Samba 4 ist längst mehr als ein Dateiserver-Ersatz: Als vollwertiger Active-Directory-Domaincontroller unter Linux hat es sich in heterogenen Unternehmensumgebungen fest etabliert. Stefan Kania legt mit der dritten Auflage seines Handbuchs eine praxisorientierte Referenz vor, die den Leser von der Erstinstallation eines Domaincontrollers über Benutzerverwaltung, Gruppenrichtlinien und FSMO-Rollen bis hin zu Hochverfügbarkeitsszenarien mit CTDB und GlusterFS führt. Zwei neu hinzugekommene Kapitel setzen dabei neue Akzente: Das Sicherheitskapitel orientiert sich am BSI-Grundschutz und adressiert ein in der Samba-Literatur lange vernachlässigtes Thema, während das Kapitel zur Ansible-Automatisierung zeigt, dass das Buch im Blick hat, wie Samba-Infrastrukturen heute tatsächlich aufgebaut werden. Dass CTDB weit mehr leistet als hochverfügbares File-Serving – nämlich auch als Fundament für einen abgesicherten NFS-Server mit Kerberos-Authentifizierung – macht ein eigenes Kapitel deutlich und verleiht dem Band einen Blick über den Tellerrand.
Konsequent auf Reproduzierbarkeit ausgerichtet, dominieren Listings, Screenshots und klar abgegrenzte Testschritte den Aufbau – wer Schritt für Schritt nachvollziehen möchte, findet hier eine gute Grundlage. Nicht minder praxisrelevant ist der Hinweis, dass nur Debian und Ubuntu den Heimdal-Kerberos für den AD-DC-Betrieb mitbringen; wer andere Distributionen bevorzugt, muss SerNet-Pakete oder Eigenbau einplanen. Einsteiger ohne Linux-Grundlagen dürften dabei früh an Grenzen stoßen, denn das Buch setzt administrative Basiskompetenz voraus und investiert seine Seiten lieber in operative Tiefe als in konzeptionelle Einführungen.
Fazit
In einer thematischen Nische, die kaum aktuelle deutschsprachige Konkurrenz kennt, füllt Kanias Handbuch eine echte Lücke. Besonders das Zusammenspiel aus Cluster-Kapitel, BSI-Grundschutz und Ansible-Automatisierung zeigt, dass das Buch den Produktivbetrieb in seiner ganzen Komplexität ernst nimmt. Wer Samba 4 professionell betreibt oder eine Windows-Domäne auf Linux migriert, bekommt mit dem Buch einen sachkundigen Begleiter für den Alltag. Daniel Richey
Samba 4 ist längst mehr als ein Dateiserver-Ersatz: Als vollwertiger Active-Directory-Domaincontroller unter Linux hat es sich in heterogenen Unternehmensumgebungen fest etabliert. Stefan Kania legt mit der dritten Auflage seines Handbuchs eine praxisorientierte Referenz vor, die den Leser von der Erstinstallation eines Domaincontrollers über Benutzerverwaltung, Gruppenrichtlinien und FSMO-Rollen bis hin zu Hochverfügbarkeitsszenarien mit CTDB und GlusterFS führt. Zwei neu hinzugekommene Kapitel setzen dabei neue Akzente: Das Sicherheitskapitel orientiert sich am BSI-Grundschutz und adressiert ein in der Samba-Literatur lange vernachlässigtes Thema, während das Kapitel zur Ansible-Automatisierung zeigt, dass das Buch im Blick hat, wie Samba-Infrastrukturen heute tatsächlich aufgebaut werden. Dass CTDB weit mehr leistet als hochverfügbares File-Serving – nämlich auch als Fundament für einen abgesicherten NFS-Server mit Kerberos-Authentifizierung – macht ein eigenes Kapitel deutlich und verleiht dem Band einen Blick über den Tellerrand.
Konsequent auf Reproduzierbarkeit ausgerichtet, dominieren Listings, Screenshots und klar abgegrenzte Testschritte den Aufbau – wer Schritt für Schritt nachvollziehen möchte, findet hier eine gute Grundlage. Nicht minder praxisrelevant ist der Hinweis, dass nur Debian und Ubuntu den Heimdal-Kerberos für den AD-DC-Betrieb mitbringen; wer andere Distributionen bevorzugt, muss SerNet-Pakete oder Eigenbau einplanen. Einsteiger ohne Linux-Grundlagen dürften dabei früh an Grenzen stoßen, denn das Buch setzt administrative Basiskompetenz voraus und investiert seine Seiten lieber in operative Tiefe als in konzeptionelle Einführungen.
Fazit
In einer thematischen Nische, die kaum aktuelle deutschsprachige Konkurrenz kennt, füllt Kanias Handbuch eine echte Lücke. Besonders das Zusammenspiel aus Cluster-Kapitel, BSI-Grundschutz und Ansible-Automatisierung zeigt, dass das Buch den Produktivbetrieb in seiner ganzen Komplexität ernst nimmt. Wer Samba 4 professionell betreibt oder eine Windows-Domäne auf Linux migriert, bekommt mit dem Buch einen sachkundigen Begleiter für den Alltag. Daniel Richey
Daniel Richey
Titel
Samba 4
Autor
Stefan Kania
Verlag
Carl Hanser
Seiten
623
Preis
59,99 Euro
ISBN
978-3446483859
Vibe Coding bezeichnet das Paradigma, Software durch Prompts mit KI-Assistenten zu entwickeln – und Addy Osmani, Senior Engineering Leader bei Google, unternimmt in seiner deutschen Erstübersetzung den Versuch, diesen Begriff jenseits des Hype-Vokabulars zu verorten. Das Buch spannt bewusst ein Spektrum auf: vom explorativen Prompt-first-Ansatz bis zur strukturierten, plangeleiteteten KI-Entwicklung, die Osmani als "KI-gestützte Entwicklung" fasst. Besonders instruktiv ist dabei das "Wissensparadoxon" – die These, dass erfahrene Entwickler von KI-Tools weit stärker profitieren als Einsteiger, weil sie generierte Ergebnisse kompetent bewerten und steuern können. Der dreiteilige Aufbau führt von den Grundlagen und Prompt-Engineering über praktische Workflows bis zu Sicherheit, Ethik und autonomen Coding-Agenten und deckt damit einen respek-tablen Bogen ab.
Trotzdem bleibt ein Unbehagen. Ausgerechnet im "professionell" beworbenen Buch finden sich Produktivitätsversprechen von "10- bis 100-facher" Geschwindigkeit, die eher nach Marketing klingen als nach fundierter Analyse. Manche Abschnitte – etwa zur Toollandschaft mit Cursor, Windsurf und GitHub Copilot – dürften in einem Markt, der sich monatlich neu erfindet, schnell veralten. Für Senior Engineers und Engineering Leads, die ihre Arbeitsweise bereits reflektieren, liefert das Buch einen soliden konzeptionellen Rahmen; weniger erfahrene Leser laufen Gefahr, die Warnsignale zu überlesen und sich auf die Versprechungen zu konzentrieren.
Fazit
Addy Osmani schreibt flüssig und mit echter Praxiserfahrung. Besonders das "Wissensparadoxon" ist ein konzeptioneller Ankerpunkt, der das Buch von reinen Toolratgebern abhebt. Als Orientierungslektüre eignet es sich für alle, die KI-Tools bereits kennen und ihren Einsatz professionalisieren wollen – weniger als kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen des Paradigmas.