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2026

08

2026-07-29T12:00:00

Collaboration

TESTS

026

Bildschirmaufzeichnung

Videokommunikation

Wissensmanagement

Atlassian Loom

Wissen besser verflechten

von John Pardey

Veröffentlicht in Ausgabe 08/2026 - TESTS

Heutzutage lässt sich getrost davon ausgehen, dass ein Fünf-Minuten-Video mehr Aufmerksamkeit erhält als ein Memo von zehn Seiten und beliebter ist als ein halbtägiges Meeting. Vor diesem Hintergrund tritt Atlassians Loom an, die Zusammenarbeit im Unternehmen bildgewaltig zu unterstützen. Es erlaubt asynchrone Kollaboration, gespickt mit cleveren KI-Features. Und kommt es mit Jira oder Confluence zum Einsatz, webt es gemeinsames Arbeiten, Support und Wissensmanagement glänzend zusammen.

Moderne Kollaboration soll nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter optimieren, sie muss heutzutage auch selbst mit Effizienz glänzen. Synchrone Meetings fressen wertvolle CPU-Zyklen der Belegschaft – wortwörtlich durch die Belastung der Arbeitsplatzrechner wie auch im übertragenen Sinn durch die Teilnahme an einer Besprechung, die Zeit kostet, aber die tägliche Arbeit kaum betrifft.
Atlassian positioniert hier seine akquirierte Video-Plattform Loom als Hebel für asynchrone Kommunikation. Diese Software erlaubt, auf einfachste Weise Videos und Bildinhalte aufzuzeichnen und zu teilen. Diese Informationen können Kollegen dann on demand abrufen, wobei aber auch klassische Videokonferenzen über Loom möglich sind.
Atlassian Loom
Produkt
Cloudbasierte Plattform für asynchrone Bildschirm- und Videokommunikation.
Hersteller
Atlassian
Preis
Der kostenfreien Starter-Tarif erlaubt bis zu 25 Videos zu je fünf Minuten pro Benutzer. Für den regulären Betrieb ist der Business-Tarif für 15 US-Dollar pro Benutzer und Monat das Fundament; er hebt säliche Limits für Speicherplatz sowie Videolänge auf und integriert administrative Schutzmaßnahmen.
Die von uns evaluierte "Business + AI"-Stufe schlägt mit 20 US-Dollar pro Benutzer und Monat zu Buche und erweitert die Plattform um die LLM-Infrastruktur.
Der Enterprise-Tarif (auf Anfrage) umfasst zusätzlich Identitätsmanagement sowie die automatisierte Benutzer-Provisionierung (SCIM).
Systemanforderungen
Der Clientrechner für die Aufnahme darf unter Windows 10/11 (64 Bit) sowie macOS laufen und sollte mindestens einen Dual-Core-Prozessor und 4 GByte Arbeitsspeicher mitbringen. Der genutzte Browser muss auf der Chromium-Engine basieren (etwa Chrome, Edge, Opera) – Firefox und Safari sind für das Aufnehmen von Videos offiziell nicht unterstützt. Daneben ist eine Internetverbindung erforderlich für den kompletten Zeitraum der Aufnahme.
Technische Daten
Große funktionale Unterschiede in den Lizenzstufen
Ein genauer Blick auf die Architektur zeigt, dass Loom weit mehr ist als ein simpler Bildschirmrekorder. Es handelt sich um ein cloudbasiertes Werkzeug zur Wissensdokumentation, das durch eine tiefe native Integration in den Atlassian-Stack (Jira, Confluence) punktet – allerdings nur in den beiden höchsten Lizenzstufen (vergleiche Produktkasten). Während die Basislizenz unbegrenzte Aufnahmezeiten und grundlegende Schnittwerkzeuge bereitstellt, wird die Plattform erst mit dem Tarif "Business + AI" für Systemadministratoren interessant.
Moderne Kollaboration soll nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter optimieren, sie muss heutzutage auch selbst mit Effizienz glänzen. Synchrone Meetings fressen wertvolle CPU-Zyklen der Belegschaft – wortwörtlich durch die Belastung der Arbeitsplatzrechner wie auch im übertragenen Sinn durch die Teilnahme an einer Besprechung, die Zeit kostet, aber die tägliche Arbeit kaum betrifft.
Atlassian positioniert hier seine akquirierte Video-Plattform Loom als Hebel für asynchrone Kommunikation. Diese Software erlaubt, auf einfachste Weise Videos und Bildinhalte aufzuzeichnen und zu teilen. Diese Informationen können Kollegen dann on demand abrufen, wobei aber auch klassische Videokonferenzen über Loom möglich sind.
