NAS einsehen und verwalten, ganz losgelöst davon, auf welchem Client sie eingerichtet wurden. Auch QNAP bietet mit "Hybrid Backup Sync" eine vergleichbare zentrale Steuerung. Im Vergleich dazu wirkt die derzeitige Umsetzung bei UGREEN noch deutlich weniger administrierbar.
Unabhängig davon lässt sich das NAS selbstverständlich auch klassisch als Sicherungsziel verwenden, etwa indem Backupsoftware wie Duplicati auf Arbeitsplatzrechnern Daten direkt auf SMB-Freigaben des NAS schreibt.
Bild 3: Ausgegraut – über die Browseroberfläche lässt sich keine zentrale Clientsicherung starten. Einrichtung und Verwaltung von "Sync & Backup" erfolgen ausschließlich über die Client-App.
Externe Sicherung mit Hürden
Um das NAS und dessen Daten nach extern zu sichern, bietet UGOS Pro zwei unterschiedliche Ansätze: Backup über "Sync & Backup" sowie Synchronisation über die separate App "Cloud Drives". Letztere stellt eine Integration verschiedener Cloudspeicher bereit, darunter Google Drive, OneDrive oder Dropbox. Diese dient jedoch primär der Dateisynchronisation zwischen NAS und Cloud und nicht als echte Backupfunktion – Features wie Versionierung, dedizierte Sicherungsjobs oder verschlüsselte Sicherungsarchive fehlen hier.
Für die Sicherung von Daten auf dem NAS unterstützt "Sync & Backup" derzeit lediglich rsync- und WebDAV-Ziele. Direkte Anbindungen an Public-Cloud-Speicher wie Amazon S3, Azure Blob, Google Cloud oder Backblaze waren zum Zeitpunkt unseres Tests nicht verfügbar. Während die Konkurrenz eine Vielzahl integrierter Cloudziele im Köcher hat, beschränkt sich UGREEN aktuell also auf zwei generische Protokolle. Für klassische NAS-zu-NAS-Backups oder Sicherungen auf WebDAV-Speicher ist das ausreichend, für hybride Backupstrategien mit Public-Cloud-Anteil jedoch wenig flexibel.
Im Test versuchten wir, eine Sicherung auf ein externes WebDAV-Ziel einzurichten. Als Zielspeicher diente ein HiDrive-Konto von Strato. Trotz korrekter Serveradresse und gültiger Zugangsdaten gelang es uns nicht, eine Verbindung über WebDAV herzustellen. Die NAS-Oberfläche quittierte die Verbindung wiederholt mit einer Fehlermeldung, obwohl sich der gleiche WebDAV-Zugang von einem Windows-System aus problemlos einbinden ließ.
Erfolgreicher verlief der Versuch über rsync. Hier ließ sich eine Verbindung zum HiDrive-Server herstellen und ein Sicherungsjob einrichten. Der erste Sicherungslauf dauerte trotz relativ geringer Datenmenge von rund 200 MByte vergleichsweise lange, während nachfolgende Läufe deutlich schneller abgeschlossen waren. Dieses Verhalten erklärt sich dadurch, dass UGOS Pro beim ersten Durchlauf eine vollständige Datenstruktur auf dem Zielsystem anlegt und spätere Sicherungen nur noch Änderungen übertragen.
Beim Blick auf das Zielverzeichnis zeigte sich, dass UGOS Pro die Daten nicht als direkt zugängliche Dateien speichert, sondern in einer Repository-Struktur mit mehreren Unterordnern ablegt. Einzelne Dateien lassen sich daher nicht unmittelbar über den entfernten Speicher wiederherstellen, sondern müssen über die Re-store-Funktion der NAS-Oberfläche rekonstruiert werden. Der Aufruf dieser Wiederherstellungsfunktion führte allerdings zu einer Zeitüberschreitung beim Zugriff auf das entfernte Ziel, sodass sich der Restore über die Oberfläche im Test nicht abschließend durchführen ließ.
Neben Sicherungen auf entfernte Ziele unterstützt UGOS Pro auch Backups von externen rsync-Servern sowie Sicherungen zwischen lokalen Speicherpools innerhalb desselben NAS. Letzteres ermöglicht etwa die interne Sicherung wichtiger Daten auf ein zweites Volume, ersetzt jedoch keine externe Datensicherung. Ergänzend ermöglicht eine Snapshot-App die lokale Versionierung von Daten innerhalb desselben NAS, was im Test problemlos geklappt hat.
