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2026

09

2026-08-30T12:00:00

Software-definierte Infrastrukturen

EDITORIAL

003

Editorial

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Schere!

Redaktion IT-Administrator

Veröffentlicht in Ausgabe 09/2026 - EDITORIAL

Bei Infrastrukturveteran Walter geht der Puls auf 180, als sein Monitoring ihm in Echtzeit darstellt, wie ein Server nach dem anderen den Betrieb einstellt. Hektisch klickt er sich durch Detailansichten auf der gestressten Suche nach der Ursache. Doch seine Landschaft schmiert derartig schnell ab, dass sein Ad-hoc-Troubleshooting chancenlos bleibt. Mit dem trüben Gedanken "Ich bin zu alt für diesen Mist" stellt er sich bereits auf einen langen Abend voller Überstunden ein, als die Infrastruktur wie von Geisterhand von den Toten aufersteht. Verblüfft blickt er auf seinen Monitor voller nun wieder vitaler Server-Health- Daten, als Nachwuchs-Administratorin Leonie durch seine Bürotür späht und sagt: "Ich hab' da eine Variable im Terraform-Skript vertauscht. Schere!"
Walter hat genug Kaffeepausen mit der jungen Kollegin verbracht, um zu wissen, dass "Schere" bei Gamern so viel heißt wie "Entschuldigung, mein Fehler." Während er sich nun wieder entspannt in seinem Stuhl zurücklehnt, drehen sich seine Gedanken darum, wie groß die Schere der Arbeitsweisen mittlerweile ist. 30 Jahre Administration haben ihn durch alle Untiefen von Racks, Kabeln, Betriebssystemen und Anwendungen geführt. Doch wo Walter stets den richtigen Registry-Eintrag, den passenden Kommandozeilenbefehl oder den versteckten Reiter in einer Managementkonsole parat hat, erledigt Leonie so gut wie keinen Job ohne Terraform, Ansible oder Git. Er nennt sie eine "Automation Native".
Und seine Firma kann froh sein, sie gefunden zu haben, denn neben den unterschiedlichen Arbeitsweisen tut sich hierzulande eine weitere Schere auf: Ein Blick in die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken verrät, dass in der klassischen System- und Netzwerkadministration über ein Drittel der Beschäftigten 50 Jahre oder älter ist. Die Babyboomer-Generation steuert mit Riesenschritten auf den Ruhestand zu, während der Nachwuchs an Fachkräften rar gesät ist. Auch sein Geschäftsführer weiß mittlerweile: Für Walter und seine beiden Co-Admins wird sich maximal ein qualifizierter Nachfolger finden. So sind Software-definierte Infrastrukturen längst kein bloßes IT-Thema mehr, sondern schlichtweg die Antwort auf den demographischen Wandel. Wenn künftig immer weniger Köpfe immer komplexere Welten betreuen müssen, schlägt die Stunde der Automatisierung.
Bei Infrastrukturveteran Walter geht der Puls auf 180, als sein Monitoring ihm in Echtzeit darstellt, wie ein Server nach dem anderen den Betrieb einstellt. Hektisch klickt er sich durch Detailansichten auf der gestressten Suche nach der Ursache. Doch seine Landschaft schmiert derartig schnell ab, dass sein Ad-hoc-Troubleshooting chancenlos bleibt. Mit dem trüben Gedanken "Ich bin zu alt für diesen Mist" stellt er sich bereits auf einen langen Abend voller Überstunden ein, als die Infrastruktur wie von Geisterhand von den Toten aufersteht. Verblüfft blickt er auf seinen Monitor voller nun wieder vitaler Server-Health- Daten, als Nachwuchs-Administratorin Leonie durch seine Bürotür späht und sagt: "Ich hab' da eine Variable im Terraform-Skript vertauscht. Schere!"
Walter hat genug Kaffeepausen mit der jungen Kollegin verbracht, um zu wissen, dass "Schere" bei Gamern so viel heißt wie "Entschuldigung, mein Fehler." Während er sich nun wieder entspannt in seinem Stuhl zurücklehnt, drehen sich seine Gedanken darum, wie groß die Schere der Arbeitsweisen mittlerweile ist. 30 Jahre Administration haben ihn durch alle Untiefen von Racks, Kabeln, Betriebssystemen und Anwendungen geführt. Doch wo Walter stets den richtigen Registry-Eintrag, den passenden Kommandozeilenbefehl oder den versteckten Reiter in einer Managementkonsole parat hat, erledigt Leonie so gut wie keinen Job ohne Terraform, Ansible oder Git. Er nennt sie eine "Automation Native".
Und seine Firma kann froh sein, sie gefunden zu haben, denn neben den unterschiedlichen Arbeitsweisen tut sich hierzulande eine weitere Schere auf: Ein Blick in die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken verrät, dass in der klassischen System- und Netzwerkadministration über ein Drittel der Beschäftigten 50 Jahre oder älter ist. Die Babyboomer-Generation steuert mit Riesenschritten auf den Ruhestand zu, während der Nachwuchs an Fachkräften rar gesät ist. Auch sein Geschäftsführer weiß mittlerweile: Für Walter und seine beiden Co-Admins wird sich maximal ein qualifizierter Nachfolger finden. So sind Software-definierte Infrastrukturen längst kein bloßes IT-Thema mehr, sondern schlichtweg die Antwort auf den demographischen Wandel. Wenn künftig immer weniger Köpfe immer komplexere Welten betreuen müssen, schlägt die Stunde der Automatisierung.
In dieser Ausgabe zeigen wir Ihnen deshalb, wie Sie Ihre Infrastruktur Software-definiert aufstellen, ohne die gewohnte Stabilität zu opfern – damit am Ende niemand mehr "Schere!" rufen muss.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
John Pardey
Chefredakteur