Atlassian Loom
Produkt
Cloudbasierte Plattform für asynchrone Bildschirm- und Videokommunikation.
Hersteller
Atlassian
Preis
Der kostenfreien Starter-Tarif erlaubt bis zu 25 Videos zu je fünf Minuten pro Benutzer. Für den regulären Betrieb ist der Business-Tarif für 15 US-Dollar pro Benutzer und Monat das Fundament; er hebt säliche Limits für Speicherplatz sowie Videolänge auf und integriert administrative Schutzmaßnahmen.
Die von uns evaluierte "Business + AI"-Stufe schlägt mit 20 US-Dollar pro Benutzer und Monat zu Buche und erweitert die Plattform um die LLM-Infrastruktur.
Der Enterprise-Tarif (auf Anfrage) umfasst zusätzlich Identitätsmanagement sowie die automatisierte Benutzer-Provisionierung (SCIM).
Systemanforderungen
Der Clientrechner für die Aufnahme darf unter Windows 10/11 (64 Bit) sowie macOS laufen und sollte mindestens einen Dual-Core-Prozessor und 4 GByte Arbeitsspeicher mitbringen. Der genutzte Browser muss auf der Chromium-Engine basieren (etwa Chrome, Edge, Opera) – Firefox und Safari sind für das Aufnehmen von Videos offiziell nicht unterstützt. Daneben ist eine Internetverbindung erforderlich für den kompletten Zeitraum der Aufnahme.
Technische Daten
Große funktionale Unterschiede in den Lizenzstufen
Ein genauer Blick auf die Architektur zeigt, dass Loom weit mehr ist als ein simpler Bildschirmrekorder. Es handelt sich um ein cloudbasiertes Werkzeug zur Wissensdokumentation, das durch eine tiefe native Integration in den Atlassian-Stack (Jira, Confluence) punktet – allerdings nur in den beiden höchsten Lizenzstufen (vergleiche Produktkasten). Während die Basislizenz unbegrenzte Aufnahmezeiten und grundlegende Schnittwerkzeuge bereitstellt, wird die Plattform erst mit dem Tarif "Business + AI" für Systemadministratoren interessant.
Das hier integrierte LLM (Large Language Model) automatisiert Nachbereitungsprozesse, die manuell erhebliche Kapazitäten binden. Das System transkribiert Audiostreams automatisch in über 50 Sprachen, wobei das Editieren des Videos direkt im Text erfolgt: Das Löschen eines transkribierten Satzes schneidet die entsprechende Videosequenz framegenau heraus. Parallel dazu filtert die KI Füllwörter und lange Schweigephasen automatisiert per Mausklick aus der Tonspur, während im selben Arbeitsschritt Kapitelmarker mit Zeitstempeln sowie strukturierte Zusammenfassungen generiert werden.
Die Kernkompetenz der AI-Lizenzen liegt jedoch in den KI-Workflows zur Video-zu-Text-Konvertierung. Ein gesprochener Fehlerbericht lässt sich direkt in ein strukturiertes Jira-Ticket überführen, wobei das Sprachmodell relevante Variablen und die Fehlerbeschreibungen extrahiert. Diese Funktionsvielfalt ermöglicht Einsatzszenarien im gesamten IT-Betrieb, insbesondere im Incident Management (Störungsmanagement) und beim Bug-Reporting. Administratoren dokumentieren Systemfehler oder inkonsistentes Softwareverhalten direkt per Bildschirmaufzeichnung.
Zügiges Setup mit zentraler Steuerung
Bevor wir die erste Sekunde aufgezeichneten, stand das administrative Einrichten im Fokus. Loom bietet drei Wege zur Videoerfassung: Desktopanwendung, Browsererweiterung und die Aufnahme direkt über die Webschnittstelle mittels WebRTC. Wir entschieden uns für den Desktopclient, wobei die Browsererweiterung funktional nur wenige Abstriche machen muss. Sie bietet architektonisch bedingt keine System-Audioaufnahmen (etwa den Systemsound einer anderen App mitschneiden) oder hochauflösende 4K-Videos.
Die native Desktop-Anwendung war nach dem Herunterladen schnell eingespielt und sogar der 14-tägige Testzeitraum für die "Business + AI"-Lizenz stand mit nur einem Klick (und ohne Notwendigkeit einer Kreditkarte) bereit. Die App ist schlank gehalten und einfach zu bedienen – etwas verwirrend war lediglich, dass sie aus zwei Komponenten besteht, die sich auch separat auf der Oberfläche verschieben lassen. Diese zweite Komponenten ist aber nur erforderlich, solange eine Aufzeichnung läuft.