Insgesamt hinterließen unsere Versuche, das NAS auf ein externes Ziel zu sichern, einen gemischten Eindruck. Während sich eine rsync-Sicherung grundsätzlich einrichten ließ, scheiterte im Test der Re-store-Versuch über die NAS-Oberfläche. Eine WebDAV-Verbindung kam gar nicht erst zustande. Zudem fehlen derzeit integrierte Anbindungen an Public-Cloud-Speicher. Hier besteht gegenüber etablierten NAS-Plattformen noch deutlicher Verbesserungsbedarf.
Noch schwerer wiegt, dass "Sync & Backup" derzeit keine clientseitige Verschlüsselung der Sicherungsdaten erlaubt. Während die Übertragung bei bestimmten Protokollen verschlüsselt erfolgen kann, liegen die Daten auf dem Zielsystem selbst unverschlüsselt vor. Für Backups in die Public Cloud ist das ein klarer Nachteil, da sicherheitsbewusste Nutzer auf jeden Fall auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzen sollten. In der Praxis dürfte daher auch hier oft nur der Einsatz externer Backupwerkzeuge bleiben. Etliche Nutzer im deutschen UGREEN-Forum berichten etwa, dass sie auf dem NAS in einem Docker-Container Duplicati betreiben, das Daten problemlos und verschlüsselt zu Strato oder IONOS sichert. In unseren Test haben wir dieses Szenario einer Docker-Implementierung auf dem NAS allerdings nicht durchgespielt. Den Remotezugriff auf das NAS sowie das Medien-Streaming über DLNA haben wir im Test ebenfalls nicht untersucht.
Der China-Faktor
Mit UGREEN stammt der Hersteller des NASync DH4300 Plus aus China – ein Umstand, der in manchen Unternehmen Fragen zur Datensicherheit aufwirft. Grundsätzlich gilt: Bei proprietären Netzwerk-Appliances lässt sich ein theoretisches Restrisiko durch versteckte Funktionen oder unerwünschte Kommunikationskanäle nie vollständig ausschließen – unabhängig vom Herkunftsland des Herstellers. Wichtiger als die nationale Herkunft ist daher eine saubere Netzarchitektur. Administratoren können mögliche Risiken reduzieren, indem sie cloudbasierte Relay-Dienste deaktivieren, stattdessen einen eigenen VPN-Zugang nutzen und ausgehende Verbindungen des NAS über Firewallregeln einschränken. Wie bei jedem NAS-System empfiehlt es sich außerdem, nur tatsächlich benötigte Dienste zu aktivieren und das Gerät regelmäßig zu aktualisieren.
Fazit
Das NASync 4300 Plus von UGREEN verfügt über eine solide Grundfunktionalität mit übersichtlicher und schneller Bedienoberfläche, erreicht jedoch noch nicht den Reifegrad etablierter NAS-Betriebssysteme wie Synology DSM oder QNAP QTS. Zwar richtet sich das Modell in erster Linie an den SOHO-Bereich; allerdings nutzen aktuell alle NAS-Systeme der NASync-Serie das gleiche Betriebssystem und müssen daher mit dessen Einschränkungen leben. Insbesondere das Fehlen eines zentral verwaltbaren Clientbackups und die rudimentären Bordmittel zur Sicherung des NAS selbst machen es für Umgebungen jenseits des SOHO-Kontexts nur eingeschränkt geeignet.
Will heißen: Ein Desktoprechner, ein Notebook und ein Smartphone daheim im Homeoffice spielen mit dem NASync 4300 Plus problemlos zusammen und profitieren vom Zugriff auf freigegebene Dateien. Spätestens wenn die Clientanzahl zweistellig wird, steigert sich der Administrationsaufwand jedoch deutlich – zu Anwender- und Endgeräte-zentriert ist das Konzept des UGREEN-NAS. Wer im kleinen Umfeld ein vergleichsweise preisgünstiges NAS mit eingängigem GUI sucht, kann das NASync 4300 Plus dennoch in die engere Auswahl nehmen. Für Dimensionen außerhalb des SOHO-Bereichs sollten Interessenten jedoch die weitere Entwicklung von UGOS Pro aufmerksam beobachten.
(ln)
So urteilt IT-Administrator
Funktionsumfang und Plattformtiefe
5
Active-Directory-Integration
5
Datensynchronisation mit Endgeräten
5
Sicherung von NAS-Daten
4
Dokumentation und Monitoring
6
Die Details unserer Testmethodik finden Sie unter https://www.it-administrator.de/testmethodik