Für unseren Test bedienten wir uns einer einfachen Infrastruktur mit einem lokalen Rechner, auf dem wir über administrative Rechte verfügten und so die Software wie beschrieben problemlos einspielen konnten. Es liegt jedoch in der Natur von Loom, dass es in Unternehmen auf einer großen Zahl von Endgeräten zum Einsatz kommt. Daher sind IT-Verantwortliche auf ein zentrales Rollout ebenso angewiesen wie auf eine entsprechende Konfiguration.
Die Desktop-App steht von Atlassian für Windows als ausführbare EXE-Datei und für macOS als DMG-Image bereit. Somit ist die Softwareinstallation innerhalb einer Gruppenrichtlinie (GPO) nicht möglich und es muss der Workaround über ein Startup-Skript innerhalb der GPO zum Einsatz kommen. Steht eine Systemmanagement-Plattform wie Microsoft Intune, Baramundi oder Aagon bereit, wandert Loom jedoch einfach als Installationspaket auf die Endgeräte. In beiden Fällen geschieht die Konfiguration des Clients – insbesondere der Sicherheit – über die Atlassian-Konsole, dazu später mehr.
Die Browsererweiterung arbeitet Sandbox-basiert und lässt sich via GPOs oder MDM vorkonfiguriert in Chromium-basierten Browsern ausrollen. Administratoren müssen die Extension nicht von den Anwendern manuell installieren lassen. Über die administrativen Vorlagen (ADMX-Templates) für Google Chrome oder Microsoft Edge lässt sich die Erweiterung erzwingen. Für mac-OS ist es erforderlich, in der Vorlage die eindeutige App-ID von Loom aus dem Webstore zu hinterlegen. Über die Templates ist es beispielweise möglich, Pop-ups, die nach Zugriff auf Mikrofon, Kamera oder Bildschirmfreigabe fragen, zu unterdrücken.
Mit Videos kollaborieren oder troubleshooten
Mit der Desktop-App ausgestattet, starteten wir die Aufnahme unseres ersten Videos. Dafür stehen drei Modi zur Verfügung: eine externe Kamera, das Aufzeichnen des kompletten Bildschirms oder nur eines ausgewählten Fensters. Vor dem Start waren die Signalquellen einzustellen und positiv war hier, dass Loom angeschlossene Peripherie wie zum Beispiel ein USB-Headset fehlerfrei erkannte. Auch ließen sich Audio- und Videoquellen im laufenden Betrieb ohne Signalabriss umschalten.
Bild 1: Der Desktopclient unterstützt mit einer intuitiven Oberfläche beim Erstellen von Videos.
Beim Mittschnitt eines definierten Fensters zeigte sich allerdings der einzige gravierende Fehler von Loom: Hatten wir eine Anwendung für eine Aufnahme ausgewählt, klappte dies nur solange, bis wir das Fenster minimierten. Hier sollte der Screenrecorder eigentlich aufpassen und in diesem Fall die Aufnahme pausieren, bis das Fenster wieder im Fokus war. Stattdessen nahm Loom weiter den definierten Bildausschnitt auf. Dies ist nicht unkritisch, denn wenn beispielsweise ein Admin mit einem kurzen Video erklären möchte, wie Feature XY einzustellen ist und dabei das Fenster minimiert, gelangen unter Umständen Daten ins Video, die dort nichts verloren haben – wie eine eventuell geöffnete Excel-Liste mit vertraulichen Informationen oder auch Zugangsdaten zu sensiblen Systemen.
Für IT-Verantwortliche sehr interessant ist die Möglichkeit, über eine Capture Card auch externe Signale mitzuschneiden. So lassen sich zum Beispiel Informationen aus dem Bildschirmausgang eines Servers gewinnen, der gerade im BIOS/UEFI hängt oder abstürzt. Aber auch Displays externer Testgeräte wie ein Embedded-System oder ein mobiles Endgerät gehören in diesen Kreis. Anreichern lässt sich eine solche Aufzeichnung mit Ton vom lokalen Rechner des Admins, der sein Video so mit Zusatzinfos wie "Das ist der neue HP-Server" oder "Das Gerät macht das seit 60 Minuten" ergänzt. Das macht das Troubleshooten für den zuständigen Helpdeskler einfacher beziehungsweise unterstützt die automatisierten Workflows in Jira, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen.
Videos gehen ohne Ausnahme in die Cloud
Ein rein lokales Aufnehmen ist mit Loom nicht möglich, die Desktop-App verfügt nicht über einen "Speichern unter"-Button. Das hat einen technischen Hintergrund: Loom streamt und puffert die Videodaten Sekunde für Sekunde direkt und verschlüsselt in den Atlassian-Cloudspeicher. Das hat für den Nutzer den Vorteil, dass das Video bereits im Webbackend verarbeitet ist, sobald er seine Aufnahme beendet. Es gibt keine lokale, temporäre Riesendatei, die erst mühsam gerendert werden muss.
Dies ruft natürlich direkt Gedanken an die Datensouveränität auf den Plan, aber in dieser Hinsicht hat die Akquisition von Loom durch Atlassian einen große Vorteil: Denn anders als der ursprüngliche Anbieter hat Atlassian eine umfangreiche europäische Cloudinfrastruktur und wir konnten festlegen, dass alle Videos in Europa verbleiben.
Zudem lassen sich die Videos natürlich auch auf den lokalen Rechner herunterladen und dort nutzen, doch die teilweise genialen Funktionen der Bearbeitung, die Loom im Web bietet, stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Andererseits zeigt dies aber auch, dass ohne Internetverbindung bei Loom gar nichts geht – zwei Stunden einer Fahrt im Regional-Express lassen sich demnach nicht sinnvoll durch das Aufnehmen von Loom-Videos füllen.
Sehr gelungenes textbasiertes Editieren
Die beeindruckendsten Features von Loom finden sich im Nachgang einer Videoaufzeichnung. Die Kernfunktion der Nachbearbeitung ist das synchrone Schneiden über den Text. Denn sobald das Video in der Atlassian-Cloud bereitstand, hatten wir auch Zugriff auf ein Transkript. Für unseren Test hatten wir im Video einige Passagen aus einem Artikel im IT-Administrator vorgelesen (also technisch anspruchsvolle Sprache gewählt) und der einzige Fehler im Transkript zeigte sich dort, wo wir uns bei der Aufnahme verhaspelt hatten.
Bild 2: Praktisch sofort nach der Aufnahme steht das Transkript bereit, das die Basis der weiteren Verarbeitung darstellt.
Diese Mitschriften lassen sich mannigfaltig nutzen: Zum einen generiert Loom daraus automatisch Untertitel, handelt es sich um ein Meeting als Videokonferenz steht es als Protokoll bereit und schließlich lässt sich das erstellte Video anhand dieses Texts schneiden. Laut Hersteller geschieht dies framegenau und alles, was der Anwender tun muss, ist im Transkript ein Wort oder eine Passage zu markieren und schon lässt sich dieser Teil herausschneiden oder verschieben. Dieses Verfahren zeigte sich im Test als wirklich einfach zu bedienen und erlaubt es auch nicht IT-affinen Kollegen im Unternehmen, Videos zügig und elegant zu bearbeiten.
Gleichzeitig lassen sich auf diesem Wege Pausen im Video eliminieren. Muss der Vortragende also beispielsweise einmal zehn Sekunden überlegen, was der nächste Punkt war, lässt sich dies mit einem Klick entfernen. Ergänzt wird dieser Weg zu sprachlich optimalem Bildmaterial mit der Option, Füllwörter entfernen zu lassen. Doch dies gelang uns im Test überhaupt nicht. Etwas Recherche brachte die Ursache ans Licht: Während die Engine für die Transkription (ein LLM) 50 Sprachen beherrscht, erkennt sie nur englische Füllwörter. Dies will der Hersteller nach eigenen Angaben aber künftig verbessern, indem Loom auch internationale Füllwörter erkennen soll.
Daneben lässt sich das Video noch mit einem Hintergrund aufhübschen und es lassen sich zudem grafische Symbole einbauen, die im Nachgang besonders wichtige Aspekte betonen. Dank des LLM hat der Nutzer mit Loom einen sehr einfachen Zugang zum Schneiden und Anpassen von Videos – genau das, was das Produkt verspricht. Allerdings entstehen beim automatischen Entfernen von Sprachpausen und Füllwörtern natürlich keine Hollywood-reifen Filme.
Support-Workflows einfach automatisiert
Atlassian hat Loom vollständig in seine Softwarelandschaft – vornehmlich Jira und Confluence – integriert. So verzahnt sich ein neues Loom-Konto automatisch mit Jira, sofern die Zugangsdaten übereinstimmen. Wir hatten für den Test einen Jira-Account angelegt und konnten uns überzeugen, dass die "Native Identity Federation" tadellos funktioniert. Für das Ausprobieren eines Supportfalls mit einem Loom-Video nutzten wir also diese Umgebung, es stehen aber auch zahlreiche andere Integrationen (Slack, Salesforce et cetera) bereit. Diese sind manuell in der Atlassian-Konsole einzurichten, bieten jedoch durch ihre große Anzahl eine enorme Flexibilität.
Bild 3: Mit nur einem Klick und in weniger als fünf Minuten entsteht aus einem Loom-Video ein Supportticket.
Zurück in unserer Teststellung nahmen wir ein weiteres Video auf, bei dem wir einen Fehler in einer Anwendung simulierten. Wir zeichneten diesen Fehler mitsamt gesprochener Beschreibung des Sachverhalts auf. Und kaum zeigte sich die Aufnahme in unserer Videobibliothek in der Cloud, stellten wir fest, dass die KI schon ganze Arbeit geleistet hatte.
Nicht nur stand wie gewohnt das Transkript bereit, vielmehr hatte die Umgebung direkt erkannt, dass es sich um ein IT-Problem handelte und schlug vor, in Jira einen Supportfall zu öffnen. Dies war bei unseren anderen Testvideos nicht der Fall, Loom und Jira haben die Zielrichtung der neuesten Aufzeichnung eindeutig und korrekt erkannt.
Klickten wir nun den entsprechenden Button, erschien in Jira ein Supportticket, das die im Video geschilderten Probleme strukturiert (und inhaltlich vollständig) für den Helpdesk aufbereitet hatte. Selbst die Priorität des Vorfalls hatte die KI hinterlegt und im Hintergrund vollautomatisch technische Metadaten (Betriebssystem, Browserversion, Bildschirmauflösung) ermittelt. Alles, was uns noch zu tun blieb, war, das Ticket einem Supporter zuzuweisen. Hier zeigt sich, dass Atlassian-Kunden einen deutlichen Mehrwert aus Loom ziehen können und der Hersteller scheint den Screenrecorder denn auch als ein zentrales Werkzeug zu sehen, mit dem Mitarbeiter die Wissensdatenbank Confluence füllen.
Video-Sharing mit Enterprise-Features
Unabhängig davon, ob die erstellte Aufnahme dem Troubleshooting oder der Zusammenarbeit dient, lässt sie sich natürlich mit Kollegen wie auch externen Partnern teilen. Dazu standen drei Stufen der Zugriffskontrolle zur Verfügung:
- "Workspace Only": Nur eingeloggte Mitglieder des Atlassian-Mandanten können das Video sehen. Das ist die Standardeinstellung.
- "Anyone with the link": Das Video ist über eine kryptische URL für jeden abrufbar – ideal für den Kundensupport, aber ein potenzielles Sicherheitsrisiko für interne Daten.
- "Specific People": Gibt das Video gezielt nur für die E-Mail-Adressen bestimmter Kollegen oder Abteilungen frei.
Darüber hinaus ist ein Einbetten ohne Medienbruch über "Smart Links" möglich. Fügt der Admin den Link in Slack, Confluence oder MS Teams ein, zeigt sich nicht nur eine nackte URL. Vielmehr erscheint automatisch ein interaktiver Player (Rich Embed), sodass Kollegen das Video direkt innerhalb des Chats oder der Confluence-Seite abspielen können, ohne die jeweilige Anwendung verlassen zu müssen.
Das Sharing eines Videos mit Kollegen erlaubt diesen, direkt mit dem Inhalt zu interagieren. Dazu zählen "Time-stamped Comments", die Zuschauern erlauben Kommentare zu hinterlegen. Clever ist dieses Feature, weil es den Hinweis exakt an die entsprechende Sekunde auf der Zeitachse anheftet. Klickt jemand anderes später darauf, springt das Video sofort an diese Stelle. Gleiches ist auch mit Emojis möglich, um so beispielsweise ein Fragezeichen zu hinterlassen. Im Test sahen wir diese Reaktionen als kleine Symbole direkt in der Timeline des Players.
Für den Ersteller des Videos stehen verschiedene " Zuschauer-Analysen" zur Verfügung. Zwei Metriken sind dabei von besonderer Bedeutung: "Wer hat das Video angesehen?" und "Wie viel Prozent des Videos wurden tatsächlich geschaut?". Hier kann der Versender des Videos also genau erkennen, ob sich alle Adressaten auf den aktuellen Stand gebracht haben. Das könnte dann der Zeitpunkt sein, ein Projekt einen Schritt voranzubringen; wichtig sind diese Features aber beispielsweise auch, wenn das Video einer internen Schulung dient.
All dies klappte im Test einwandfrei – sobald das Video einmal geteilt war. Denn dieser spezifische Button sorgte im Test aufgrund eines JavaScript-Overlays sporadisch für Fehler. Denn hier soll sich das Pop-up-Fenster für die Freigabeoptionen visuell in den Vordergrund rücken und den Hintergrund abdunkeln. Doch hin und wieder passierte an dieser Stelle nicht weiter und die Seite fror einfach ein. Unsere Nachforschungen dazu ergaben allerdings recht schnell, dass dies ein Problem des genutzten Device ist – Browserkompatibilität sowie AdBlocker sind typischerweise die Hauptursachen.
Security unter zentraler Steuerung
Egal ob Admins nur Loom nutzen oder ob das Unternehmen bereits auf den Atlassian-Stack setzt, das Portal "admin.atlassian.com" dient der Sicherheit von Videos und allen anderen in der Plattform gelagerten Inhalten. In Sachen Governance erlaubt das Portal die Konfiguration dieser Restriktion auf zwei verschiedenen Ebenen: global (für den gesamten Arbeitsbereich durch den Administrator) und granular (für jedes einzelne Video durch den Ersteller).
Der zweite Fall steuert hauptsächlich, was die Empfänger eines Videos mit diesem anstellen dürfen. Zentral ist hier das Verbot des Downloads. Nutzten wir im Test diese Richtlinie, wurde die Download-Schaltfläche für alle Betrachter ausgeblendet. Weder das Video noch das generierte Transkript ließen sich dann nativ als Datei exportieren. Diesen Vorgang hat der Hersteller so einfach gestaltet, dass jeder im Unternehmen Informationen visuell verbreiten kann – auch ohne tiefes IT-Know-how.
Die administrative Steuerung der Sicherheit der Umgebung kommt vor allem dann zum Tragen, wenn neben Loom auch Jira und vor allem Confluence im Einsatz sind. Da dies nicht im Fokus unseres Tests stand, listen wir nur einen kurzen Überblick der Optionen auf, deren Verfügbarkeit zum Teil auch von der Lizenz abhängt:
- Zentrales Identitäts- und Organisationsmanagement zum Steuern der globalen Benutzerkonten.
- Mandantenstruktur: Definiert die Organisation und verknüpft verifizierte Unternehmensdomänen.
- Benutzer-Provisionierung: Neue Mitarbeiter anlegen, Gruppen zuweisen und Lizenzen freischalten.
Fazit
Loom bildet als reiner Screenrecorder oder Plattform für Videokonferenzen eine solide Basis der Zusammenarbeit – insbesondere der asynchronen. Hier liefert die Software solide Funktionen ab und versetzt jeden Mitarbeiter in die Lage, sein Wissen bildgestützt zu teilen. Dazu kommen sinnvolle Funktionen für Feedback seitens der Betrachter sowie intuitive Funktionen des Editierens. Allerdings zeigen sich hier auch die erwähnten Bugs in Sachen Aufnahme eines dedizierten Fensters sowie bei der Freigabe für Dritte.
Glänzen kann Loom, sobald die Lizenz KI umfasst. Die Transkription, auf der das Editieren und die Untertitel sowie die Supportintegration basieren, leistet wirklich hervorragende Arbeit. Überhaupt liefert die Software einen Großteil ihres Mehrwerts im Atlassian-Stack. Die Integration mit Jira und Confluence auf Basis eines LLM ist äußerst gelungen. Und auch nur in einem solchen Umfeld dürften sich die pro Arbeitsplatz zu entrichteten Lizenzkosten auch wirklich bezahlt machen. Aber dann macht Loom seinem Namen alle Ehren und webt ein mehr als hilfreiches Wissensgeflecht.
(jp)
So urteilt IT-Administrator
Videoerstellung
6
Transkription
8
Textbasiertes Editieren
9
Sharing und Interaktion
7
Integration in Support
8
Die Details unserer Testmethodik finden Sie unter https://www.it-administrator.de/testmethodik